Erster Herbststurm des Jahres Sturmtief "Mortimer": Ein Toter, umgestürzte Bäume und Zugausfälle

Im Landkreis Wittenberg ist durch Sturmtief "Mortimer" ein Mann ums Leben gekommen. Der 41-Jährige wurde in seinem Auto von einem umstürzenden Baum eingeklemmt. Landesweit kam es zu Behinderungen durch umgestürzte Bäume und Äste. Im Norden fielen Züge aus. Im Harz wird vor dem Betreten der Wälder gewarnt.

Feuerwehrleute beseitigen umgestürzte Bäume auf einer Straße
In Ottleben in der Börde war am Montagmorgen ein großer Baum auf die viel befahrene Landstraße 104 gekracht. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute beseitigen umgestürzte Bäume auf einer Straße
In Ottleben in der Börde war am Montagmorgen ein großer Baum auf die viel befahrene Landstraße 104 gekracht. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute zersägen umgekippten Baum auf Straße.
Kurz darauf stürzten drei weitere Bäume nacheinander auf die Fahrbahn. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Äste und Feuerwehr auf regennasser Straße
Laut den Einsatzkräften vor Ort wurde niemand verletzt, alle Autos kamen rechtzeitig zum Stehen. Allerdings musste die Straße für zwei Stunden gesperrt werden. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Bagger bei Bergung eines umgestürzten Baumen
Ein weiterer Baum drohte zu entwurzeln und musste gefällt werden. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Feuerwehrleute zersägen umgekippten Baum auf Straße
Neben der Feuerwehr halfen auch die Mitarbeiter eines Agrarbetriebes mit schwerem Gerät bei der Beseitigung des Schadens. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Sturm wirbelt unter Plane, die gestapeltes Heu abdeckt.
Auf einem Feld in der Nähe wirbelt der Wind unter die Planen, die das Heu schützen sollen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Abgebrochene Äste liegen vor dem Funkhaus.
Auch vor dem MDR-Funkhaus in Magdeburg liegen abgebrochene Äste. Bildrechte: MDR/Alisa Sonntag
Feuerwehrleute sammeln Äste an Straßenrand ein
Auch in Klein-Rodensleben in der Börde musste die Feuerwehr ausrücken. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Feuerwehr zersägt Baum, der auf eine Garage gekippt war
Dort waren Teile eines entwurzelten Baumes auf eine Garage gefallen. Verletzt wurde niemand. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Feuerwehrleute sammeln Äste an Straßenrand ein
Auf vielen Straßen des Landes stellten herumfliegende Äste eine ständige Gefahr für die Autofahrer dar. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Ein Regenbogen über einem Feld
Die andere Seite des Sturmtiefs: Noch am Sonntagabend zierte ein Regenbogen den Himmel über Harz und Börde. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Ein Campingpavillon ist halb umgeweht
Bei Natalie Kohl in Irxleben hat der Sturm den Pavillon im Garten umgeweht. Bildrechte: MDR/Natalie Kohl
Von einem Baum sind große Stücke Holz herausgebrochen
Im Magdeburger Garten der Eltern von Melanie Kühling sind von einer Weide einige Äste abgebrochen. Bildrechte: MDR/Melanie Kühling
Eine umgeknickte Rotbuche an einer Straße
In Dessau-Roßlau ist eine große Rotbuche am Straßenrand umgeknickt. Bildrechte: MDR/Heike Streubel
Und in Neuermark-Lübars im Landkreis Stendal wurde das Hochzeitsgeschenk für ein Paar vom Sturm "geköpft" – jedenfalls ein Teil davon.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE – 30. September 2019 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/aso,agz,ld
Bildrechte: Facebook/Varenamienena Nameint
Alle (15) Bilder anzeigen

In Sachsen-Anhalt ist ein Mensch durch Sturmtief "Mortimer" ums Leben gekommen. Wie ein Polizeisprecher MDR SACHSEN-ANHALT sagte, wurde ein 41-jähriger Mann von einem Baum in seinem Auto eingeklemmt. Er starb noch an der Unfallstelle, nachdem er von den Rettungskräften geborgen wurde. Der Unfall ereignete sich auf der L124 zwischen Nudersdorf und Straach im Landkreis Wittenberg.

Auf einer Landstraße bei Möckern im Jerichower Land wurde ebenfalls ein Auto von einem Baum getroffen. Das Fahrzeug wurde stark beschädigt, der Fahrer blieb unverletzt. Auch auf einen Polizeitransporter krachte auf der B187 Richtung Wittenberg ein Baum hinunter, wie die Polizei mitteilte. Menschen wurden dabei nicht verletzt. Auch nicht im Landkreis Börde, wo meherere Bäume auf die viel befahrene Landstraße 104 bei Ottleben stürzten. In Magdeburg war laut Verkehrsbetriebe der Straßenbahnverkehr eingeschränkt, weil Bauzäune auf die Gleise geweht sind.

