Newsblog | 08.04.2020 Kritik an ZASt-Versorgung: Halberstadts Bürgermeister Henke will vermitteln

Nach der Kritik an der Versorgung der Bewohner in der ZASt, schaltet sich Halberstadts Bürgermeister Andreas Henke ein. Und: Aktuell werden 60.000 Schutzmasken an die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt. Diese und weitere Entwicklungen im Newsblog.

Die Zast in Halberstadt
Bildrechte: MDR/Julia Heundorf

Die Entwicklungen am Donnerstag:

Die wichtigsten Infos im Überblick:

19:00 Uhr | Blogende

Für heute endet unser Newsblog zum Coronavirus und wir wünschen Ihnen noch einen guten Mittwochabend. Bleiben Sie schön gesund!

Das Schlusswort bekommt Krankenschwester Steffi Radatz vom Klinikum in Burg:

18.42 Uhr | Bundeswehr verteilt Hunderttausende Masken

Mehr als eine Million Schutzmasken verteilt die Bundeswehr seit Mittwoch im Land. Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt erhält pauschal jeweils 38.000 OP-Schutzmasken und 48.560 der besonders schützenden Filtermasken FP2. Am Beispiel Halle, wo die Zahl der Infizierten mit dem neuartigen Coronavirus vergleichsweise hoch ist, zeigt sich, dass diese Lieferungen teils nur vorübergehend Abhilfe schaffen. Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) sagte MDR SACHSEN-ANHALT auf Nachfrage, es sei "eine gute Lieferung", sie reiche aber nicht aus. Die Stadt werde in den Fällen, wo es notwendig ist, kleine Chargen an die jeweiligen Einrichtungen geben. Denn ungewiss sei, wann die nächste Lieferung komme.

Wenn man alles zusammenzählt, Krankenhäuser, Altenpflegeheime und Ähnliches und ungefiltert rausgeben würde, würde es etwa 10 Tage reichen. Wir werden unsere Mangelverwaltung also weiter fortsetzen.

Bernd Wiegand, Oberbürgermeister Halle

18.14 Uhr | Magdeburger "Festung Mark" macht das Spargelfeld unsicher

Und wenn alles nichts hilft, dann geht es zum Spargelstechen. Das hat sich das Team der "Festung Mark" in Magdeburg gesagt und versucht damit, die aktuelle Flaute in dem Kulturzentrum zu überbrücken. Denn wie auch sonst im Land mussten sie ihre geplanten Veranstaltungen dort absagen. Mit dem Bauern, bei dem sie aktuell aufs Feld ziehen, haben sie die Abmachung: Bezahlt wird, was produktiv gewesen ist – denn geübte Erntehelfer sind die Kulturschaffenden nicht. Das Geld wollen sie in einen Hilfsfonds für Künstler packen. Die ganze Geschichte gibt es hier zum Nachlesen:

17:46 Uhr | New York Times: Warum hat Deutschland so eine niedrige Todesrate?

Wir widmen uns kurz einer Außenperspektive. Die "New York Times" setzt sich mit der Frage auseinander, warum die Todesrate in Deutschland bisher so gering ist – obwohl insgesamt mehr als 100.000 Infektionen mit Sars-Cov-2 nachgewiesen wurden. Die Rate bei unter zwei Prozent liege ähnlich niedrig wie in Südkorea. Insgesamt ein Text, der fast mit Bewunderung auf Deutschland blickt: Ein Grund sei das vergleichsweise niedrige Durchschnittsalter der Infizierten, was die Überlebenschancen bei Covid-19 erhöht. Positiv hervorgehoben wird, wie die Gesundheitsämter Kontaktpersonen nachverfolgen. Die enorm ausgeweiteten Tests auf das Virus senkten die Todesrate ebenfalls. Denn so werden auch sehr viele milde Fälle erfasst. Die Times bezeichnet zudem das Gesundheitssystem als robust und hebt die Zahl der Intensivbetten hervor, die seit Beginn der Krise von 28.000 auf 40.000 erhöht wurde.

Wirklich sehr lesenswert! Wenn auch nur auf Englisch und Spanisch verfügbar. New York gilt als ein Epi-Zentrum der Coronavirus-Pandemie in den Staaten. In der Stadt starben bislang mehr als 5.500 Menschen bei rund 140.000 Infizierten. Daher ist der Blick nach Deutschland für die Zeitung so interessant.

