Segeln für die Umwelt Seekrank und tosende Böen: Seglerin aus Halle über den ersten Monat an Bord

Die Hallenserin Peggy Engelmann ist Teil der 16-köpfigen Crew auf dem Segelfrachtschiff "Avontuur". Ihr gemeinsames Ziel ist die "Mission Zero". Das bedeutet: Sie wollen zeigen, dass Seefracht auch emissionsfrei funktioniert, so wie früher nur mit Segeln und ohne umweltbelastende Schweröle. Einen von sechs Monaten sind sie bereits unterwegs. Das haben sie bisher erlebt.

Das Bild stammt von ihrem ersten Monat an Board. Sechs Monate sollen es insgesamt werde.
Bildrechte: Peggy Engelmann

Vor einem Monat ist die Crew mit ihrem Segelfrachtschiff "Avontuur" aufgebrochen. Am Elsflether Hafen in Niedersachsen ging die Reise los – "mit gemischt frohen Erwartungen bei klammer Morgenluft", wie Peggy Engelmann aus Halle erzählt. Seitdem segeln sie entlang der Westküste Europas Richtung Süden, ihr erster Stopp wird Teneriffa. Ob sie die Insel in den kommenden Tagen oder Wochen erreichen, weiß die Hallenserin bisher nicht. Das hänge vom Wind ab. Mit dem hatten sie zu Beginn anders gerechnet, wollten eigentlich bereits in der Hälfte der Zeit dort sein.

Die Crew ist neben einem Kapitän und einer Köchin in Teams eingeteilt, die abwechselnd als Wachdienst an Deck arbeiten oder in den Kojen schlafen. "Morgens 3.30 Uhr werde ich geweckt, sanft mit Wetteransage, um sich immer richtig gekleidet mit oder ohne Sicherheitsweste an Deck zu begeben", beschreibt Engelmann die Situation an Board. Gerade zu Beginn der Reise hatten einige von ihnen Probleme:

Die ersten drei Tage der Expedition verrichtete die Hälfte der Crew seekrank ihren täglichen Wachdienst, inklusive mir. Teils hing ich, wie die anderen auch, an der Reling, kopfüber.

Peggy Engelmann Crew-Mitglied der "Avontuur"

Gefährliche Reise

Das Bild stammt von ihrem ersten Monat an Board. Sechs Monate sollen es insgesamt werde.
Neben den Gefahren gibt es auch schöne Momente für die Crew. Bildrechte: Peggy Engelmann

Auf dem Weg nach Teneriffa segelten sie bei tosenden Böen erst entlang der Niederlande, dann Richtung Biskaya. Das ist "Frankreichs abenteuerlichster Küstenbereich, eine Herausforderung für viele Schiffe und selbst erfahrene Seeleute", erklärt die Hallenserin. Ihre Reise ist teilweise ganz schön gefährlich: "Abhängig von den Winden lehrt uns das Meer, wie klein wir sind und wie entscheidend, eine einzige Sekunde für die Existenz unserer Selbst und unser aller Sein, sein kann." Gleichzeitig gibt es aber auch schöne Momente: Naturschauspiele, Sonnenauf- und Sonnenuntergänge.

Im Sommer 2020 planen sie in Hamburg einzulaufen und von ihrer Reise oder auch "Expedition für eine bessere Zukunft", wie Engelmann sagt, zurück zu sein. Ob der Zeitpunkt gelingt, entscheidet der Wind.

Quelle: MDR/jd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. Januar 2020 | 08:00 Uhr

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