Newsblog | 15.04.2020 Schulen in Sachsen-Anhalt sollen ab 4. Mai schrittweise öffnen

Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, die Kontaktbeschränkungen bis mindestens 3. Mai zu verlängern. Ministerpräsident Reiner Haseloff verteidigt die Maßnahmen zu einer schrittweisen Schulöffnung. Und das Uniklinikum Magdeburg entlässt die ersten französischen Covid-19-Patienten. Das und mehr im Newsblog.

Eine Klasse voller Schüler bei der Prüfung, dazu das Logo des Corona-Newsblogs.
Bildrechte: MDR/Colourbox.de

Aktuelle Entwicklungen am Donnerstag:

Die wichtigsten Infos vom MIttwoch im Überblick:

19:00 Uhr | Blogende für heute

Damit beenden wir den Blog für heute. Morgen finden Sie die aktuellsten Entwicklungen zur Corona-Krise in Sachsen-Anhalt ab 6:30 Uhr wieder hier. Bleiben Sie gesund.

18:41 Uhr | Ministerpräsident Haseloff verteidigt Schulöffnungen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) spricht während einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei.
Ministerpräsident Reiner Haseloff. (Archiv) Bildrechte: dpa

Ministerpräsident Reiner Haseloff verteidigte im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT die Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern. Zur Entscheidung, die Schulen schrittweise für obere Klassen wieder zu öffnen, sagte er, dass die Abschlussklassen "kein verlorener Jahrgang" sein sollen. Deshalb würden die Schulen für sie als erstes geöffnet. Bildungsminister Marco Tullner begrüßte die Rahmenbedingungen ebenfalls. "Wir haben jetzt das klare Signal, dass die Schulen in einem ersten sehr bedachtsamen Schritt in zwei Wochen öffnen." Seinen Angaben zufolge sollen die Schulleitungen und Schüler noch in dieser Woche informiert werden, wie der anlaufende Schulbetrieb organisiert werden soll.

Darüber hinaus äußerte sich Ministerpräsident Haseloff auch zu den Soforthilfen des Landes. So sollen diese so schnell wie möglich auf die Konten der Antragsteller überwiesen werden. Aktuell kämen täglich bis zu 1.000 Anträge bei der Investitionsbank zur Auszahlung. Am Donnerstag will das Land eine neue Verordnung beschließen, die die mit dem Bund vereinbarten Maßnahmen für das Land Sachsen-Anhalt konkretisieren.

18:25 Uhr | Beschluss von Bund und Ländern: Kontaktbeschränkungen bis mindestens 3. Mai

Am Mittwoch haben sich der Bund und die Bundesländer auf den weiteren Fahrplan in der Corona-Krise verständigt. Wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einer Pressekonferenz mitteilte, sollen die Bürgerinnen und Bürger weiterhin auf einen Mindestabstand von 1,5 Metern achten und nur alleine oder mit einer weiteren Person unterwegs sein.

  • Des Weiteren wird das Tragen von Schutzmasken in den öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften dringend empfohlen.
  • Ein Schulstart ist schrittweise ab dem 4. Mai geplant. Er soll mit den Abschlussklassen beginnen.
  • Einzelhandel: Geschäfte von einer Größe bis zu 800 Quadratmetern dürfen wieder öffnen.
  • Auch Friseure sollen mit dem 4. Mai unter gegebenen hygienischen Maßnahmen wieder öffnen können.
  • Religiöse Feierlichkeiten, bei denen es Menschenansammlungen gibt, bleiben weiterhin untersagt.
  • Großveranstaltungen bleiben bis Ende August verboten.

Bund und Länder wollen sich nach Angaben der Bundeskanzlerin zukünftig in einem Rhythmus von zwei Wochen treffen, um jeweils über weitere Maßnahmen zu entscheiden. Das nächste Treffen wird am 30. April stattfinden.

17:41 Uhr | Corona-Fälle: 1.249 Infizierte und 788 Patienten genesen

Nach aktuellen Zahlen des Sozialministeriums Sachsen-Anhalt gibt es momentan 1.249 bestätigte Corona-Fälle im Land. 788 Personen sind nach einer Infektion wieder genesen. Im Krankenhaus werden 146 Patienten in Verbindung mit einer Corona-Erkrankung behandelt.

