Arbeitsmarkt Trotz Corona: Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt im Juni leicht gesunken

In Sachsen-Anhalt ist die Arbeitslosigkeit nach dem
Anstieg in der Hochphase der Corona-Pandemie überraschend leicht gesunken. Wie sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten entwickelt, ist allerdings noch offen.

Ein Bauarbeiter sägt Metall, es sprühen Funken.
Nach wochenlangem Corona-Shutdown läuft die Wirtschaft – und damit auch der Arbeitsmarkt – in Sachsen-Anhalt wieder an. Bildrechte: MDR/Unsplash/Christopher Burns

Die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt ist – entgegen dem bundesweiten Trend – im Juni wieder leicht gesunken. Rund 90.600 Menschen waren im vergangenen Monat arbeitslos gemeldet, 1.100 weniger als im Mai, gleichzeitig aber auch 12.500 mehr als im Juni 2019. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Halle mit. Die Momentaufnahme vom Juni zeige, dass der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt auf die weitläufigen Erschütterungen durch die Corona-Pandemie eine unerwartet positive Entwicklung nehme.

Die Arbeitslosenquote sank von 8,2 Prozent im Mai auf 8,1 Prozent im Juni. Zum Vergleich: Im Juni 2019 lag die Quote noch bei 7,0 Prozent.

Wie die Lage in Ihrer Region ist und wie sich die Arbeitslosenquote in den vergangenen Monaten entwickelt hat, können Sie den folgenden Grafiken entnehmen:

"Die Nachfrage nach Arbeitskräften nimmt deutlich zu, die Beschäftigten in Kurzarbeit werden weniger", sagte Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion der Deutschen Presseagentur (dpa). Bedingt durch die Corona-Pandemie sei in Sachsen-Anhalt allerdings die Zahl der Arbeitslosen von März bis Juni um 19.000 gestiegen. Ohne Kurzarbeit wäre es noch schlimmer, so Behrens weiter. Hintergrund ist, dass Arbeitgeber die Kurzarbeit nutzen um in der Corona-Krise Entlassungen zu vermeiden.

Arbeitgeber sind wieder auf der Suche

Ein Anzeichen dafür, dass die Wirtschaft nach teilweisem Stillstand wieder hochfahre, ist die Tatsache, dass Arbeitgeber im Juni 4.600 neue Stellen gemeldet haben. Das sind 1.500 mehr als noch im Mai. Gesucht werden nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit Beschäftigte im öffentlichen Dienst wie Lehrer, sowie in den Bereichen Arbeitnehmerüberlassung, Handel, Gesundheits- und Sozialwesen. Zudem stellten Arbeitgeber im Juni nur noch 400 Anträge auf Kurzarbeitergeld, von März bis Mai waren es 22.500.

Aufgrund seiner kleinteiligen Wirtschaftsstruktur sei Sachsen-Anhalt nicht so stark von den Einschränkungen der Pandemie getroffen worden wie beispielsweise Bayern und Baden-Württemberg, wo große Unternehmen der Autoindustrie ansässig sind, sagte der Geschäftsführer der Regionaldirektion Behrens.

Momentan befinde sich der Arbeitsmarkt in einer Phase des vorsichtigen Abwartens, wie druckvoll die Wirtschaft wieder hochfahren kann, und wie sich die gesundheitliche Gesamtlage entwickele. Sollte die Nachfrage nach Arbeitskräften anhalten, könne sich die Arbeitslosigkeit im Land "positiv rückwärts" entwickeln und es einen "belebenden Herbst" geben.

Mehr Arbeitslosigkeit, weniger Kurzarbeit

Bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen wegen der Folgen der Corona-Krise im Juni gestiegen. Rund 2,853 Millionen Menschen waren ohne Job, 40.000 mehr als im Mai und 637.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg binnen eines Monats um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit wurde vom 1. bis einschließlich 25. Juni deutschlandweit für 342.000 Menschen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Im Mai waren es noch 1,14 Millionen, im März und April zusammen 10,66 Millionen.

Quelle: dpa/MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. Juli 2020 | 10:00 Uhr

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