Feuerwehr beim reinigen eines Fußweges
In Völpcke im Landkreis Börde drückte das Wasser große Mengen Dreck und Schlamm in die Ortschaft. Bildrechte: Matthias Strauß

Unwetterbilanz Gewitter ziehen über Teile Sachsen-Anhalts hinweg

In der Nacht zu Mittwoch hat es in Teilen Sachsen-Anhalts Gewitter mit Starkregen gegeben. Schäden werden etwa aus der Altmark, dem Landkreis Börde und aus Dessau gemeldet. Berichte über Verletzte gibt es nicht. Schon ab Mittwochnachmittag soll es erneut Unwetter geben. Der Regen lässt die Waldbrandgefahr sinken.

Feuerwehr beim reinigen eines Fußweges
In Völpcke im Landkreis Börde drückte das Wasser große Mengen Dreck und Schlamm in die Ortschaft. Bildrechte: Matthias Strauß

Gewitter mit starkem Regen haben in der Nacht zu Mittwoch für viele Feuerwehreinsätze in Sachsen-Anhalt gesorgt. Stark getroffen hat das Unwetter Dessau-Waldersee. Dort hat ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus eingeschlagen und den Dachstuhl in Brand gesteckt. Die Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Das Feuer war allerdings erst am frühen Morgen gelöscht. Nach Angaben der Polizei ist das Haus nun unbewohnbar. Der Schaden wird auf 600.000 Euro geschätzt.

Auch im Landkreis Börde hatten die Feuerwehrleute viel zu tun. Wie die Rettungsleitstelle MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, liefen dort mehrere Keller voll. In Eimersleben schlug ein Blitz in eine Scheune ein und setzte sie in Brand. In Völpke überflutete Schlamm von einem Acker die Bundesstraße 245. In Breitenhagen im Salzlandkreis brannte nach einem Blitzschlag ein Baum. In Schneidlingen wurde ein Gehöft überflutet.

Regenmassen Unwetter über Sachsen-Anhalt

Feuerwehr beim Einsatz im Starkregen.
Ein heftiges Gewitter ist in der Nacht zum Mittwoch über den Landkreis Börde gezogen. Durch die Wassermassen kam es auf etlichen Straßen zu Behinderungen durch Aquaplaning. Betroffen war auch die Autobahn 2. In Eimersleben schlug ein Blitz in eine Scheune ein und die Scheune fing Feuer. Etwa 30 Kameraden der Feuerwehr konnten den Brand schnell löschen. Bildrechte: Matthias Strauß
Feuerwehr beim Einsatz im Starkregen.
Ein heftiges Gewitter ist in der Nacht zum Mittwoch über den Landkreis Börde gezogen. Durch die Wassermassen kam es auf etlichen Straßen zu Behinderungen durch Aquaplaning. Betroffen war auch die Autobahn 2. In Eimersleben schlug ein Blitz in eine Scheune ein und die Scheune fing Feuer. Etwa 30 Kameraden der Feuerwehr konnten den Brand schnell löschen. Bildrechte: Matthias Strauß
Regen an einer Tankstelle.
In Uhrsleben schütteten die Wassermassen durch das Dach einer Tankstelle. Bildrechte: Matthias Strauß
Eine Garage unter Wasser und Schlamm.
In der Gemeinde Völpke hatte der Regen auch Schlamm von den Äckern in den Ort gespült. Einige Garagen und Keller liefen voll. Bildrechte: Matthias Strauß
Wasser in der Garage
Grund: Viele Gullis waren durch den Schlamm völlig verstopft. Bildrechte: Matthias Strauß
Feuerwehr beim Reinigen eines Fußweges
Die Feuerwehrleute hatten mehrere Stunden damit zu tun, die Straßen vom Schlamm zu befreien. Bildrechte: Matthias Strauß
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Im Landkreis Stendal und im Altmarkkreis Salzwedel gab es ebenfalls Schäden durch Regen und Sturmböen. Laut Feuerwehr stürzten Bäume um, Keller mussten ausgepumpt werden.