17:26 Uhr | Sars-Cov-2: Bisher 1.077 Infektionen im Land

Sachsen-Anhalt verzeichnet zum Abend nun 1.077 bestätigte Infektionen mit dem Sars-Cov-2-Virus. Das sind 53 mehr als gestern. Als sehr dünn besiedelter Landkreis trifft es den Altmarkkreis Salzwedel bisher mit 24 bestätigten Fällen von den Zahlen her am wenigsten. Der Überblick in unserer Grafik:

17:08 Uhr | Sachsen-Anhalt nimmt einen Minderjährigen aus Moria auf

Deutschland nimmt mehrere hundert Kinder aus den überfüllten Flüchtlingslagern Griechenlands auf. Die ersten 50 Kinder kommen nächste Woche und werden zunächst in Corona-Quarantäne in Niedersachsen untergebracht und dann verteilt. Das hat die Bundesregierung am Mittwoch beschlossen. Dieser Verteilung liegt ein Schlüssel zugrunde, wonach eins dieser Kinder nach Sachsen-Anhalt kommen soll. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sagte, das sei problemlos möglich. Er warnte zugleich davor, die Kapazitäten zu überschätzen.

Aber ich warne davor, danach eine Diskussion zu führen, ob Deutschland auch 500 oder 5.000 aufnehmen kann.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht

Hintergrund sei der besondere Aufwand, der mit unbegleiteten Kindern aus den Flüchtlingslagern verbunden ist, da sie nicht in die Zentrale Aufnahmestelle nach Halberstadt kommen, sondern von den Behörden besonders betreut werden. Die Kommunen und Behörden seien mit der Bewältigung der Corona-Krise beschäftigt. Für 80 oder 150 Kinder reichten die Kapazitäten nicht aus.

16:25 Uhr | Wie geht das, lernen zuhause? Zwei Erfahrungsberichte

Besonders sorgt sich Lehrer Felix Kubitz um Schülerinnen und Schüler, die es bei den Startbedingungen zum Lernen schwerer haben als andere.

Junger Mann steht vor Graffiti-Wand
Bildrechte: MDR/Paula Kautz

Das fängt bei technischen Voraussetzungen an: Steht dem Schüler ein Laptop oder ein Drucker zur Verfügung. Oder muss er sich die Aufgaben auf dem Smartphone seiner Eltern anschauen.

Lehrer Felix Kubitz

Wie sein Alltag im Moment aussieht und wie eine Schülerin versucht, mit Mathe und Englisch allein zuhause klarzukommen, das hat MDR SACHSEN-ANHALT-Reporterin Paula Kautz in einem Text aufgeschrieben.

15:51 Uhr | Kontaktpersonen von JVA-Mitarbeiterin in Halle negativ getestet

Ein Teil der Mitarbeiter der JVA Halle ist auf das neuartige Coronavirus getestet worden. "Es gab keinen weiteren positiven Fall", sagte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Mittwoch bei der täglichen Pressekonferenz des Krisenstabs. In der JVA war zunächst eine Mitarbeiterin positiv getestet worden, die laut Wiegand an der Pforte arbeitet. Alle Menschen, mit denen sie Kontakt hatte, wurden nun daher ebenfalls getestet. Die Inkubationszeit des Virus Sars-Cov-2 liegt bei 2 bis 14 Tagen. Wie es nun hieß, soll der Corona-Test bei den JVA-Mitarbeitern in zwölf Tagen wiederholt vorgenommen werden.

15:29 Uhr | Magdeburg will Elbauenpark wieder öffnen – über einen Kniff

Der Elbauenpark in Magdeburg ist momentan geschlossen – der Freizeitpark muss die Corona-Verordnung befolgen. Allerdings soll der beliebte Naturpark nach Angaben von Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) ab Karfreitag wieder offen sein. Und zwar dank einer Umbenennung:

Ich werde den Namen 'Freizeitpark' für die Osterfeiertage aussetzen. Es ist dann eben kein Freizeitpark, sondern ein normaler Park. Und da kann man reingehen ohne Eintritt zu bezahlen und sich bewegen.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper

Man könne im Elbauenpark dann Spazieren gehen, so Trümper. Den Angaben zufolge wird das Ordnungsamt allerdings auch dort kontrollieren, ob die Corona-Regeln eingehalten werden.

