Aktuelle Zahlen vom Umweltbundesamt Nach Feinstaub-Rekorden zu Silvester: Luftqualität wieder besser

Wenn zum Jahreswechsel ungezählte Raketen in die Luft fliegen und Böller geworfen werden, erschreckt das nicht nur Tiere – es hat auch Auswirkungen auf die Feinstaubbelastung. Nachdem die Luftqualität in Sachsen-Anhalt zu Neujahr besonders schlecht war, gibt es nun Entwarnung.

Silvesterfeuerwerk
Sieht schön aus, schadet aber der Umwelt: Feuerwerk zum Jahreswechsel lässt die Feinstaubbelastung drastisch ansteigen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am zweiten Tag des neuen Jahres ist die Feinstaubbelastung in weiten Teilen Sachsen-Anhalts wieder zurückgegangen. Das zeigen aktuelle Daten, die das Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau am Donnerstag erhoben hat. Danach war die Luftqualität in Dessau beispielsweise gut. Für Halle, Magdeburg, Wittenberg, Wernigerode und Aschersleben wurden am frühen Abend "mäßige" Werte gemeldet. Die Luftqualität setzt sich aus der Konzentration von Stickstoffoxid, Ozon und Feinstaub in der Luft zusammen. Gut war die Qualität der Luft demnach in Halberstadt, Stendal-Stadtsee oder Bernburg.

Luft zu Neujahr in Bernburg besonders schlecht

Dort war die Luft am Neujahrstag noch weitaus schlechter: In Bernburg hatte das Umweltbundesamt einen Rekordwert von mehr als 120 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Das ist nach Angaben des Umweltbundesamtes mehr als doppelt so hoch wie erlaubt. Noch höher waren die Werte in der Silvesternacht. Ähnlich extrem war die Belastung demnach in Magdeburg-West. Auch in Halle, Dessau, Wittenberg, Burg und Aschersleben war die Luft zu Neujahr deutlich schlechter als üblich. Besser sei die Lage in Weißenfels, Stendal, Zeitz oder Bitterfeld-Wolfen gewesen.

Stichwort: Das ist Feinstaub

Bei Feinstaub handelt es sich um kleinste Teilchen. Je nach Größe können diese nicht nur tief in Lunge und Bronchien, sondern auch ins Blut gelangen und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems hervorrufen. Jede Menge winziger Staubpartikel entstehen zum Beispiel auch, wenn Reifen über den Asphalt schnurren, wenn im Ofen Holz verkohlt oder wenn die Hüllen von Raketen aufgerissen werden.

Eine ernsthafte Gesundheitsgefahr durch Feinstaub in der Silvesternacht sehen die Experten des Umweltbundesamts allerdings nicht. Verletzungen durch Raketen oder Böller wögen verglichen dazu vermutlich schwerer, hieß es. Insgesamt sei die Feinstaubbelastung in Deutschland in den vergangenen Jahren spürbar gesunken. Der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Tagesmittel werde an vielen Messstellen selten oder gar nicht an mehr als 35 Tagen im Jahr überschritten.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. Januar 2020 | 05:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Januar 2020, 17:45 Uhr

4 Kommentare

Gustaf vor 7 Wochen

Also die Schuldigen stehen ja schon lange fest. Es sind das Sylvesterfeuerwerk einmal im Jahr und natürlich der Individualverkehr. Schon klar. Busse, Straßenbahnen und Züge erzeugen aber auch Unmengen an Feinstaub. Busse durch veraltete Antriebe und DURCH DIE BREMSEN und den REIFENABRIEB. Bei Schienenfahrzeugen sind die Bremsen auch für Feinstaub verantwortlich.

Bernd L. vor 7 Wochen

Die Feinstaub- und Klimahysterie nimmt langsam paranoide Züge an. Unsere Luft hat sich in den letzten Jahrzehnten gewaltig verbessert, auch die Feinstaubwerte.

MDR-Team vor 7 Wochen

Für die weitere Verbesserung der Feinstaubwerte ist es doch sinnvoll, diese weiter im Blick zu haben, oder?

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