Weihnachtsshopping Verkaufsoffene Sonntage in Sachsen-Anhalt: Wo sie ausfallen – und wo nicht

Vielerorts öffnen die Geschäfte in Sachsen-Anhalt in der Adventszeit normalerweise auch sonntags. Doch weil die Weihnachtsmärkte ausfallen, bleiben die Läden am Sonntag diesmal geschlossen. Zumindest in den größeren Städten.

Weihnachtliche Stimmung auf dem Marktplatz Halle
In Halle fällt nicht nur der Weihnachtsmarkt aus. Auch die Geschäfte bleiben sonntags geschlossen. (Archivbild) Bildrechte: Andreas Manke

In vielen Städten in Sachsen-Anhalt öffnen die Geschäfte im Advent normalerweise auch sonntags zwei oder drei Mal. In diesem Jahr ist das anders. Weil fast überall die Weihnachtsmärkte abgesagt wurden, bleiben auch die Läden am Sonntag zu. Denn rechtlich sind diese Sonntagsöffnungen im Handel immer an besondere Anlässe – wie eben im Dezember die Weihnachtsmärkte – gekoppelt. Die beiden Großstädte Halle und Magdeburg haben nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT deshalb gar nicht erst versucht, Sonntagsöffnungen anzustreben.

In Halle waren die Sonntagsöffnungen schon zur Adventszeit im vergangenen Jahr untersagt. Im September 2020 fiel auch in Magdeburg der Shoppingsonntag nach eine Klage der Gewerkschaft ver.di aus.

Klage gegen Öffnung in Dessau-Roßlau

Andernorts ist die Situation aus Sicht der Gewerkschaft ebenfalls eindeutig: Keine Märkte bedeutet keine zusätzlichen Öffnungen. Das ist der klare Standpunkt, der notfalls auch gerichtlich durchgesetzt werden soll. So wie aktuell in  Dessau-Roßlau. Dort will ver.di verhindern, dass die Geschäfte am dritten Advent öffnen.

Die Lutherstadt Wittenberg hat den Weihnachtsmarkt am Donnerstag abgesagt und entschieden, dass es auch hier keine verkaufsoffenen Adventssonntage geben wird. Wegen der Corona-Infektionsgefahr müssen wir Besucher und Mitarbeiter schützen, sagte Wittenbergs Marketingchef Giorgios Kalaitzis. Für die Altstadthändler kommen die Absagen zur Unzeit, hieß es vom Gewerbeverein.

Harzstädte und ein Shoppingcenter wollen öffnen

Einige kleinere Kommunen planen dennoch, die Öffnung von Geschäften an Adventssonntagen zu erlauben. Dabei haben sie nach Einschätzung eines MDR-SACHSEN-ANHALT-Reporters eine neue Taktik entwickelt, um Klagen von ver.di zu umgehen. So verzichten sie auf große Werbung und kündigen die Shoppingsonntage erst sehr kurzfristig an. Wernigerode will an den kommenden drei Wochenenden die Kultursonntage als Anlass für Öffnungen nehmen.

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In Quedlinburg waren die Läden schon am letzten Sonntag geöffnet. Das ganze soll sich an den kommenden beiden Sonntagen wiederholen. Und auch im Elbepark Hermsdorf an der A2 werden einige Geschäfte offen sein. Die Gewerkschaft ver.di zeigte sich davon überrascht.

Hell erleuchtet ist der Wernigeröder Marktplatz.
Wernigerode will die Öffnung von Läden an Adventssonntagen erlauben. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Handelsverband und Verkaufende sprechen sich für Sonntagsöffnungen aus

Verkäuferinnen und Verkäufer sehen das Ganze offenbar sehr nüchtern. Wer sonntags arbeite, bekomme ordentlich Zuschläge. Deshalb würden viele von ihnen gern auch sonntags die Geschäfte öffnen. Und genau da setzt auch die Kritik der Interessengemeinschaft „Innenstadt Magdeburg“ an. Deren Pressesprecher Arno Frommhagen sagte, einerseits hätten die Gewerkschaften hohe Sonntagszuschläge erkämpft. Um dann aber zu verhindern, dass die Arbeitnehmer davon auch profitieren können. Zwei bis vier Sonntagsöffnungen pro Jahr sollten drin sein, auch ohne besondere Anlässe.

Der Handelsverband würde aktuell ebenfalls Sonntagsöffnungen begrüßen, hieß es. Man geht aber davon aus, das sie unter Corona-Bedingungen keinen großen Effekt hätten. Nach der Pandemie sollte aber Rechtssicherheit für Shopping-Events geschaffen.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Dsas Radio wie wir | 04. Dezember 2020 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

Anhaltiner vor 7 Wochen

So wie aktuell in Dessau-Roßlau. Dort will ver.di verhindern, dass die Geschäfte am dritten Advent öffnen.Wer braucht denn dazu verdi ? Wer sich nicht anstecken bleibt einfach daheim. Basta !!

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