Sachsen-Anhalts Süden ist im Vergleich zu den anderen Landesteilen glimpflich davongekommen. Allerdings musste im Landkreis Mansfeld-Südharz die Straße zwischen Harkerode und Welbsleben wegen Unterspülung gesperrt werden. Am Flughafen Leipzig/Halle konnten wegen heftiger Gewitter mehrere Flugzeuge nicht planmäßig landen.

Weitere Gewitter im Anmarsch

Auch für Mittwoch erwartet der Deutsche Wetterdienst erneut schwere Unwetter. Betroffen seien der Altmarkkreis Salzwedel, der Burgenlandkreis, der Saalekreis, der Salzlandkreis, die Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Börde, Jerichower Land und Stendal, Wittenberg sowie die Städte Dessau-Roßlau, Halle und Magdeburg.

Demnach entwickeln sich ab dem Nachmittag wieder teils heftige Gewitter. Möglich seien größere Hagelkörner (zwei bis fünf Zentimeter), Starkregen und Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 120 km/h. In der Nacht zu Donnerstag sollen die Gewitter Richtung Polen abziehen.

Die aktuellen Unwetter-Informationen

Legende

Keine Warnungen Vorabinformation Unwetter Wetterwarnungen (Stufe 1) Warnungen vor markantem Wetter (Stufe 2) Unwetterwarnungen (Stufe 3) Warnungen vor extremem Unwetter (Stufe 4) Hitzewarnung UV-Warnung

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) informiert laufend über die Warnsituation in Deutschland. Regionale Warnungen werden sehr kurzfristig herausgegeben, um möglichst genau sein zu können. Wenn Sie einen Punkt auf der Karte auswählen, werden Ihnen die entsprechenden Warnungen angezeigt.

Situation in den Wäldern entspannt sich

Derweil ist in vielen Landesteilen die Waldbrandgefahr gesunken. Nach Behördenangaben gilt derzeit in Stendal sowie den Landkreisen Börde und Jerichower Land die Warnstufe drei von fünf. In den übrigen Gebieten gelten seit Mittwoch die Warnstufen eins bzw. zwei.

Sachsen-Anhalt-Karte mit den Waldbrandwarnstufen am 11.06.2019.
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr
Sachsen-Anhalt-Karte mit den Waldbrandwarnstufen am 11.06.2019.
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr
Sachsen-Anhalt-Karte mit den Waldbrandwarnstufen am 12.06.2019.
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr
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Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Juni 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2019, 14:46 Uhr

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3 Kommentare

13.06.2019 14:29 Eulenspiegel 3

Hallo Tim, hallo W. Merseburger
Ja wir sind ein freiheitlich, demokratisches Land. Hier kann jeder seine Meinung vertreten. Und es gibt kein Gesetz das einen verpflichtet sich mit seiner Meinung an den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu halten. Man darf auch eine Meinung haben die dem genau entgegen steht. Es gibt auch kein Gesetz das alle Bürgern dazu verpflichtet zu akzeptieren das zwei mal zwei vier ist. Darum weiter so. Das ist hier Recht.

12.06.2019 15:26 W. Merseburger 2

An @ 1 Tim,
ich freue mich über ihren feinen Humor, denn sie haben recht vor 10 Jahren und auch noch früher entsprach das Wetter den heute so oft herangezogenen Mittelwerten, nie gab es Abweichungen, nie überflutete Keller usw. Hochwasser wie 2013 hat es vor 10 Jahren und früher nie gegeben; die Talsperren waren reine Geldverschwendung. Heute hat auch in der MZ ein Leser treffend geschrieben, die nächste Dürre steht unmittelbar bevor und der Ausbau des Airports Leipzig/Halle beschleunigt zusätzlich diese Dürre. Ich frage mich, welche Partei macht ständig mit den Wetterkapriolen und der Angst davor gutes Wählergeschäft?

12.06.2019 12:51 Tim 1

So langsam verstummen die Klimakatastrophenleugner. Horrorgewitter, Sintflutregen, unmenschliche Hitze, all das gab es vor 10 Jahren noch nicht. Wir müssen endlich!! handeln. Nur die CO2 Steuer kann unseren Planeten noch retten.