Fragen an den Magdeburger Glücksforscher Jan Delhey

Im Glücksatlas der Deutschen Post 2018 werden erneut Faktoren für ein glückliches, zufriedenes Leben beleuchtet. Der Soziologe und Glücksforscher Jan Delhey von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sagt, dass Lebenszufriedenheit wichtiger ist als der euphorische Ausnahmezustand und rät zu realistischen Zielen und genügend Schlaf.


Was ist Glück?

Der Soziologe und Glücksforscher an der von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Jan Delhey erklärt, dass es neben dem vorübergehenden Glücksmoment stärker um die Lebenszufriedenheit gehen müsse. Diese wirke "längerfristig" als "stark schwankende Glücksgefühle", sagte der Wissenschaftler.


Was ist Zufriedenheit?

Zufriedenheit sei "das wertvollere Ziel" als euphorische Augenblicke des Glücks, sagt Jan Delhey, Forscher an der Uni Magdeburg. Aus seiner Forschung habe der Soziologe den Schluss gezogen, dass es für Lebenszufriedenheit drei Pfeiler gebe – das Haben, das Lieben und das Sein. So seien zum einen materielle Faktoren wie Einkommen, Vermögen und Lebensstandard wichtig, zum anderen aber auch Partnerschaften und Freundschaften sowie Unterstützungsnetzwerke. Mit dem Oberbegriff "Sein" fasst Delhey Faktoren wie den Lebensstil und erfüllende Aktivitäten zusammen. Auch die Frage, ob jemand in seinem Leben einen Sinn sehe, sei wichtig für die Lebenszufriedenheit.


Was ist Unglück?

Als Glückskiller nennt Delhey "Arbeitslosigkeit und tiefere Armut". Es gibt ihm zufolge aber auch Glückshemmer, die jeder problemlos selbst beeinflussen könne. So machten zu wenig Schlaf und eine achtlose Ernährung ebenso unglücklich wie übertriebene Forderungen an sich selbst. "Sich unrealistische Ziele zu setzen, ist ein Weg ins Unglück", warnte Delhey. Auch ständige Vergleiche mit reicheren, durchweg erfolgreicheren Menschen seien kontraproduktiv. Bei realistischen Zielen könne "das Sich-Selber-Fordern aber auch positive Wirkung" haben, sagte der Magdeburger Glücksforscher.

Quelle: afp/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Oktober 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2018, 16:18 Uhr