Rückkehrer-Tag 2018 Wernigerode
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Biete: Heimat – Suche: Mitarbeiter Großes Interesse an Rückkehr nach Sachsen-Anhalt

An Weihnachten kommen viele Menschen zurück nach Sachsen-Anhalt, die in anderen Bundesländern leben. Einige Städte wollten diese Chance nutzen – und haben auf Jobmessen dafür geworben, dauerhaft zurückzukehren. Damit sind sie auf großes Interesse gestoßen.

Rückkehrer-Tag 2018 Wernigerode
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Nadine und Ronny Festerling sind sich einig: "Wir wollen gerne wieder zurück", erzählt Nadine. Ihr Ehemann erklärt: "Wir kommen beide aus Ilsenburg, sind seit 10 Jahren in Stuttgart und haben nun eine kleine Tochter und wollen jetzt wieder..." – "zu den Omas und der Familie", ergänzt Nadine. Deshalb sind die beiden auf dem Rückkehrer-Tag in Wernigerode auf Jobsuche.

Rund 800 Besucher haben wie die Festerlings im Wernigeröder Rathaus geschaut, welche Jobs die Region zu bieten hat. Harzer Firmen, Kommunen und Verbände hatten im Rathaus um die möglichen Rückkehrer nach Sachsen-Anhalt geworben. Für Daniel König von der Arbeitsagentur in Wernigerode ist die Veranstaltung ein klarer Erfolg: "Wir sind positiv überrascht, dass wir so viele Besucher haben, die Interesse haben, hier in die Region zurückzukommen." Pendler interessierten sich ebenso für das Jobangebot wie Menschen, die schon seit der Ausbildung oder dem Studium den Harz verlassen hatten.

Rückkehrer-Tag 2018 Wernigerode
Firmen, Kommunen und Verbände werben auf dem "Rückkehrer-Tag". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Oberbürgermeister Peter Gaffert verdeutlicht die Bedeutung von Jobmessen wie dieser für die zukünftige Entwicklung der Stadt. Noch immer spüre Wernigerode die Folgen der wirtschaftlich schwierigen Jahre nach der Wende, erklärt er:
"Wir haben in den Neunzigerjahren gerade in dieser Region einen starken Exodus erlebt. Ganz viele junge Leute sind in die Neuen Bundesländer ausgewandert, weil sie dort andere Perspektiven gefunden hatten." Der Harz habe sich inzwischen aber zu einer boomenden Region entwickelt. In Wernigerode sei die Arbeitslosenquote auf drei Prozent gesunken. Man suche im Harz händeringend Leute und er glaube, "dass sich viele freuen, wenn sie wieder nach Hause können".

Rückkehrer-Tage auch in Stendal und in Bitterfeld

Ähnliche Veranstaltungen wie in Wernigerode hat es zwischen den Jahren unter anderem auch in Halle, Bitterfeld-Wolfen und in Stendal gegeben. In der Hansestadt hatten 76 Arbeitgeber aus Bereichen wie Verwaltung, Handwerk und Pflege versucht, Bewerber für 165 offene Stellen zu gewinnen. Dort war das Interesse sogar noch etwas größer als in Wernigerode: Rund 1.000 potenzielle Rückkehrer waren gekommen, um sich über das Jobangebot in Stendal zu informieren.

In Bitterfeld-Wolfen hatten der Chemiepark, die Arbeitsagentur und die Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Anhalt-Bitterfeld (EWG) gemeinsam zu einer Jobmesse geladen. EWG-Geschäftsführerin Elena Herzel sagte MDR SACHSEN-ANHALT, viele mögliche Rückkehrer kannten die regionalen Jobangebote trotz Internetsuche nicht. Das persönliche Gespräch vor Ort sei deshalb wichtig. 28 Firmen aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld hatten sich präsentiert.

Quelle: MDR/rj

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 27. Dezember 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Dezember 2018, 19:36 Uhr

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