Jahrtausendturm im Magdeburger Elbauenpark
Bildrechte: Wiebke Koch

14:48 Uhr | Kritik an Versorgung der ZASt – Halberstadts Oberbürgermeister will vermitteln

Nachdem sich die Lage am vergangenen Wochenende in der Asylunterkunft in Halberstadt - der ZASt - zugespitzt hatte und Bewohner protestierten, gibt es weiterhin Kritik an der Versorgung. Zwar hatte das Landesverwaltungsamt als zuständiger Träger der Einrichtung angekündigt, öfter als bisher zu desinfizieren. Auch seien mittlerweile mehr Hygienartikel verfügbar, ebenso ein Lieferdienst für kleinere persönliche Besorgungen angedacht – um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass aktuell niemand der 839 Bewohner hinaus kann. Doch die Kritik an mangelnder Versorgung kommt mittlerweile auch von politischer Seite, wie etwa in einem offenen Brief der Linken-Abgeordneten aus Land- und Bundestag, darunter Henriette Quade, Petra Sitte und Matthias Höhn. Die ZASt steht unter Quarantäne; mittlerweile ist das Virus 42 mal unter den Menschen dort nachgewiesen worden.

Auf einen weiteren offenen Brief von Bewohnern selbst, die bisherige Gespräche mit der ZASt-Leitung als gescheitert erklären, reagierte Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke (Die Linke). Er will nun in dem Konflikt vermitteln:

14:03 Uhr | Verbraucherzentrale: Aufwandsentschädigung für abgesagte Reise unzulässig

Bei den Reisebüros laufen im Moment viele Anfragen der Kunden auf, die ihre Reisen nicht antreten können. Die Verbraucherzentrale sagt nun, für die ausgeführten Reisestornos dürfen Reisebüros keine gesonderten Aufwandsentschädigungen verlangen. "Keine Zahlung leisten, da weder eine vertragliche noch sonstige rechtliche Grundlage für einen derartigen Zahlungsanspruch vorliegt", heißt es.

Zu Lasten des Verbrauchers dürfe das Reisebüro nicht die wegfallende Provision ausgleichen. Wegen der großen Nachfrage hat die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt ein Info-Telefon geschaltet:

Reisefragen: Info-Hotline der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt (0345) 29 80 363 – Experten für alle Anfragen zu Problemen mit Stornierungen oder Kündigungen bei allen Verträgen für Reisen und aus dem Freizeitbereich.
(0345) 29 27 800 – landesweites Servicetelefon für Auskünfte, Terminvereinbarungen und nachfolgende Beratungen.

13:32 Uhr | Osterfeuer fallen aus – Alternative in Bitterfeld-Wolfen

Wegen der Corona-Krise fällt ein beliebtes Ritual in diesem Jahr aus: Zu Karsamstag und auch am Ostersonntag wird es keine Osterfeuer geben. Sie sind wegen der Coronavirus-Pandemie landesweit abgesagt worden. In Bitterfeld-Wolfen wollten viele Bürgerinnen und Bürger wissen, wohin sie nun den Grünschnitt aus dem Garten bringen sollen. Eine Sprecherin der Stadt sagte, der gesammelte Grünschnitt könne zu einem späteren Zeitpunkt bei Traditionsfeuern in den Ortsteilen abgegeben werden. Damit wolle die Stadt der Absage zahlreicher Osterfeuer Rechnung tragen und gleichzeitig ein Angebot unterbreiten, um dem vermehrten Verbrennen auf den Grundstücken Einhalt zu gebieten.

Die Festlegung dieses neuen Termins für die geplanten Traditionsfeuer in Bitterfeld-Wolfen steht noch aus.

Osterfeuer
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12:57 Uhr | 1051 bestätigte Infektionen, geschätzt 482 genesen

In Sachsen-Anhalt wurden bis dato 1051 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Das teilte das Sozialministerium mit. Im Moment müssen 118 Menschen im Krankenhaus behandelt werden. Es gab 16 Todesfälle. In den Zahlen enthalten sind auch die wieder Genesenen, geschätzt 482. Wenn jemand eine Coronavirus-Infektion überstanden hat, so ist das nicht meldepflichtig. Daher wird die Zahl der Genesenen nach Angaben des Ministeriums über eine Formel ermittelt, in der leichte und schwere Krankheitsverläufe mit unterschiedlichen Genesungszeiten berücksichtigt werden.