17:17 Uhr | Nationalpark Harz: Frühjahrspflanzung in Eigenregie

Freiwillige helfen bei der Frühjahrspflanzung im Harz.
Freiwillige helfen bei der Frühjahrspflanzung im Harz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Corona-Beschränkungen haben Auswirkungen auf die Frühjahrspflanzungen im Nationalpark Harz. Da nicht wie geplant viele Freiwillige mithelfen können, arbeiten die Forst-Mitarbeiter derzeit im Akkord. Die stellvertretende Nationalparkleiterin, Sabine Bauling, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, insgesamt müssten im Frühjahr 200.000 junge Bäume in die Erde. Die Pflanzen seien eingekauft, das Zeitfenster zum Pflanzen aber gering. Nun würde über Abteilungen hinweg angepackt.

Sturm und Borkenkäferbefall hatten im Nationalpark zuletzt für große Schäden gesorgt. Durch Neuanpflanzungen sollen zudem in den tieferen Lagen die ursprünglichen Laubwälder wieder hergestellt werden. Zu den Pflanzaktionen im Nationalpark hatten sich viele Freiwillige als Helfer gemeldet.

16:44 Uhr | Tourismusverband Sachsen-Anhalt fordert Beihilfen

Der Tourismusverband Sachsen-Anhalt fordert Beihilfen auf Landes- und Bundesebene für die Branche, um die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Tourismus so gering wie möglich zu halten. Die Geschäftsführerin des Verbandes, Bärbel Schön, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass die Zukunft nach der Krise ein Begriff sei, "der derzeit nicht zu definieren ist." Tourismus sei eine der Schlüsselbranchen, die die erlittenen Verluste und Umsatzausfälle nicht ausgleichen könne. "Die Lage für den Landestourismus und die Branche in Deutschland ist angespannt und bedrohlich", so Schön.

16:11 Uhr | Wie Genesene gezählt werden

Immer häufiger wird neben der Zahl der bestätigten Corona-Infektionen auch auf die Anzahl an genesenen Patienten geschaut. Dabei handelt es sich jedoch um eine Schätzung, da Geheilte nicht offiziell erfasst werden. Warum das so ist und wie verlässlich diese Daten sind, haben sich die Kollegen von MDR AKTUELL angeschaut:

15:44 Uhr | SCM-Trainer plädiert für Fortsetzung des Spielbetriebs

Trainer Bennet Wiegert und Michael Damgaard (SC Magdeburg)
SCM-Trainer Bennet Wiegert. (rechts) Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Der Trainer des SC Magdeburg, Bennet Wiegert, plädiert trotz der Corona-Krise für eine Fortsetzung des Spielbetriebes. Er sagte der "Magdeburger Volksstimme", dass er es nicht für fair halte, "anhand der aktuellen Tabelle dann Entscheidungen über Teilnahmen an den europäischen Wettbewerben sowie den Auf- und Abstieg zu treffen". Aber vielleicht gehe es in der aktuellen Lage auch nicht um fair oder unfair, so Wiegert. Wie und ob mit dem Saisonbetrieb fortgefahren wird, will die Liga am 20. April entscheiden.

15:12 Uhr | Atemschutzmasken aus Taiwan für Sachsen-Anhalt

Der Vizepräsident der deutsch-taiwanischen Gesellschaft, der altmärkische Bundestagsabgeordnete Marcus Faber (FDP), teilte am Mittwoch mit, dass Taiwan über eine Million Atemschutzmasken nach Deutschland geliefert hat. Ein Teil dieser Masken wird auch an Sachsen-Anhalt gehen und soll vor allem an medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Arztpraxen verteilt werden. Nach Angaben Fabers gab es am Dienstag keine Corona-Neuinfektion in dem 23-Millionen-Einwohner-Land.

14:39 Uhr | Hotels in Quedlinburg bangen um Zukunft

Die Corona-Krise trifft auch den Tourismus im Land. Quedlinburg ist zum Beispiel normalerweise ein Mekka für Touristen – doch in Zeiten von Corona ist die Nachfrage fast komplett eingebrochen. Das merken vor allem die Hotels. MDR SACHSEN-ANHALT-Reporterin Elke Kürschner hat sich in der Welterbestadt umgehört und mit der Hotelleiterin Claudia Wiese gesprochen. Sie sagt, dass die Soforthilfen nur kurzfristig hilfreich seien, aber die Problematik nur um mehrere Jahre verschieben. Wiese fürchtet für ihr Haus und weitere Hotels ein "Sterben auf Raten".

