Bis zum 3. Larvenstadium hat die Raupe des Eichenprozessionsspinners keine giftigen Härchen. Im Bild hängen mehrere Raupen an einem Faden ihres Gespinstes.
Bildrechte: IMAGO

Stichwort So wird der Eichenprozessionsspinner bekämpft

Der Eichenprozessionsspinner erhitzt besonders im Norden Sachsen-Anhalts die Gemüter. Die Landesregierung hat versprochen, die Kommunen künftig besser bei der Bekämpfung des Schädlings zu unterstützen. MDR SACHSEN-ANHALT gibt einen Überblick, wie hierzulande bislang gegen den Eichenprozessionsspinner vorgegangen wird.

Bis zum 3. Larvenstadium hat die Raupe des Eichenprozessionsspinners keine giftigen Härchen. Im Bild hängen mehrere Raupen an einem Faden ihres Gespinstes.
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Wie wird es bisher gemacht?

Um den Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen, hat das Land bisher den Pflanzenschutz im Fokus. Es werden deshalb Mittel eingesetzt, die die Raupen des Spinners abtöten, zugleich aber den Baum dabei nicht schädigen. Man nennt diese Mittel Biozide. In Sachsen-Anhalt wird aktuell "Foray E" genutzt. Weil das Biozid schonend auf Pflanzen, andere Tiere und Menschen wirkt, wird es sowohl in Wäldern eingesetzt, als auch an sensiblen Orten, etwa Spielplätzen oder Radwegen.

Der Nachteil: Es wirkt nur zu 70 bis 80 Prozent. Das heißt, nicht alle Raupen des Eichenprozessionsspinners sterben. Das Umweltministerium sagt, diese Wirkung sei ausreichend.

Was wäre die Alternative?

Chemische Insektengifte. Geeignet dafür wäre das Mittel "Karate Forst Flüssig". Es wird bereits mit Zustimmung des Umweltbundesamtes in Sachsen-Anhalt auf Feldern eingesetzt, aber noch nicht im Wald. Insektizide wirken besser gegen die Raupen. Sie können aber unter Umständen Pflanzen, Tieren und uns Menschen schaden und die Gesundheit gefährden. 

Und was passiert jetzt?

Die Landesregierung hat versprochen, den Eichenprozessionsspinner stärker als bisher zu bekämpfen. Die betroffenen Gemeinden sollen finanziell mehr unterstützt werden, etwa wenn sie Fachfirmen anheuern, die die Nester absaugen. Doch auch für die Zukunft könnte sich etwas ändern. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) will den Gesundheitsschutz der Bevölkerung in den Vordergrund rücken.

Sie erklärte, prüfen zu lassen, ob es wirkungsvollere Mittel zur Bekämpfung gibt, die im nächsten Jahr eingesetzt werden können. Diese wären dann giftiger als die, die aktuell eingesetzt werden.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 28.06.2018 | 17:00 Uhr

Quelle: MDR/ld

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2018, 18:52 Uhr