12:25 Uhr | Arbeit in Behinderten-Werkstätten ruht

Die Einschränkungen im Zuge der Coronavirus-Pandemie treffen auch Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. In den Werkstätten ruht die Arbeit, teilte die zuständige Arbeitsgemeinschaft MDR SACHSEN-ANHALT mit. Den Verdienst der etwa 12.000 Menschen würden die Werkstätten aus ihren Rücklagen nehmen. Das gehe aber nur für sechs Wochen. Danach drohten die Menschen mit Behinderung in die Grundsicherung zu fallen. In den Werkstätten verdienen sie etwa 180 Euro im Monat. Es brauche eine bundesweite Lösung, meldete das Sozialministerium.

12:03 Uhr | Soforthilfe für Unternehmer: Deshalb dauert die Auszahlung

#MDRklärt So hilft Sachsen-Anhalt kleineren Unternehmen in der Corona-Krise

Die Corona-Krise trifft kleine und mittlere Unternehmen hart. Diesen Unternehmen will das Land mit einer Finanzspritze helfen. Die Soforthilfe muss nicht zurückgezahlt werden und soll einfach zu beantragen sein.

So hilft Sachsen-Anhalt kleinen Unternehmen
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So hilft Sachsen-Anhalt kleinen Unternehmen
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Kleinere und mittlere Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche sollen "Corona-Soforthilfe bekommen. Vorraussetzung: Die Krise bedroht die Existenz des Unternehmens.
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Die Staffelung der Hilfe nach Anzahl der Mitarbeiter.
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Die Soforthilfe muss nicht zurückgezahlt werden und soll möglichst einfach zu beantragen sein.
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Ablauf der Beantragung von Hilfsmitteln.
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Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. März 2020 | 08:00 Uhr

Quelle: MDR/mx
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Die wirtschaftlichen Soforthilfen des Landes für kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige sind stark gefragt. Bis Montag sind bei der Investitionsbank 32.000 Anträge eingegangen. Obwohl das Geld seit gut einer Woche beantragt werden kann, haben aber längst nicht alle Unternehmer schon etwas auf dem Konto. Das hat auch mit der Masse der Anträge zu tun.

MDR SACHSEN-ANHALT beantwortet die wichtigsten Fragen.

Warum hat noch nicht jeder Antragsteller Geld auf dem Konto?

Weil die Masse an Anträgen erst einmal abgearbeitet werden muss. Darum kümmern sich laut Investitionsbank rund 200 Mitarbeiter. Bis sie 32.000 Anträge abgearbeitet haben, dauert es logischerweise. Dazu kommt: Die Anträge werden der Reihenfolge nach abgearbeitet, also nach Eingagsdatum.

Was können Unternehmer jetzt tun?

Abwarten. Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) betonte, dass es "kein Windhunderennen" in Bezug auf die Anträge gebe, sondern ausreichend Geld zur Verfügung stehe. Bislang wurden demnach rund 12 Millionen beantragt, das Förderprogramm beinhaltet insgesamt etwa 125 Millionen Euro. Anträge können Unternehmer und Selbstständige noch bis Ende Mai bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt beantragen.

Willingmann rief Unternehmer noch einmal auf, die Anträge gründlich auszufüllen. In vielen Fällen gebe es Fehler oder es fehlten Firmenname oder Unterschrift. Auch das sorgt für Verzögerungen beim Abarbeiten.

11:35 Uhr | Taxi-Unternehmer: Umsatz um 95 Prozent gesunken

Taxi
Die Corona-Krise setzt Taxi-Unternehmen hart zu. (Archivfoto) Bildrechte: Colourbox.de

Vergangene Woche haben wir schon vermeldet, dass die Corona-Krise für Taxi-Unternehmen massive Folgen hat. Daran hat sich logischerweise nichts geändert. Eher ist die Situation schlimmer geworden. In Stendal vermeldet Kai Neumann vom Unternehmen "Hallo Taxi" einen Umsatzrückgang von 95 Prozent. Naumann hat seine Fahrer in Kurzarbeit geschickt. Um einzelne Fahrten doch fahren zu können, sind die Mitarbeiter abwechselnd in Rufbereitschaft.

11:16 Uhr | Forscher prognostizieren schwerwiegende Rezession

Deutschland steht wegen der Corona-Krise vor einer schwerwiegenden Rezession. Davon gehen führende Wirtschaftsforscher aus. In einem Bericht an die Bundesregierung schrieben sie, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 4,2 Prozent schrumpfen werde. Wenn die Pandemie sich langsamer abschwäche als angenommen, könnten die Folgen noch schlimmer sein. Für das kommende Jahr zeigen die Wirtschaftsforscher sich dagegen optimistisch: Sie erwarten ein kräftiges Wachstum von 5,8 Prozent.

