Eröffnung einer Wasserstofftankstelle in Halle-Neustadt.
Die neue Wasserstoff-Tankstelle in Halle Bildrechte: MDR/Stephan Burghardt

Tankstelle und Testgelände eröffnet Wasserstoff: Sachsen-Anhalt und die alternative Energiequelle

Fridays for Future mal anders: In Halle ist am Freitag die zweite Wasserstoff-Tankstelle des Landes eröffnet worden. In Bitterfeld ist eine Wasserstoff-Testanlage in Betrieb gegangen, die Grundlagenforschung zu der umweltfreundlichen Energiequelle durchführen soll.

Eröffnung einer Wasserstofftankstelle in Halle-Neustadt.
Die neue Wasserstoff-Tankstelle in Halle Bildrechte: MDR/Stephan Burghardt

Wasserstoff ist eine Energiequelle – und im Bereich Mobilität eine klimafreundliche Alternative zu Benzin oder Diesel. In Halle-Neustadt gibt es seit Freitag eine Wasserstoff-Tankstelle. Die Tankstelle wird von der Firma H2 Mobility betrieben. Lorenz Jung von H2 Mobility erklärt, dass Halle unter 30 Mitbewerbern als Tankstellenstandort ausgewählt wurde, weil das Konzept innovativ gewesen sei: Kooperationspartner aus Industrie und Forschung seien eingebunden. Zudem wollten die Stadtwerke Halle und ein Carsharing-Angebot ihre Flotte um Wasserstoff-Fahrzeuge ergänzen.

So fährt ein Auto mit Wasserstoff

Fahrzeuge mit einem Wasserstofftank haben eine Brennstoffzelle, in der Wasserstoff und Sauerstoff aus der Luft reagieren. So entsteht Energie, die den Motor des Autos antreibt. Aus dem Auspuff der leisen Fahrzeuge kommt lediglich Wasserdampf – und kein klimaschädigendes CO2 oder andere Schadstoffe. Mit einer Wasserstoff-Tankfüllung kommt man laut H2 Mobility etwa 500 bis 700 Kilometer weit. Anders als das Aufladen der Batterie von Elektroautos dauert das Volltanken nur etwa fünf Minuten.

Die Station in Halle ist erst die zweite Wasserstoff-Tankstelle des Landes. Eine weitere steht seit November 2018 in Magdeburg. Deutschlandweit gibt es derzeit 70 Stationen. Bis 2023 will die Firma H2 Mobility ein Netz von 400 Wasserstoff-Tankstellen aufgebaut haben.

Wasserstoff-Testgelände im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen

Am Freitag ist auch die Wasserstoff-Testinfrakstruktur "Hypos: H2-Netz" der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Gas mbH (Mitnetz Gas) im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen in Betrieb genommen worden. Das Energieunternehmen hat dafür 3,8 Millionen Euro Forschungsmittel vom Bund bekommen.

Anlagenteile der Wasserstoff-Infrastruktur auf dem Testgelände in Bitterfeld-Wolfen: oberirdische Rohrbrücke und Gasdruckregelanlage
Oberirdische Rohre auf dem Testgelände in Bitterfeld-Wolfen Bildrechte: Michael Setzpfandt

Mitnetz Gas will in den kommenden zwei Jahren in Bitterfeld die Verteilung von Wasserstoff im ländlichen Bereich testen. Auf 12.000 Quadratmetern haben Bauarbeiter etwa 1,4 Kilometer Leitungen gelegt und Stationen für mögliche Verbraucher aufgebaut. Simuliert wird ein Dorf, das komplett mit Wasserstoff versorgt wird. Der Test soll klären, wie die Kunststoffrohre reagieren und welchen Einfluss das Wetter auf die oberirdischen Anlagen hat. Der Wasserstoff wird von einem Unternehmen im Chemiepark eingespeist.  

Wie wird Wasserstoff hergestellt?

Wasserstoff ist das leichteste chemische Element. Es kann aus Wasser hergestellt werden. Dazu muss Wasser in seine Bestandteile – Wasserstoff und Sauerstoff – aufgespalten werden. Dafür wird Energie benötigt. Werden erneuerbare Energien wie Wind- oder Solarstrom genutzt, ist Wasserstoff emissionsfrei herstellbar, also ohne dass klimaschädliches CO2 entsteht.

