MDRfragt MDR-Befragung: Mehrheit der Befragten lebt gern in Sachsen-Anhalt

Neun von zehn Menschen leben gern in Sachsen-Anhalt. Das ist das Ergebnis einer MDR-Befragung. Demnach verbinden fast zwei Drittel der Befragten den Begriff Sachsen-Anhalt mit einem Heimatgefühl. Die überwiegende Mehrheit findet die Veränderungen im Land seit 1990 positiv.

Sachsen-Anhalt bedeutet Heimat. So haben zumindest fast zwei Drittel der MDRfragt-Gemeinschaft abgestimmt. Ein Drittel der Befragten assoziieren "Sachsen-Anhalt" mit schönen Erinnerungen, ein Viertel mit Optimismus. Nur etwa 16 Prozent gaben an, dass sie bei dem Begriff Sachsen-Anhalt an Verluste und Entbehrungen nach der Einheit denken müssen. 13 Prozent der Befragten verbinden Sachsen-Anhalt mit Zukunftsangst. Ein geringer Teil der Befragungs-Teilnehmenden schrieb, dass Sachsen-Anhalt die eigene Identität fehle.

"Wie lebt es sich im Land?"

"30 Jahre Sachsen-Anhalt: Wie lebt es sich im Land?" – das hatte das MDR-Meinungsbarometer gefragt. Die Ergebnisse des MDR-Meinungsbarometers waren überwiegend positiv. Hier können Sie sich die konkreten Ergebnisse der Befragung herunterladen.

4.601 Menschen haben an der Befragung teilgenommen. Sie fand in den ersten beiden Oktoberwochen statt. Knapp 60 Prozent der Teilnehmenden waren Männer, fast zwei Dritte der Befragten war 51 Jahre alt und älter. Die Befragung war nicht repräsentativ, wurde aber gewichtet, mit den soziodemographischen Daten Mitteldeutschlands verglichen und entsprechend ausgewertet.

Vier von zehn jungen Menschen wollen Land verlassen

Allerdings zeigt das MDR-Meinungsbarometer auch besorgniserregende Umfrageergebnisse. Knapp mehr als 40 Prozent der befragten Schülerinnen, Schüler und Studierenden gaben an, Sachsen-Anhalt nach Ende der derzeitigen Ausbildung verlassen zu wollen. Etwa genauso viele wollen aber auch im Bundesland bleiben – wenn Sie eine passende Ausbildung, Studienplatz oder Job finden werden.

Positive Veränderungen seit 1990

Der größte Teil der Befragten ist jedoch froh, in Sachsen-Anhalt zu leben. Auf die Frage "Leben Sie gern in Sachsen-Anhalt?" haben zwei Drittel der Befragten mit "Ja" geantwortet und ein Viertel mit "Eher ja". Nur insgesamt sieben Prozent antworteten mit "Nein" oder "Eher nein".

Die überwiegende Mehrheit der Befragten fand auch die Veränderungen im Land seit 1990 positiv. Auf die Frage "Wenn Sie an die Zeit seit 1990 denken: Wie hat sich Sachsen-Anhalt seitdem verändert?" antworteten fast drei Viertel der Befragten mit "positiv" oder "eher positiv". 14 Prozent fanden die Veränderungen sogar "sehr positiv".

Bessere Infrastruktur im ländlichen Bereich

Auf die Frage, was Sachsen-Anhalt noch lebenswerter machen würde, gaben die Befragten verschiedenste Antworten. Etwa drei Viertel wünschten sich eine bessere Infrastruktur im ländlichen Bereich – zum Beispiel im Bereich Handel und Medizin. Rund zwei Drittel wünschen sich höhere Gehälter sowie mehr und bessere Jobs. Etwa die Hälfte der Befragten gaben an, dass mehr Lehr- und Erziehungspersonal sowie mehr öffentlicher Nahverkehr Sachsen-Anhalt attraktiver machen würde.

Weniger Zersiedelung, stärkerer Erhalt von Grün, Intensivierung in den Bemühungen um Digitalisierung, nicht mehr Infrastruktur sondern vorhandene verbessern, z.B. geräuschlos, mehr Kreisverkehr usw.

63-jähriger Teilnehmer aus dem Jerichower Land

Die Ergebnisse der Umfrage zu 30 Jahren Sachsen-Anhalt gibt es hier als Download:

Alle Details zur Befragung

Vom 10. bis zum 15. Oktober 2020 wollten wir von den MDRfragt-Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Sachsen-Anhalt wissen: "30 Jahre Sachsen-Anhalt: Wie lebt es sich im Land?" Insgesamt sind bei MDRfragt 7.464 Menschen aus Sachsen-Anhalt angemeldet. 4.601 Menschen haben online an der Befragung teilgenommen.

In der Altersgruppe von 16 bis 30 haben 76 Teilnehmende, in der Altersgruppe zwischen 30 und 50 716 Teilnehmende und in der Altersgruppe von 51 bis 65 haben 2.063 Teilnehmende ihre Meinung geäußert. 1.746 Teilnehmende waren 65 Jahre alt und älter. Insgesamt haben mehr Männer (57 Prozent) als Frauen (43 Prozent) an der Befragung teilgenommen.

Die Befragungen sind nicht repräsentativ, aber sie werden nach statistischen Merkmalen wie Geschlecht und Bildung gewichtet. Die Gewichtung ist eine Methode aus der Wissenschaft, bei der es darum geht, die Befragungsergebnisse an die real existierenden Bedingungen anzupassen. Konkret heißt das, dass wir die Daten der Befragungsteilnehmer mit den statistischen Daten der Bevölkerung Sachsen-Anhalts abgleichen. Wenn also beispielsweise mehr Männer als Frauen abstimmen, werden die Antworten der Männer weniger stark, die Antworten der Frauen stärker gewichtet.

Die Antworten verteilen sich dann am Ende so, wie es der tatsächlichen Verteilung von Männern und Frauen in der Bevölkerung Mitteldeutschlands entspricht. Dabei unterstützt ein wissenschaftlicher Beirat das Team von "MDRfragt". Mit dem MDR Meinungsbarometer soll ein möglichst breites Stimmungsbild der Menschen in Mitteldeutschland eingefangen werden – mit möglichst vielen Teilnehmenden.

Quelle: MDR/aso

Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | 16. Oktober 2020 | 19:00 Uhr