Interview mit Historiker Marcus Böick Was die Treuhand für Ostdeutsche bedeutete

In der DDR gehörten die meisten Betriebe dem Staat. Mit der Wende änderte sich das: Innerhalb von vier Jahren wurden die ehemaligen DDR-Betriebe Anfang der 1990er Jahre privatisiert. Diese Aufgabe übernahm die Treuhandanstalt in Berlin. Insgesamt 14.000 Firmen wurden verwaltet und kamen in Privatbesitz. Ein Großteil der Firmen wurde von westdeutschen Unternehmern übernommen. Etwa 3.500 Firmen mussten schließen, da eine Sanierung aussichtslos war.

Besonders hart traf es Sachsen-Anhalt. Hier gab es zu DDR-Zeiten viele große, aber auch veraltete Betriebe. Nach der Wende wurden diese Firmen geschlossen – und viele Sachsen-Anhalter hatten plötzlich keine Arbeit mehr. Über den Unmut vieler Ost-Bürger über die damalige Privatisierung und deren Folgen hat der Historiker Marcus Böick von der Uni Bochum ein Buch geschrieben.

Böick ist gebürtiger Aschersleber und in Hettstedt aufgewachsen. Welchen Ruf die Treuhand hatte und was sie sowohl für West- als auch Ostbürger bedeutet, erzählt er im Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT-Moderatorin Billy Wulff.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. Juli 2018 | 18:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2018, 21:02 Uhr

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9 Kommentare

28.07.2018 15:24 EX DDR Bürger 9

28.07.2018 13:44 Die kurze Seite der Sonnenallee 8 , Aus was für eine Ecke Deutschland kommen Sie? Ihr Kommentar ist eine Beleidigung aller nach der Wende dem Arbeitsplatz beraubten Menschen. Gucken Sie sich doch mal Fernsehreportagen aus dieser Zeit an zbs. Youtube oder MDR, wo Verzweifelte Menschen um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze Kämpfen, oder gerne in Errinnerung schwelgen, und an die gute alte Zeit zurück denken. Warum wollen denn so viele die DDR zurück ?, weil es ihnen damals besser ging, trotz Grenze usw., und heute sind viele immer noch Arbeitslos. Herrn Kohl ging es ja nicht schnell genug mit der Wiedervereinigung, damit er in die Geschichte eingeht. Experten haben davor gewarnt, und damals gesagt, das die Wiedervereinigung erst in 25-30 Jahren erst vollzogen werden sollte um ein Wirtschaftliches Ausbluten des Ostens zu verhindern, aber das wurde Ignoriert, und das Ergebnis davon sahen wir dann, und das hat Auswirkungen bis heute. Herrn Kohl war nur der Ruhm wichtig.

28.07.2018 13:44 Die kurze Seite der Sonnenallee 8

Irgendwie scheinen sich 16 Mio. Einwohner in Mitteldeutschland die Treuhand als Lieblingsfeind auserkoren zu haben. Die abgewickelten Unternehmen waren in der globalen Marktwirtschaft gar nicht konkurrenzfähig und beschäftigten zig-tausend überflüssige Werktätige, um die Mär der nicht vorhandenen Arbeitslosigkeit in der DDR am Leben zu erhalten. Wenn die Treuhand also 16 Mio Bürger "beraubt" hat, wie es Kommentator 7 darstellt, frage ich mich, warum diese das Volkseigentum nicht besser gepflegt haben sondern alles verkommen ließen. Wo waren denn die heutigen "Betrogenen" aus den Betrieben? Viele haben doch nur gewartet, dass der neue Staat alles für sie regelt. Dabei hätten diese doch damals die Firmen auffangen können, wenn diese so toll liefen. Genug Geld hatte wohl jeder unter dem Kopfkissen. Neue Autos, Videorekorder und tolle Reisen nach Hawaii und Paris waren jedenfalls sofort drin. Chancen vertan, setzen, sechs.

27.07.2018 17:35 Sachsen-Anhalter 7

"Unterwerfung"? Völlig Daneben! Die Treuhand wurde gegründet um der DDR Bevölkerung ihren Anteil an der Volkswirtschaft und -Eigentum zu sichern!
Nach dem Beitritt wurde aber das Volksvermögen dem Bundeshaushalt zugeschlagen. Das war keine Unterwerfung sondern Betrug und Raub an 16 Mio. ehem. DDR Bürgern.