Eine Gießkanne steht im Gras
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Trockenheit Experten-Tipps: Erste Hilfe für die Natur

Dürre, Hitze, Brände: Was Sachsen-Anhalter tun können, um ihren Pflanzen, den Vögeln und Feldern bei der anhaltenden Trockenheit etwas Gutes zu tun – und wo sogar Pflichten bestehen. Experten geben Tipps.

Eine Gießkanne steht im Gras
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Felder mit Brandfurchen schützen

Gerade Landwirte sind in diesen Tagen von Trockenheit und Hitze schwer gebeutelt. Nicht nur, dass es Ernteeinbußen gibt. Auch Feldbrände zerstören angebautes Getreide. Um ihre Felder vor zu großer Zerstörung durch Feuer zu schützen sind Bauern angehalten, so genannte Brandfurchen zu ziehen. Darauf hat das Landesagrarministerium hingewiesen.

Ein verbranntes Weizenfeld
Feldbrände brechen zur Zeit häufig in Sachsen-Anhalt aus. Bildrechte: MDR/Matthias Strauss

Laut Waldbrandschutzverordnung ist dies ab Warnstufe 4 sogar Pflicht. Sie ist aktuell im gesamten Land erreicht oder überschritten.

Die Verordnung lege außerdem besondere Regeln für Felder fest, die näher als 30 Meter an einen Wald heranreichen. Unmittelbar nach Anschnitt des Getreides müsse bei hoher Waldbrandgefahr ein Pflugstreifen entlang des Waldes gezogen werden.

Das Ministerium rät, dass Landwirte während ihrer Ernte Löschwasser und Feuerlöscher für Sofortmaßnahmen bereitstehen haben sollten.

Vögel mit Futter versorgen

Unter dem heißen und trockenen Wetter leiden nicht nur die Landwirte und ihre Felder, sondern auch die Vögel – vor allem in Städten. Doch wie lässt sich ihnen helfen? MDR SACHSEN-ANHALT hat bei Christoph Otto vom Umweltamt Dessau nachgefragt. Sein Tipp: Wer einen Garten, Balkon oder Terasse hat, sollte einfach eine Wasserstelle einrichten.

Sperlinge sitzen an einer Vogelkrippe und picken Vogelfutter.
Die Vögel finden zur Zeit weniger Futter. Bildrechte: Imago

Ein Teller mit Wasser genügt. In die Mitte der Schale sollte ein Stein gelegt werden. Der verhindert, dass Insekten im Wasser ertrinken. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden, da sich bei der Hitze schnell Keime bilden. Am liebsten – sagt Otto – mögen Vögel aber Schlammpfützen. Vor allem die Schwalben, die feuchtes Baumaterial für ihre Nester brauchen. Da durch die Trockenheit auch Insekten, wie etwa Mücken weniger werden, fehlt es den Vögeln zudem an fester Nahrung. Otto empfiehlt deshalb schon jetzt Futterstellen einzurichten. Das geht ganz leicht, zum Beispiel mit Sonnenblumenkernen.

Pflanzen richtig gießen

Mitarbeiterin gießt den Rasen im Wörlitzer Gartenreich
Auch im Wörlitzer Gartenreich brauchen die Pflanzen ordentlich Wasser. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Jeder, der einen Garten hat, fragt sich in diesen Tagen besonders, wie er die Pflanzen durch die trockene, brütende Hitze dieses Sommers bringen soll. Gärtnermeister René Wadas hat bei MDR SACHSEN-ANHALT darauf hingewiesen, dass Gartenbesitzer ihre Pflanzen trotz der anhaltenden Hitze nicht täglich wässern sollten. Wadas: "Besser ist es, die Pflanzen im Garten einmal in der Woche richtig zu gießen." Der Grund: Wenn die Pflanzen täglich Wasser bekämen, müssten die Wurzeln kaum noch etwas machen. Wenn sie dagegen nur einmal pro Woche Wasser bekämen, werde dieses in den Wurzeln gespeichert. Das wirke sich positiv auf das Wachstum der Pflanzen aus.

Dass an einigen Bäumen derzeit die Rinde abfällt, ist nach den Worten des Gärtners nicht ungewöhnlich. Gärtnermeister Wadas rief die Menschen dazu auf, sich ein Herz zu fassen und mit gefüllter Gießkanne zur Straße zu gehen, um die Bäume am Straßenrand zu gießen. Wades: "Die Bäume haben dolle Durst."

Ausgetrockneter und gerissener Boden
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Maisfeld, das von der Dürre ausgetrocknet wurde.
Maisfeld, das von der Dürre ausgetrocknet wurde. Bildrechte: Colourbox.de

Quelle: MDR/mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 19. Juli 2018 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2018, 12:12 Uhr

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1 Kommentar

20.07.2018 13:51 reiner202 1

Bedauert blos nicht die Bauern. Sie sind zum Teil selber Schuld. Wir hatten früher sehr trockene Sommer, aber such Bauern die ihre Arbeit verstanden. Der Boden war nicht so ausgedörrt. Es gab Wechselfruchtanbau.