zwei hechelnde Wölfe auf einer Wiese
Dürfen jetzt von Polizisten geschossen werden – Wölfe. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO

Bei Gefahr für Menschen Polizisten dürfen Wölfe erschießen

Wölfe dürfen seit Mittwoch von Polizisten erschossen werden – das regelt ein neuer Erlass der Landesregierung. Allerdings darf der Beamte nur zur Waffe greifen, wenn von dem Tier eine Gefahr für den Menschen ausgeht.

zwei hechelnde Wölfe auf einer Wiese
Dürfen jetzt von Polizisten geschossen werden – Wölfe. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO

In Sachsen-Anhalt dürfen Polizisten künftig auf Wölfe schießen, wenn von den Tieren eine erhebliche Gefahr ausgeht. Das steht in einem Erlass, der heute in Kraft tritt. Innenminister Holger Stahlknecht sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das gelte etwa, wenn ein Wolf in einem Wohngebiet herumlaufe und die Gefahr bestehe, dass er Menschen angreife. "Mir ist wichtig, dass Mensch und Tier immer friedlich nebeneinander leben. Aber es kann nicht sein, dass am Ende der Wolf in einer Gefahrensituation einen höheren Stellenwert hat als der Mensch", so Stahlknecht.

Geschossen werden dürfe aber nur, wenn der Wolf nicht eingefangen werden könne. Der Schusswaffengebrauch ist künftig auch erlaubt, wenn ein Raubtier schwer verletzt wurde – zum Beispiel bei einem Autounfall.

Grüne mit Regelung zufrieden

Der Grünen-Innenexperte Sebastian Striegel betonte, dass die Beamten aber in der Regel vor dem Schuss Rücksprache mit dem Wolfskompetenzzentrum und dem Landesamt für Umweltschutz halten sollten.

Striegel ist zufrieden mit der Regelung. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Es war eine Unsicherheit für Polizeibeamte da." Die Polizisten hätten immer vor der Frage gestanden, wie sie bei einem Tier, das naturschutzrechtlich geschützt sei und nicht ohne Grund erschossen werden könne, handeln sollen. Das sei nun durch den Erlass klargestellt.

Im Juli hatte das Umweltministerium bereits in der "Leitlinie Wolf" bestimmte Bedingungen benannt, unter denen ein Wölf getötet werden könne. Zeigt ein Wolf auffälliges Verhalten, kann das Landesverwaltungsamt in Abstimmung mit dem Wolfskompetenzzentrum eine Tötung veranlassen. Allerdings wird laut der Leitlinien die Vergrämung, sprich Verteibung des Wolfes, in solch einem Falle bevorzugt.

Wann ist ein Wolf laut "Leitlinie Wolf" verhaltensauffälig?

  • Notorisch unerwünschtes Verhalten, z. B. Wolf lässt sich durch Schutzmaßnahmen nicht abhalten, Nutztiere zu töten, was zur verstärkten öffentlichen Ablehnung der Wölfe führen kann und damit der gesamten Wolfspopulation schadet.
  • Dreistes Verhalten, das zur Gefährdung eines Menschen führen kann.
  • Problematisches Verhalten wird in der Regel wiederholt und teilweise mit steigender Intensität gezeigt.

Elf Wolfspaare in Sachsen-Anhalt

Mitte Oktober hatte der Stendaler Stadtrat bereits eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht gefordert. Andreas Berbig vom Wolfskompetenzzentrum in Iden bei Stendal hielt die Forderung nach einer Abschuss-Freigabe von Wölfen damals für viel zu früh. Gerade werde ein guter Erhaltungszustand der Art angestrebt. Das sei noch ein langer Prozess. "Irgendwann werden wir erreichen, dass der Wolf als normale Tierart betrachtet wird. Das liegt aber noch in weiter Ferne", sagte Berbig MDR SACHSEN-ANHALT.