14:14 Uhr | Oper Halle streamt Inszenierungen ins Netz

Die Oper Halle wird ab Donnerstag wöchentlich Aufführungen aus ihrem Haus ins Internet streamen. Das gab die Kultureinrichtung am heutigen Dienstag bekannt. Den Auftakt bildet die Inszenierung "Mein Staat als Freund und Geliebte" von Johannes Kreidler. Bis zunächst zum 7. Mai will das Haus dann im Wochenrhythmus Stücke vergangener Spielzeiten zeigen. Zusätzlich soll es auch Diskussionsrunden und Gespräche mit den beteiligten Künstlern geben, die ebenfalls online abrufbar sein werden. Werkstattbeiträge sollen darüber hinaus von den anstehenden Neu-Produktionen und dem Theateralltag während der coronabedingten Schließung berichten. Die Oper Halle musste aufgrund des Coronavirus‘ seinen Proben- und Spielbetrieb im März einstellen.  

13:42 Uhr | Moderate Grippe-Saison in Sachsen-Anhalt

Die Grippe-Saison ist in Sachsen-Anhalt diesmal vergleichsweise moderat verlaufen. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT wurden rund 7.000 Grippe-Fälle gemeldet. Zwölf Menschen starben an der Krankheit. Damit waren die Fall-Zahlen deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren. Am intensivsten war die Grippe im Kreis Wittenberg und im Burgenlandkreis. Als ein Grund für die moderate Grippe-Saison gelten die Kontakt-Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Nach Inkrafttreten gingen die Grippe-Zahlen innerhalb weniger Wochen deutlich zurück.

13:18 Uhr | Aktuelle Zahlen: 1.240 Corona-Infizierte in Sachsen-Anhalt

Das Sozialministerium hat die Zahlen zu den Corona-Fällen in Sachsen-Anhalt aktualisiert. Demnach hat sich die Zahl bestätigter Infektionen im Vergleich zum Dienstag um 15 auf 1.240 Personen erhöht. Das Ministerium schätzt, dass bisher 780 Patienten von einer Corona-Erkrankung wieder genesen sind.

12:45 Uhr | Offener Brief von Krankenhausangestellten

Das "Netzwerk aktiver Krankenhausbeschäftigter" richtet sich mit einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die Gesundheitsminister der Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. In dem Brief kritisiert das Netzwerk die Ökonomisierung und Privatisierung der Krankenhäuser der vergangenen Jahre. Dies räche sich nun in der Corona-Krise.

Füße eines Pflegers im Krankenhaus
Zu den Unterzeichnern gehört auch Pflegepersonal. (Symbolbild) Bildrechte: plusminus

Die Unterzeichner, unter anderem von der Uni-Klinik Halle, fordern von der Politik Sofortmaßnahmen zum Schutz von Patienten und Beschäftigten in den Krankenhäusern. So soll zum Beispiel ausreichend Schutzmaterial für Bedienstete im Gesundheitswesen bereitgestellt werden.

Außerdem fordern sie langfristig unter anderem die Rekommunalisierung des Gesundheitssystems und eine deutliche Anhebung der Löhne.

12:17 Uhr | Haseloff erwartet Verlängerung der Corona-Maßnahmen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) geht davon aus, dass die derzeitigen Kontakt- und Ausgangsregeln verlängert werden. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es müsse klar sein, dass Menschen auch weiterhin nur mit triftigem Grund nach draußen gehen - etwa zum Arbeiten oder Einkaufen. Soziale Kontakte sollten auf ein Minimum beschränkt bleiben, um eine Ausbreitung des Virus auch weiterhin zu verhindern. Jeder trage dazu bei, eine Situation wie in Italien oder Frankreich hierzulande zu verhindern, so Haseloff. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beraten heute über erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen.