Wasserstoff kann aber auch aus Erdgas gewonnen werden. Er fällt zum Beispiel im Chemiepark Leuna in hohen Mengen als Nebenprodukt bei der Chlor-Alkali-Elektrolyse an. Diese Art der Wasserstoff-Gewinnung ist nicht CO2-neutral.

Haseloff will Wasserstoff-Infrastruktur aufbauen

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) war bei den Eröffnungen in Bitterfeld und Halle dabei. Haseloff sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir brauchen eine Wasserstoff-Infrastruktur, die derjenigen ähnlich ist, die wir mit Benzin und Diesel betreiben." Sobald diese Tankstellen-Infrastruktur aufgebaut sei, werde man auch mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge nutzen.

Dirk Hünlich von MITNETZ GAS erklärte MDR SACHSEN-ANHALT, dass die Wasserstoff-Technologie die bedeutendste Rolle für die Zukunft des Energiesystems spiele. Denn mit erneuerbaren Energien könne Wasserstoff hergestellt werden, der wiederum in Industrie, Verkehr und den Haushalten genutzt werden könne. Viele würden zwar vom Elektroauto reden. Laut Hünlich kommt aber die Wasserstoff-Mobilität mehr und mehr in den Fokus. Für 2050 sagte er voraus, dass innerstädtisch vor allem Elektroautos fahren würden, man im Schwerlastverkehr und für längere Distanzen dagegen auf Wasserstoff setzen werde.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 10. Mai 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2019, 08:34 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

14 Kommentare

12.05.2019 19:11 Ekkehard Kohfeld 14

bummmi 13

Wasserstoff ist der Weg in die Zukunft des Automobils. Elektroautos sind niemals massenhaft umsetzbar. Diese ganzen Ladekapazitäten gibt das Stromnetz garnicht her.
Abgesehen von den langen Ladezeiten und Orten bei den vielen Mitewohnungen. Wie soll da eine vernünftige Infrastruktur aussehen.##
Ja das geht schon die schmeißen alle ein Kabeltrommel
aus dem Fenster oder die tanken alle nachts an der Laterne
wer wann dran kommt wird ausgelost nur ganz blöde wenn die Straßenlaterne mir Gas zum leuchten gebtracht wird wie
vielen Städten üblich.Und bei den andern muß man erstmal den Kabelquerschnitt erhöhen damit die menge Strom auch da durch geht,alle Straßen auf neu Kabel rein und wieder zu.
Was da wohl bei rum kommt,und erzeugt werden muß der ganzer Strom ja auch noch,ja wo mit den?Atomkraft?
Das waren selbst sie Schildbürger Waisenknaben gegen solch einen Blödsinn.Warum hat man wohl den Wasserstoff und die Brennstoffzelle in Deutschland so vernachlässigt?

11.05.2019 20:37 bummmi 13

Wasserstoff ist der Weg in die Zukunft des Automobils. Elektroautos sind niemals massenhaft umsetzbar. Diese ganzen Ladekapazitäten gibt das Stromnetz garnicht her.
Abgesehen von den langen Ladezeiten und Orten bei den vielen Mitewohnungen. Wie soll da eine vernünftige Infrastruktur aussehen.
Die Japaner setzen Wasserstoff.

11.05.2019 17:53 Ekkehard Kohfeld 12

Marco 11

Wenn Wasserstoff gegen Batterie angepriesen wird, dann wird oft unterschlagen, dass Wasserstoff plus Brennstoffzelle einfach einen deutlich schlechteren Wirkungsgrad haben. Also nichts mit "Technologie verpennt", sondern pro Kilowattstunde kommt viel weniger raus. Sobald wir die Fossilen Brennstoffe deutlich reduzieren, wird Energie auf absehbare Zeit knapp und wertvoll. Bei allen Nachteilen der Batterietechnik kommt mit Wasserstoff einfach weniger Kilometer pro Euro und weniger Kilometer je kWh Strom auf der Straße an.

Damit hilft nur deutlich weniger Auto, leichtere und langsamere Fahrzeuge, mehr Bahn und Rad und Bus. Also einfach mehr effiziente Mobilität.
##
Und was wollen sie uns damit jetzt sagen das mehr Tonnen an Batterien (Gift) einbauen muß damit man noch weiter noch giftiger kommt oder was?Und noch mehr seltene Erden durch Kinder fördern muß?
Was glauben sie warum die wohl Selten Erden heißen und die Industrie jetzt schon vor Engpässen warnt.