10:53 Uhr | Jugendämter: Jetzt muss jeder wachsam sein

Die Jugendämter in Deutschland warnen wegen der Coronavirus-Pandemie vor einer erhöhten Gefahr für Kinder und Jugendliche. Viele Familien stünden angesichts der aktuellen Lage vor großen Herausforderungen. Wenn die feste Struktur fehle, wirtschaftliche Not herrsche und der Wohnraum eng sei, könne das zu häuslicher Gewalt führen, hieß es in einer Mitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter. Die Arbeitsgemeinschaft rief Angehörige, Freunde und Nachbarn dazu auf, wachsam zu sein. Kreischende Kinder seien zwar kein Hinweis auf eine Gefahr. Wenn Kinder aber um Hilfe riefen, sollte man Hilfe anbieten oder das Jugendamt informieren. Es sei Aufgabe der ganzen Gesellschaft, Kinder vor Gewalt und Verwahrlosung zu schützen.

10:39 Uhr | Fragen und Antworten: Was Ostern erlaubt ist – und was nicht

Familien dürfen sich zu Ostern sehen. Das hat Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) betont. Nur: Zugleich gelten weiterhin die Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen. Also fragen sich viele: Was ist denn nun? Was ist erlaubt – und was nicht? Wir sind diesen und weiteren Fragen nachgegangen.

10:22 Uhr | Was die Krise für Arme bedeutet

Was macht die Corona-Krise mit bedürftigen Menschen? Denen, die um jede Mahlzeit kämpfen müssen und nicht einmal einen Fernseher haben, um sich über die aktuelle Entwicklung rund um das Coronavirus zu informieren?! Die Lage für Menschen wie Jürgen Höhne aus Gladau bei Genthin ist ernst. Und sie wird sich nach allem, was wir aktuell wissen, noch verschärfen.

Höhne hat dem MDR erzählt, wie er die Corona-Krise meistert.

10:06 Uhr | Kreativwettbewerb in Gardelegen gestartet

Was tun mit den Kindern, wenn die Schulen und Kitas geschlossen sind? Vielen Eltern gehen nach einigen Wochen wohl die Ideen aus. Deshalb gibt es mehr und mehr Initiativen von Kitas und Co., um die Kinder zu beschäftigen – auch in Gardelegen. Dort hat die Stadt jetzt zu einem Kreativwettbewerb aufgerufen. Möglich ist so gut wie alles – das Malen mit Tusche oder Buntstift ebenso wie das Basteln mit verschiedenen Materialien. Wer mitmachen will, darf maximal 14 Jahre alt sein. Die eingereichten Werke (bis 30. April) sollen später im Galeriegeschoss von Tourist-Information und Museum öffentlich ausgestellt werden. Wer gewinnt, entscheiden Besucher der Ausstellung.

09:50 Uhr | Verteilung von Schutzausrüstung hat begonnen

An der Clausewitz-Kaserne in Burg hat am Morgen wie geplant die Verteilung von gut einer Million Schutzmasken und weiterer Schutzausrüstung an die Landkreise begonnen. MDR SACHSEN-ANHALT-Reporter vor Ort haben Bilder mit ungezählten Kartons mitgebracht. Die dringend benötigte Schutzausrüstung wird nun an die Gesundheitsämter verteilt – und geht von dort an Kliniken und Heime, die die Ausrüstung besonders dringend benötigen.

Eine Soldatin sitzt inmitten zahlreicher Kartons in der Kaserne in Burg.
Die vielen Kartons werden aus Burg ins ganze Land verteilt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

09:32 Uhr | Mitarbeiterin von JVA in Halle positiv auf Coronavirus getestet

In der Justizvollzugsanstalt von Halle gibt es den ersten bestätigten Fall einer Corona-Infektion. Eine Mitarbeiterin wurde bereits am Sonntag positiv getestet und befindet sich seitdem in Quarantäne, sagte eine Sprecherin des Justizministeriums Sachsen-Anhalt am Mittwoch und bestätigte entsprechende Medienberichte. Die Frau habe in der Sicherheitszentrale gearbeitet und keine Kontakte zu Gefangenen gehabt. Alle Menschen, mit denen sie auf der Arbeit Kontakt gehabt habe, würden nun getestet. Änderungen im JVA-Alltag für Insassen und Mitarbeiter seien nicht geplant.