Sturmschäden halten sich in Grenzen

Kräftige Stürme waren seit der Nacht zum Montag über das Land gezogen. Der Magdeburger Zoo blieb aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Zahl der Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdiensten hielt sich aber in Grenzen.

In der Altmark seien die Hilfskräfte zehn Mal ausgerückt, sagte der Leiter der Integrierten Leitstelle Altmark, Matthias Wollenheit. Im Harz waren es bis zum Mittag 19 Einsätze, in Magdeburg 16, wie es aus den jeweiligen Leitstellen hieß. Es seien vor allem umgefallene Bäume von Straßen geräumt worden. In Halberstadt wurde ein Trampolin vom Sturm erfasst, Einsatzkräfte sammelten es neben einer Bahnstrecke auf.

Warnung vor Betreten der Wälder

Auf dem Brocken sorgte "Mortimer" für besonders hohe Windgeschwindigkeiten: Der Deutsche Wetterdienst sprach von um die 145 Kilometer pro Stunde. Die Verwaltung des Nationalparks Harz warnte Besucher vor Wanderungen auf den höchsten Berg Norddeutschlands. Es könnten jederzeit Bäume umstürzen.

Von Dienstag an sollte sich die Wetterlage laut DWD aber wieder entspannen. Dann sei nur noch mit einem mäßigen Südwest-Wind zu rechnen.

Zudem warnte die Polizei vor Starkwinden auf den Autobahnen. Die Beamten appellierten, langsamer und vorsichtiger als sonst zu fahren. Lastwagen könnten von den Fahrspuren abkommen und sogar umkippen.

Vor allem Bahnkunden betroffen

Durch den heftigen Sturm kam es am Montagmorgen auch zu Einschränkungen bei der Deutschen Bahn. Im Norden des Landes hatte das Unternehmen den Fernverkehr teilweise eingestellt. Inzwischen wurde der Bahnverkehr aber weitgehend wieder aufgenommen. Es kann aber noch zu Verspätungen kommen. Betroffene können ihre Tickets kostenlos stornieren.

Fähren stellen Betrieb ein

Sturmtief "Mortimer" wirkte sich auch auf den Fährbetrieb in Sachsen-Anhalt aus. Laut Mitteilung haben die Elbefähren Aken, Coswig, Elster und Prettin ihren Betrieb eingestellt. Landesweit fährt derzeit lediglich noch die Fähre in Sandau im Norden des Landes.

Brockentouristen von Sturm überrascht

Bereits am Sonntag wurden einige Brockentouristen von heftigen Böen auf dem Brockengipfel überrascht. Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunden hatten besonders Kinder und ältere Menschen Probleme, sich auf den Beinen zu halten.

Quelle: MDR/agz, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. September 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2019, 16:24 Uhr

2 Kommentare

fcm-magdeburg vor 6 Wochen

Herr/ Frau Pit
Die DB hat tausende Kilometer von Gleise mit Elektroleitung und dem entsprechend Grünwuchs. Da ich selbst eins mal dort gearbeitet habe, weiß ich welcher Aufwand, auch mit Technik es kostet nur 1 Kilometer Grünschnitt und Bäume an der Gleisstrecke zu entfernen und das bei jeden Wetter. Jede Großstadt hat so 30 Leute unter Vertrag und so mancher hat nach kurzer Zeit aufgegeben, weil das nicht nur eine schwere körperliche Arbeit ist, sondern man muss auch das Bahngeschäft kennen. Arbeiten Sie mal bei 40 C in der Sonne mit voller Ausrüstung im Bahnkessel und räumen sie mal alles aus den Gefahrenbereich raus und das 8 Stunden, dann werden Sie das nicht noch mal schreiben.

pit vor 6 Wochen

DB ist mit der Elektrifiezierung sehr angreifbar geworden. Jedes laue Lüftchen bringt bei der DB die Fahrpläne durcheinander und es kommt zu Ausfällen. Was passiert eigentlich bei anderen Katastrophen ,z B. Bei längeren Stromausfällen wegen Flaute ohne Kraftwerke und Importe. Bei der gegenwärtigen Politik und dem unfertigen Klimapaket aber durchaus möglich. Dtschl. macht sich in dieser Beziehung vom Ausland sehr abhängig.
Von weitsichtiger Politik kann man wohl nicht sprechen. Wer den letzten Krieg erlebt hat, weiss die DR hat mit ihrem Fuhrpark an Dampf und Dieselloks den Verkehr aufrechterhalten,was nur mit E-Loks wohl nicht möglich sein würde.
Die Politik muss hier noch viel Schularbeiten machen.


Mehr aus Sachsen-Anhalt