11:48 Uhr | Kretschmer warnt vor zu schnellen Lockerungen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat davor gewarnt, im Kampf gegen das Corona-Virus Erfolge zu gefährden. Kretschmer sagte MDR AKTUELL, das Virus sei nach wie vor da, es könne tödlich sein und es gebe keinen Impfstoff. Es müsse aber beispielsweise mehr Möglichkeiten geben, beruflich tätig zu sein und Geld zu verdienen. Außerdem sollten an den Schulen Prüfungen stattfinden können. Zugleich erklärte Kretschmer, es gebe aber grundlegend unterschiedliche Situationen beispielsweise in Bayern und Sachsen-Anhalt.

11:25 Uhr | Corona-Lockerungen: Leopoldina erwartet Stufenplan

Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften
Corona-Lockerungen: Forscher der Leopoldina erwarten Stufenplan für Deutschland. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Experten der Leopoldina in Halle erwarten nach der heutigen Corona-Konferenz von Bund und Ländern einen Stufenplan für Deutschland. Mitglied Jürgen Kocka sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Mittwoch, in Grundzügen müsse skizziert werden, wie Gesellschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit wiederbelebt werden könnten. Lockerungen könnten nach seiner Einschätzung gegen Ende des Monats oder Anfang Mai in Kraft treten. Kocka sprach sich dafür aus, einerseits allgemeine Vorgaben für ganz Deutschland zu entwerfen, je nach Land aber unterschiedliche Lösungen zu ermöglichen. Die Leopoldina hatte am Montag ein Papier mit etlichen Empfehlungen veröffentlicht, darunter etwa eine Mundschutzpflicht im öffentlichen Nahverkehr.

10:58 Uhr | Französische Covid-19-Patienten können nach Hause

Das Uniklinikum Magdeburg entlässt am Mittwochnachmittag die ersten französischen Covid-19-Patienten. Nach Angaben der Klinik haben sich die beiden gut erholt. Sie können nach Hause zurückfliegen. Zwei weitere Franzosen würden am Donnerstag entlassen. Die Uniklinik Magdeburg hatte Anfang April insgesamt sechs Patienten in einem kritischen Zustand aus Elsass-Lothringen aufgenommen. Im Klinikum dankten Ministerpräsident Reiner Haseloff und Sozialministerin Petra Grimm-Benne am Mittwochmorgen den Mitarbeitern für ihren Einsatz. Man habe helfen können, weil die Kapazitäten im Land nicht ausgelastet seien.

Ministerpräsident Haseloff mit zwei Ärzten und Gesundheitsministerin Grimm-Benne
Die ersten französischen Covid-19-Patienten können die Uniklinik Magdeburg gesund verlassen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

10:35 Uhr | Giffey lehnt Kita-Vorschlag der Leopoldina ab

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey lehnt den Vorschlag der Leopoldina-Forscher ab, Kitas bis zum Sommer geschlossen zu halten. Im ARD-Morgenmagazin sagte sie, das sei kein guter Weg. Man müsse vielmehr schrittweise in die Normalität zurückkehren. Giffey schlug vor, zunächst wieder Vorschulkinder und Kinder berufstätiger Alleinerziehender zu betreuen. Auch für Kinder aus schwierigen familiären Verhältnissen sei der Besuch einer Kita wichtig.

10:12 Uhr | "mdrFRAGT": Jeder Zweite will Corona-Lockerungen

Die Menschen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen stehen immer weniger hinter den Corona-Beschränkungen. Sie fordern Lockerungen. Das hat die aktuelle Befragung des MDR-Meinungsbarometers "mdrFRAGT" ergeben, an der mehr als 15.500 Bewohner in den drei mitteldeutschen Ländern teilgenommen haben. Demnach erkennen 86 Prozent die Wirksamkeit der Maßnahmen an, dennoch will jeder Zweite, dass sich die Politik für Lockerungen entscheidet. Hier finden Sie die Einzelheiten der Befragung:

09:40 Uhr | 3. Fußball-Liga: Die Planungen laufen - doch wohin führen sie?

Wie geht es mit dem Fußball in der Dritten Liga weiter? Bislang ist das völlig offen. Abbrechen will der Deutsche Fußballbund die Saison nach bisherigen Planungen nicht. Fakt ist, die Verantwortlichen müssen trotzdem weiterarbeiten und natürlich auch die nächste Saison planen. Wie das beim 1. FC Magdeburg aussieht, hat meine Fernsehkollegin Sabrina Bramowski von Sportchef Maik Franz erfahren.