09:16 Uhr | #miteinanderstark: Aktion "Kochen für Helden" nun auch in Magdeburg

Robin Pietsch und Florian Raake
Sternekoch Robin Pietsch (rechts) und Florian Raake sind bei "Kochen für Helden" auch dabei. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

"Kochen für Helden" – das ist der Titel einer Aktion, die am Mittwoch auch in Magdeburg beginnt. Acht Unternehmer aus der Stadt wollen kostenfreie Mahlzeiten an Menschen ausliefern, die während der Corona-Krise einen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Gemeint sind Mitarbeiter in Arztpraxen, von Feuerwehren oder in Supermärkten. In vielen deutschen Städten engagieren sich mehr und mehr Gastronomen für die Aktion "Kochen für Helden". Darunter sind Starköche wie Tim Raue oder Tim Melzer. Auch der Harzer Sternekoch Robin Pietsch aus Wernigerode ist dabei.

09:03 Uhr | Keine Einigung bei Treffen der Finanzminister

Die Finanzminister der Europäischen Union sind ohne Einigung für ein gemeinsames Hilfsprogramm in der Corona-Krise auseinander gegangen. Die seit Montagmorgen laufenden Beratungen wurden heute ohne Einigung abgebrochen. Sie sollen nun morgen fortgesetzt werden. In dem Streit beharren Italien, Spanien und Frankreich darauf, dass die EU gemeinsam Schulden aufnimmt, für die sie auch gemeinsam haften muss. Deutschland, Österreich und die Niederlande lehnen sogenannte Corona-Bonds ab.

Mehr Nachrichten aus Deutschland und der Welt finden Sie im Ticker von MDR AKTUELL.

08:46 Uhr | Frühlingswiese in Eisleben abgesagt

Es hatte sich ja schon angedeutet: Nun ist die Eisleber Frühlingswiese auch offiziell abgesagt. Das hat der Landkreis Mansfeld-Südharz mitgeteilt. Es sei nicht abzusehen, ob und – falls ja – unter welchen Bedingungen Großveranstaltungen wie das Volksfest Ende April über die Bühne gehen könnten. Zur Frühlingswiese kommen jedes Jahr rund 70.000 Menschen in die Lutherstadt Eisleben.

08:29 Uhr | Corona-Infektionen in mindestens 330 Pflegeheimen

In Deutschland sind mehr als 330 Pflegeheime von Corona-Infektionen betroffen. Das hat eine Umfrage des ARD-Magazins FAKT unter den zuständigen Länderministerien ergeben. Allein ein Drittel der Fälle wurde demnach in Nordrhein-Westfalen registriert. Die Statistik ist unvollständig, weil einige Bundesländer keine Angaben gemacht haben, darunter Sachsen-Anhalt. Hier gibt es bestätigte Corona-Fälle in Altenheimen in Halle, im Landkreis Wittenberg und im Jerichower Land.

08:12 Uhr | HFC ist gegen Geisterspiele

Fußball-Drittligist Hallescher FC hat sich im Falle einer Fortsetzung der Saison gegen Geisterspiele ohne Fans ausgesprochen. Man sei davon überzeugt, dass Fußball vor allem in Liga 3 nur mit Fans im Stadion Sinn ergebe. "Zum anderen, weil Geisterspiele die finanzielle Situation des Vereins drastisch verschlechtern und zusätzliche Wettbewerbsverzerrung mit sich bringen würden für Clubs mit großer Rückendeckung von den Rängen", wie der Vorstand mitteilte.

Die Kosten des Spielbetriebs ließen sich bei Geisterspielen nicht refinanzieren, hieß es. Trotz Beschlüssen zu Kurzarbeit mit Spielern und Mitarbeitern sei die finanzielle Lage des HFC angespannt.

07:56 Uhr | Neu: Der große Corona-Ratgeber

Die Social Media-Teams im MDR haben im Moment besonders viel zu tun: Viele User wollen wissen, was all die Verordnungen und Allgemeinverfügungen ganz konkret für jeden Einzelnen bedeuten. Um möglichst viele Fragen zu beantworten, Service zu bieten und Unterhaltung zu liefern, gibt es jetzt einen Corona-Ratgeber aller Online-Redaktionen des MDR.

Dort beantworten wir Fragen aus Mitteldeutschland. Schauen Sie doch mal vorbei.

