Auto Reperatur in einer Werkstatt
In Halle kommen mehr Autos direkt durch den TÜV als in Magdeburg. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Statistik TÜV: Mehr Autos mit Mängeln in Magdeburg als in Halle

Autos in Halle weisen bei TÜV-Kontrollen weniger Mängel auf als Autos in Magdeburg. Fast 90 Prozent bekamen direkt eine neue Plakette – in Magdeburg schafften es im ersten Anlauf nur etwa 60 Prozent durch die Kontrolle. Insgesamt hat der Anteil der Autos mit Mängeln im Vergleich zum Vorjahr abgenommen.

Auto Reperatur in einer Werkstatt
In Halle kommen mehr Autos direkt durch den TÜV als in Magdeburg. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

In Magdeburg ist im vergangenen Jahr etwa jedes dritte Auto durch die Hauptuntersuchung beim TÜV gefallen. Bei 38,6 Prozent der Fahrzeuge wurden erhebliche Mängel festgestellt. Zwei Autos waren sogar "völlig verkehrsunsicher". Das teilte der TÜV Nord am Mittwoch mit. Immerhin 61,3 Prozent aller geprüften Fahrzeuge an der TÜV-Station Magdeburg bekamen sofort die Plakette mit zweijähriger Gültigkeit.

In Halle ist die Bilanz an der TÜV-Station der Statistik des TÜV Nord zufolge besser als in der Landeshauptstadt: Hier hatten nur 12,1 Prozent der geprüften Autos erhebliche Mängel. 87,9 Prozent bekamen dagegen direkt die nächste TÜV-Plakette. Ganz ohne Mängel waren dabei 61,6 Prozent der Autos.

Bei der TÜV-Station in Dessau waren 78,5 Prozent der getesteten Autos ohne gravierende Mängel. Bei 21,5 Prozent der Fahrzeuge stellten die Prüfer erhebliche Mängel fest. Insgesamt sinkt bereits seit fünf Jahre in Folge der Anteil der Autos, die mit erheblichen Mängeln zur TÜV-Untersuchung kommen, teilte der TÜV Nord mit.

Gründe für unterschiedliche Zustände der Autos nicht erfasst

Wie viele Autos an den drei Stationen jeweils getestet wurden, hat der TÜV Nord nicht mitgeteilt. Auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT hieß es, dass es sich dabei um Marktdaten handele, die man nicht veröffentliche. An jeder Station seien mehrere Tausend Wagen getestet worden; in Halle dabei etwa anderthalb Mal so viele wie in Magdeburg.

Die Prüfmodalitäten an den Stationen in Magdeburg und Halle sind nach Angaben des TÜV Nord gleich. Daher müsse der Anteil der Autos mit erheblichen Mängeln mit den Autos zusammenhängen, die an den jeweiligen Stationen getestet würden, so der TÜV Nord.

Pkw, die in Magdeburg getestet werden, sind durchschnittlich 10 Jahre alt. In Halle sind sie mit durchschnittlich 9,4 Jahren etwas neuer. Allerdings sind die Autos, die in Dessau getestet werden, im Schnitt sogar 10,9 Jahre alt. Dort aber liegt der Anteil der Wagen mit erheblichen Mängeln unter der Magdeburger Quote. "Warum die Fahrzeuge in unterschiedlich gutem Zustand an die TÜV-Station kommen, hat sicherlich viele, viele verschiedene Gründe. Diese werden aber nicht statistisch erfasst", so der Sprecher des TÜV Nord.

Meist Mängel beim Licht

Ein Mechaniker wechselt an einem Kfz den Scheinwerfer.
Am häufigsten sind Mängel beim Licht. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Der TÜV Nord erfasst Mängel in unterschiedlichen Kategorien. Dazu zählen die Gruppen "Licht, Elektrik", "Umweltbelastung", "Achsen, Räder, Reifen" sowie die neue Kategorie "Gefährliche Mängel“. Dazu zählt beispielsweise, wenn alle Bremslichter an einem Fahrzeug kaputt sind. Am häufigsten sind dem TÜV Nord zufolge Mängel bei der Autobeleuchtung.

Statistik des TÜV Nord Der TÜV Nord untersucht Autos in etwa 200 TÜV-Stationen sowie in mehr als 10.000 Partnerwerkstätten. Die Zahlen für den aktuellen Bericht ergeben sich aus etwa 8,8 Millionen Hauptuntersuchungen, die der TÜV Nord zwischen Mitte 2017 und Mitte 2018 durchgeführt hat.

Dabei fiel jedes fünfte Auto (21,2 Prozent) wegen erheblicher Mängel durch. Im Vorjahreszeitraum waren es 22,1 Prozent. 2014 wurden noch bei einem Viertel der geprüften Autos erhebliche Mängel festgestellt. Weniger als eines von 1.000 geprüften Autos (0,06 Prozent) musste direkt aus dem Verkehr gezogen werden.

Ganz ohne Mängel waren im vergangenen Jahr 66,2 Prozent der vom TÜV Nord getesteten Wagen. Bei 11,7 Prozent der Fahrzeuge sind geringe Mängel festgestellt worden, sodass insgesamt 77,9 Prozent der Autos im ersten Anlauf eine neue Plakette vom TÜV Nord erhalten haben.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. November 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2018, 16:35 Uhr

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1 Kommentar

08.11.2018 20:15 maheba 1

Unterhaltung von Autos kostet Geld. Soll heißen, alte Autos müssen nicht zwangsläufig mehr Mängel haben. Es kommt darauf an was man hineinsteckt (finanziell).
Ich denke mal hier erkennt man eindeutig einen Indikator hinsichtlich Kaufkraft bzw. Verdienst.