09:13 Uhr | Rund 127.500 Infektionen und etwa 3.250 Tote

Das Robert-Koch-Institut hat neue Corona-Infektionszahlen veröffentlicht. Demnach ist bei mehr als 127.500 Menschen in Deutschland das Virus nachgewiesen worden. Das sind knapp 2.500 mehr, als Dienstagfrüh. Die Zahl der Toten stieg um fast 300 auf etwa 3.250. Die gute Nachricht: Rund 73.000 Menschen in Deutschland gelten laut RKI nach der Virus-Infektion als geheilt.

08:37 Uhr | Corona-Soforthilfen: Beschwerden über schleppende Auszahlung

In Sachsen-Anhalt herrscht bei vielen Unternehmen Unmut über eine schleppende Auszahlung der Corona-Soforthilfen. Der Geschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, Burghard Grupe, sagte dem MDR, viele Betriebe fragten sich, ob ihr Antrag überhaupt eingegangen sei. Es gebe weder eine Rückmeldung noch eine Eingangsbestätigung. Laut Wirtschaftsministerium sind bei der Investitionsbank innerhalb der ersten zehn Tage 34.000 Anträge eingegangen. Obwohl das Personal für die Bearbeitung aufgestockt wurde, konnten nur 2.700 bewilligt werden. Mit den Soforthilfen beschäftigt sich heute auch der Finanzausschuss im Landtag.

08:16 Uhr | Neue Corona-Tests in der ZASt

In der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) in Halberstadt werden ab Donnerstag alle rund 800 Bewohner im 48-Stunden-Takt auf eine Corona-Infektion getestet. Nach Angaben des Sozialministeriums werden Infizierte in die Quarantäne-Unterkunft nach Quedlinburg gebracht. Neuzugänge bringen die Behörden in einem Mietobjekt in Halberstadt unter. Genesene Bewohner der ZASt werden auf die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt. In der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber werden unterdessen die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Am Osterwochenende war es dort erneut zu Tumulten gekommen.

07:49 Uhr | Mutter-Kind-Kurklinik in Arendsee in Sorge

Das Deutsche Rote Kreuz sieht Sachsen-Anhalts einzige Mutter-Kind-Kurklinik in Arendsee wegen der Corona-Krise in Gefahr. Das DRK als Träger erklärte, die Einrichtung im Altmarkkreis Salzwedel habe schließen müssen und brauche finanzielle Hilfe. Seit Mitte März dürften keine neuen Kurgäste mehr aufgenommen werden, deshalb fehlten die Einnahmen. Der Rettungsschirm der Bundesregierung beziehe Krankenhäuser und Reha-Kliniken ein, nicht aber Mutter-Kind-Kur-Einrichtungen wie in Arendsee.

07:23 Uhr | Schutzmasken aus dem 3D-Drucker

Die Kunsthochschule Burg Giebichenstein wird ab dieser Woche Schutzmasken aus dem 3D-Drucker in Serie herstellen. Das hat die Stadt Halle MDR SACHSEN-ANHALT bestätigt. Außerdem soll die entwickelte Druckanleitung im Internet kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Masken aus dem 3-D-Drucker bestehen aus einem Plastik-Aufsatz für Mund und Nase, in den ein dreilagiger Stofffilter gelegt wird.

Bibliothek der Kunsthochschule "Burg Giebichenstein" in Halle (Saale)
In der Kunsthochschule "Burg Giebichenstein" werden jetzt Schutzmasken aus dem 3-D-Drucker hergestellt. Bildrechte: Foto: Sascha Linke, Kunsthochschule "Burg Giebichenstein"

06:51 Uhr | Unikliniken durch Corona in finanzieller Not

Hintereingang zum Universitätsklinikum Magdeburg.
Die finanzielle Situation der Unikliniken in Magdeburg und Halle verschärft sich. Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Die finanzielle Notlage der Unikliniken in Magdeburg und Halle verschärft sich durch die Corona-Krise. Am Mittwoch sind die Krankenhäuser deshalb Thema im Finanzausschuss des Landtags. Wegen verschobener Operationen und Patienten, die aus falscher Vorsicht nicht mehr zum Arzt gehen, entgehen den Uni-Kliniken Einnahmen. Ministerpräsident Haseloff besucht am Vormittag die Uniklinik Magdeburg, um sich ein Bild zu machen und dem Personal für den Einsatz in der Corona-Krise zu danken.