07:40 Uhr | ZASt-Bewohner klagen in Schreiben über Versorgung in der Unterkunft

Die Proteste in der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber in Halberstadt gehen weiter. Zahlreiche Bewohner klagen jetzt in einem Schreiben an die Politik über die Versorgung. Der Brief ging unter anderem an Ministerpräsident Haseloff und Halberstadts Oberbürgermeister Henke. Henke sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Bewohner lehnten Gespräche mit der Leitung der Unterkunft ab. Er wolle deshalb vermitteln. In der Einrichtung waren 42 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Wochenende war es zu Tumulten gekommen.

07:25 Uhr | Studie in Halle will Genesene untersuchen: Weitere Infektion möglich?

Sind Menschen nach überstandener Infektion mit dem Coronavirus vor einer weiteren Infektion geschützt? Und haben sie Antikörper gebildet? Das soll jetzt in einer medizinischen Studie in Halle erforscht werden. Wie auf der täglichen Pressekonferenz der Stadt bekannt wurde, sollen zunächst 59 Genesene aus der Saalestadt untersucht werden. Sie bekämen jetzt Post mit der Bitte, an der Studie teilzunehmen. Dazu soll Blut abgenommen werden, außerdem werden Fragen zum Befinden gestellt.

Bernd Wiegand
Bildrechte: imago/VIADATA

Mit der Teilnahme an dieser Studie unterstützen Sie die medizinische Wissenschaft, Informationen zum Krankheitsverlauf dieser bisher wenig erforschten Infektion zu gewinnen.

Bernd Wiegand Oberbürgermeister von Halle

07:09 Uhr | Wechsel an der Spitze der Feininger-Galerie verschiebt sich

Michael Freitag bleibt außerplanmäßig bis Ende 2020 Direktor der Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg. Grund ist die Corona-Krise, die für März geplante Gespräche mit Bewerbern unmöglich gemacht hat. Wie die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt mitteilte, muss der für 1. Juni geplante Wechsel an der Spitze der Galerie deshalb verschoben werden. Die Stiftung hatte die Stelle im Dezember und Januar deutschlandweit ausgeschrieben. 19 Frauen und Männer haben sich beworben.

06:53 Uhr | mdrFRAGT: Jeder Dritte macht sich Sorgen um eigene finanzielle Situation

Jeder Dritte in Mitteldeutschland macht sich wegen der Corona-Krise große beziehungsweise sehr große Sorgen um die eigene finanzielle Situation. Das zeigt eine Befragung des MDR-Meinungsbarometers mdrFRAGT unter rund 13.500 Bewohnern von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Demnach hat etwa jeder fünfte Erwerbstätige wegen Kurzarbeit, Freistellung oder Kündigung weniger Einkommen als bislang.

Alle Ergebnisse der Befragung finden Sie hier.

06:40 Uhr | Reise-Rückkehrer im Burgenlandkreis müssen in häusliche Quarantäne

Wer im Burgenlandkreis lebt und auf Reisen war, muss sich ab sofort zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Landrat Götz Ulrich (CDU) hat eine Allgemeinverfügung erlassen, die die Quarantäne regelt. Sie gilt für Menschen, die sich seit dem 1. April im Ausland aufgehalten haben. Sie seien verpflichtet, sich nach der Rückkehr beim Gesundheitsamt zu melden. Ausgenommen seien die, die aus beruflichen Gründen innerhalb des Schengen-Raums oder der EU unterwegs waren.

06:26 Uhr | Bundeswehr verteilt Schutzmasken an Landkreise

Ein Apotheker hält eine FFP2 Atemschutzmaske.
An sogenannte FFP2-Masken ist derzeit nur schwer zu kommen. Der Bedarf ist weltweit groß. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Mit Hilfe der Bundeswehr werden in Sachsen-Anhalt am Mittwoch Hunderttausende Masken und Schutzausrüstung im Kampf gegen die Corona-Krise verteilt. Wenn alles glatt geht, soll die dringend benötigte Ausrüstung laut Gesundheitsministerium im Laufe des heutigen Tages an die Gesundheitsämter geliefert werden.

Pro Kreis und kreisfreier Stadt ist folgende Ausrüstung geplant:

  • 20.000 OP-Masken
  • 40.000 besonders schützende Filtermasken
  • 500.000 Einmalhandschuhe
  • Schutzkittel und sterile Anzüge

Aus den Gesundheitsämtern soll die Ausrüstung an die Kliniken und Pflegeheime weiter verteilt werden, deren Bedarf besonders groß ist. Die mehr als eine Million Masken wurden vom Land selbst beschafft. Sie sollen per Lkw und Flugzeug angeliefert und zur Bundeswehrkaserne nach Burg gebracht werden. Ein besonderes Augenmerk liegt laut Gesundheitsministerium auf Alten- und Pflegeheimen sowie ambulanten Pflegediensten.

