Sachsen-Anhalt: Broschüre "Gut ankommen vor Ort" für Flüchtlinge
Für viele Alltagsfragen steht bereits eine umfangreiche Broschüre in neun Sprachen zur Verfügung. Nun wird an einer App-Variante gearbeitet. Bildrechte: MDR/André Plaul

Hilfe zur Orientierung App soll Flüchtlingen Alltag erklären

Seit 2017 beantwortet eine App Flüchtlingen die wichtigsten Fragen zu ihrem Aufenthalt in Sachsen-Anhalt. Nun will das Sozialministerium nachlegen – mit einem ganzen Alltags-Leitfaden per App.

Sachsen-Anhalt: Broschüre "Gut ankommen vor Ort" für Flüchtlinge
Für viele Alltagsfragen steht bereits eine umfangreiche Broschüre in neun Sprachen zur Verfügung. Nun wird an einer App-Variante gearbeitet. Bildrechte: MDR/André Plaul

Sachsen-Anhalt will bei der Unterstützung für Flüchtlinge verstärkt auf digitale Angebote per App setzen. Wie das Sozialministerium MDR SACHSEN-ANHALT am Montag bestätigte, wird derzeit eine Applikation erarbeitet, die über Alltagssituationen und Gepflogenheiten in Deutschland informiert.

Von Mülltrennung bis Arztbesuch

Das Angebot gibt es derzeit bereits als gut 60-seitige Broschüre in neun Sprachen. Darin geht es etwa darum, wie der Einstieg in den Arbeitsmarkt funktioniert, wie Müll getrennt wird oder wo im Ernstfall polizeiliche oder ärztliche Hilfe zu bekommen ist. Die Broschüre beinhaltet neben Erklärungen und Comiczeichnungen auch QR-Codes für weiterführende Informationen, etwa bei rechtlichen Themen. Wie ein Sprecher erklärte, kann diese Broschüre aber nicht eins zu eins in eine App umgewandelt werden. Inhaltliche und technische Fragen würden derzeit mit der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt abgestimmt, hieß es.

Erstaufnahme-App für Flüchtlinge gut nachgefragt

Aktuell gibt es für Flüchtlinge bereits einen abgespeckten Leitfaden für die Erstaufnahme als App. Er bündelt die wichtigsten Informationen zu Ankunft und Ablauf des Aufenthalts in der Unterkunft und gibt rechtliche Hinweise – etwa für den Fall, dass ein Asylantrag abgelehnt wird.

Die App "Erstinfos" für Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt

Frau und Mann umgeben von Sprechblasen
Die App "Erstinfos" wird laut Sozialministerium Sachsen-Anhalt seit Anfang 2017 angeboten. Bildrechte: App Erstinfos/Sozialministerium Sachsen-Anhalt
Frau und Mann umgeben von Sprechblasen
Die App "Erstinfos" wird laut Sozialministerium Sachsen-Anhalt seit Anfang 2017 angeboten. Bildrechte: App Erstinfos/Sozialministerium Sachsen-Anhalt
Text
Sie informiert in neun Sprachen über die wichtigsten Dinge zum Thema Aufenthalt in Deutschland. Bildrechte: App Erstinfos/Sozialministerium Sachsen-Anhalt
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Sie wurde konzipiert, um den Alltag vor allem in der Erstaufnahmeeinrichtung zu vereinfachen. Bildrechte: App Erstinfos/Sozialministerium Sachsen-Anhalt
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Erklärt werden beispielsweise Fragen zu Asylverfahren und Integration. Bildrechte: App Erstinfos/Sozialministerium Sachsen-Anhalt
Paragraph neben Sprechblase
Kurze Texte und Piktogramme geben einen kurzen Überblick. Bildrechte: App Erstinfos/Sozialministerium Sachsen-Anhalt
Zwei Frauen im Gespräch
Auch rechtliche Hilfestellung ist zu finden. Bildrechte: App Erstinfos/Sozialministerium Sachsen-Anhalt
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Nun arbeitet das Sozialministerum an einer App für alle Alltagsfragen, die bereits in einer ausführlichen Broschüre beantwortet werden.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 16.04.2018 | 10:00 Uhr

Quelle: MDR/ap
Bildrechte: App Erstinfos/Sozialministerium Sachsen-Anhalt
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Die App wurde seit Anfang 2017 rund 2.400 Mal heruntergeladen. Das Sozialministerium bezeichnete diese Resonanz als sehr zufriedenstellend. Die übersichtliche Bündelung aller relevanten Informationen sei von vielen Nutzern gelobt worden, hieß es. Die App könne auch bei Verständigungsschwierigkeiten helfen, da sich beim Lesen einfach zwischen den verschiedenen Sprachen wechseln lasse. Die Inhalte der App sind auf Deutsch, Arabisch, Englisch, Französisch, Afghanisch (Paschtu), Persisch (Farsi), Russisch, Serbisch und Tigrinisch verfügbar.

Quelle: dpa,MDR/ap


Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 16. April 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2018, 10:55 Uhr

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21 Kommentare

18.04.2018 07:16 HERBERT WALLASCH, Pirna 21

Natürlich war und ist es so! Eine App ist nichts Verbindliches. Konkrete Erfassung, wahrheitsgemäße Selbstangaben und Aufzeichnung der Konsequenzen, dies eigenhändig schriftlich bestätigt, das sollte normalerweise die Voraussetzung sein. Aber die Legendenstrickerei geht immer weiter.

17.04.2018 00:53 Anwaltspraxis Dr. Kohlhaas 20

"Unsere" Politiker lassen sich unsere Abwicklung was kosten.

17.04.2018 14:02 roca remeed 19

@Jan, 15: Wer lesen kann, ist wirklich im Vorteil. Er kann nämlich sofort erfassen, was Peter(5) glasklar beschrieben hat. Ich sag es Ihnen aber gern nochmal: wer nicht den völkerrechtlich definierten Status eines Flüchtlings in Anspruch nehmen kann, hält sich im "Gastland" illegal auf. Der braucht auch keine App, sondern einen wirksamen Abschiebebescheid! Die wenigen wirklichen Flüchtlinge hierzulande können sich auch ohne App wie Gäste benehmen; denn auch in den Kriegsgebieten Syriens weiß man nämlich, wie man sich Frauen gegenüber, beim Arzt oder im Supermarkt benimmt. Und was die Hinweise für abgelehnte Asylanträge angeht, hoffe ich, dass nicht auf "Kirchenasyl" und wohlfeile Anwälte "hingewiesen" wird.