06:28 Uhr | Kredite jetzt auch für den Mittelstand

Mittelständische Unternehmen können ab heute bei der Förderbank KfW Schnellkredite beantragen. Der Bund übernimmt nach eigenen Angaben das komplette Risiko bei Darlehen bis 800.000 Euro. Als Voraussetzung müssen die Unternehmen in den vergangenen drei Jahren einen Gewinn erwirtschaftet haben. Mit der Auszahlung soll Ende des Monats begonnen werden. Gerechnet wird aber damit, dass viele Banken und Sparkassen in Vorleistung gehen. Damit könnten ersten Gelder noch in dieser Woche fließen.

06:14 Uhr | Corona-Lockerungen: Haseloff für einheitliche Linie

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Mittwoch über erste Schritte zu einer Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen. Es geht um einen abgestimmten Plan für die Zeit ab kommenden Montag. Im Mittelpunkt steht die Frage, wann und unter welchen Bedingungen Schulen und Geschäfte wieder öffnen können. Dazu gibt es bislang in den Bundesländern unterschiedliche Vorstellungen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff warnte vor Alleingängen einzelner Länder. Er sprach sich für einen generellen Kurs bei den Lockerungen aus. Allerdings könne es durchaus regionale Unterschiede geben.

05:57 Uhr | Antikörper-Studie in Halle verzögert sich

In Halle verzögert sich der Beginn der Antikörper-Studie zur Erforschung der Coronavirus-Erkrankung. Amtsärztin Dr. Christine Gröger sagte, das Votum der Ethikkommission fehle noch. Das Gremium müsse dem Vorhaben jedoch zustimmen. Die nächste reguläre Sitzung der Kommission findet demnach erst am 4. Mai statt. Fünf Mediziner aus Halle wollten am Mittwoch mit der Studie beginnen. Teilnehmen sollten zunächst mehr als hundert Menschen, die in Halle eine Coronavirus-Infektion überstanden haben.

05:30 Uhr | Guten Morgen!

Herzlich Willkommen im Newsblog von MDR SACHSEN-ANHALT. Heute ist Mittwoch, der 15. April 2020. In unserem Newsblog bekommen Sie bis 19 Uhr die aktuellen Meldungen rund um das Coronavirus in Sachsen-Anhalt.

Alle Entwicklungen des Vortages finden Sie in unserem Newsblog vom Dienstag.

Quelle: MDR/mr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. April 2020 | 05:00 Uhr

10 Kommentare

m.Kaloff vor 27 Wochen

Sehr geehrte Herr Ministerpräsident!
1.Was bedeutet Großveranstaltungen abgesagt? Dürften Sommertheater Open air bis 100 Zuschauer spielen (Juli)?
2.Die Künstlersoforthilfe wurde von 2x400 auf 1x 400€ gekürzt.Ein Tropfen auf den heißen Stein. Warum? In Berlin erhält ein Künstler 5000€? Warum?
Vielen Dank für eine Antwort

faultier vor 27 Wochen

Auch wenn der MDR meinen ersten Kommentar nicht veröffentlichenwollte, bleibe ich dabei , überzogene Massnahmen für einen kaum betroffenes Bundesland Sachsen Anhalt ,eine Hilfsprogramm Landes welches an Lächerlichkeit nicht überboten werden kann mit einem Bearbeitungstempo das das Wort Soforthilfe ad absurdum führt und dafür hauen sich die Koalitionäre in Magdeburg noch gegenseitig auf die Schulter ,aber so lange euch die Presse noch den Rücken freihält ist doch alles bestens nicht wahr?

Denkschnecke vor 27 Wochen

Und warum, glauben Sie, ist das so? Wegen der guten Börde-Luft?
Wie viele SARS-CoV2-Infizierte gab es in Heinsberg am Karnevalssonntag? Und wie viele 14 Tage später?
Ich kann sehr wohl rechnen. Ich verstehe aber nicht, was Ihre Zahlen beweisen sollen außer, dass Sachsen-Anhalt zuerst furchtbares Glück gehabt hat und dann die rigiden Maßnahmen die Infektionszahlen niedrig halten.

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