06:02 Uhr | Krise kostet Magdeburg 200 Millionen Euro

Die Corona-Krise wird die Stadt Magdeburg rund 200 Millionen Euro kosten. Das sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) und sprach von etwa 25 Prozent des Jahreshaushalts. Neben wegfallenden Steuereinnahmen müsse die Stadt auch fehlende Eintrittsgelder für Theater oder Zoo kompensieren. Wie das gelingen soll, ist Trümper zufolge noch nicht abschätzbar.

05:46 Uhr | Meiste Infektionen pro 100.000 Einwohner im Landkreis Wittenberg

Im Landkreis Wittenberg gibt es die meisten Infektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner: 96. Das zeigen aktuelle Daten des Gesundheitsministeriums in Sachsen-Anhalt. An zweiter Stelle steht demnach Halle mit 91 Infektionen pro 100.000 Einwohner.

Insgesamt sind aus Sachsen-Anhalt inzwischen 1.024 bestätige Infektionen bekannt (+35 im Vergleich zum Vortag), davon sind nach Schätzungen rund 449 Menschen wieder gesund. 16 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Die auf den ersten Blick gute Nachricht: In einigen Regionen Sachsen-Anhalts war die Zahl der täglichen Neuinfektionen zuletzt rückläufig. Allerdings kann man daraus keinen eindeutigen Trend ablesen, erklärt unser Redakteur Manuel Mohr im täglichen Corona-Daten-Update.

05:32 Uhr | Guten Morgen!

Hallo an Sie alle! Wir von MDR SACHSEN-ANHALT wünschen Ihnen einen entspannten Mittwochmorgen. Heute ist der 8. April 2020. Schön, dass Sie den Weg in unseren Newsblog gefunden haben. Bis 19 Uhr finden Sie hier aktuelle Informationen über das Coronavirus und seine Folgen für Sachsen-Anhalt. Vorweg: In der Nacht hat es keine nennenswerten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben. Schauen wir also, was der heutige Tag bringt.

Zuerst aber noch einmal kurz und knapp das Wichtigste von gestern:

  • Sachsen-Anhalt hat bislang mehr als 12 Millionen Euro Soforthilfe an Unternehmer ausgezahlt. 1.350 Antragsteller haben ihr Geld laut Wirtschaftsministerium sicher.
  • Das Land Sachsen-Anhalt informiert Bürgerinnen und Bürger ab sofort über die Messenger-Dienste Notify und Telegram mit Infos zur Corona-Krise direkt aufs Handy.

Quelle: MDR/ld,mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. April 2020 | 05:00 Uhr

2 Kommentare

Sailor vor 33 Wochen

Ich teile die Meinung von Pit. Selbst das ZDF Zoom hatte festgestellt das 2008 ein Katastrophenplan erstellt wurde.Dieser ist aus Kostengründen/ Ignoranz in der Schublade verschwunden. Nun stehen die Politiker als die grossen Macher da. Real sind nun die Früchte dieser Politik zu sehen. Dieser Herrschaften sollten sich mal wieder klarmachen, wem sie verpflichtet sind. Dem Volk, denn dies finanziert die üppigen Bezüge der so volksnahen und besorgten Volksvertreter. Unser Gesundheitswesen krankt daran das alles unter wirtschaftlichen Aspekt gesehen wird. Vieleicht sollte man mal wieder nach Skandinavien sehen, um was zu lernen.

pit vor 33 Wochen

Es ist sehr beschämend,dass die benötigte Ausrüstung erst jetzt an die Einrichtungen verteilt werden sollen.Seit Anfsng des Jahres weiss man,das Jovid 19 zu uns kommt. Seit Februar wird uns erzählt ,wir sind sehr gut vorbereitet. Was haben die Verantwortlichen dafür überhaupt geleistet ? Nichts , nur leere
Worte ! Was gab es für staatliche Reserven, wer ist dafür verantwortlich ? Wahrscheinlich keiner! Aus meiner aktiven Zeit wurde für solche Pandemien sehr gut vorgesorgt, gab es staatliche Reservelager, die regelmäßig gewälzt wurden. Trotz der staatlichen Pandemiepläne gibt solche Lager nicht.
Verantwortliche Politiker müssen dafür zur Verantwortung gezogen werden.

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