Der Natuschutzbund Deutschland (NABU) geht derzeit von elf in Sachsen-Anhalt lebenden Wolfspaaren aus.

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Quelle: MDR/ff

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 15. November 2017 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2017, 11:39 Uhr

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19 Kommentare

17.11.2017 10:45 Kein Wolfshasser, aber Realist 19

Immer schön den Schoßhund mit dem Großprädator Wolf vergleichen. Denn wenn wir schon so viele Hund nicht in den Griff bekommen(Gesetze gegen Listenhunde u.a.), wie soll es dann erst mit dem Wolf laufen, der zum Töten von Großsäugern geboren ist.

17.11.2017 09:21 Bingo 18

Vor dem Erlass mußte der Polizist zuschauen, wenn ein Wolf einen Menschen angegriffen hätte und durfte nicht schießen.Einfach nur toll, was in diesem Land so alles möglich ist,toll...lachhaft.

17.11.2017 08:25 matze 17

Immer wieder schön zu lesen, wie der Wolf mit aggressiven Hunden verglichen wird. Der Hund ist die abgeschwächte und zur Unterstützung der Menschen gezüchtete weniger gefährliche Form des Wolfes. Der Wolf ist ein Raubtier mit dem Zweck, sein Überleben durch töten von anderen auch teils größeren Tieren zu meistern. Also wenn wir schon unsere Schoßhunde nicht in den Griff bekommen wie soll das bei der schlaueren und zum Töten gemachten Urform enden?

17.11.2017 07:50 Ekkehard Kohfeld 16

@ jackblack 15 Hallo Herr Kohfeld, bitte mal die Quellen dieser " Ereignisse " recherchieren, alles FAKE NEWS ohne Beweise, auch sehr viel Lärm um möglicherweise 1 Opfer in ganz Europa in den letzten 20 Jahren, da sind schon wesentlich mehr durch aggressive Hunde getötet worden##Ach und weil schon wesentlich mehr durch aggressive Hunde getötet worden sind dürfen Wölfe das auch?Und sie wollten "EIN" Beispiel für "EINEN" Angriff somit ihre Behauptung ad acta geführt,reichen ihnen die nicht ich kann ihnen noch mehr geben und ich darf hier keinen Link einstellen da sie ja die Forenregeln gelesen haben ist ihnen das sicherlich bekannt,aber ich habe ihnen Googel - Vorlagen sogar mehrere (Quellen) gegeben,googeln können sie doch oder nicht,da wird sie sofort sogar mehrfach geholfen.Ist schon interessant mit euch fordert Belege wenn man die liefert sind das natürlich Fakes sagt doch gleich das nur eure Meinung zugelassen ist dann kann man sich jede unnütze Diskussion sparen weil das keine ist.

16.11.2017 19:19 jackblack 15

Hallo Herr Kohfeld, bitte mal die Quellen dieser " Ereignisse " recherchieren, alles FAKE NEWS ohne Beweise, auch sehr viel Lärm um möglicherweise 1 Opfer in ganz Europa in den letzten 20 Jahren, da sind schon wesentlich mehr durch aggressive Hunde getötet worden

16.11.2017 15:32 Ekkehard Kohfeld 14

@ jackblack 12 Wolfsrudel durchstreifen die Städte und fressen Kinder und Erwachsene, wieder 25 Tote, ihr habt doch alle einen zuviel oder zuwenig, bitte mal EIN Beispiel, wo Menschen auch nur ansatzweise angegriffen wurden.##Nur eins?"Getötete Touristin: Wie wahrscheinlich ist ein Wolfsangriff?In Griechenland wurde eine Britin vermutlich von Wölfen getötet und aufgefressen."Kurz nach Mitternacht griff das Tier an: Wolf-Attacke auf Jäger"Raubtiere: Angriffe durch gesunde, nicht hungrige Wölfe"Mehrere Verletzte: Wolf greift Menschen an,Engländerin in Griechenland von Wölfen getötet "Schweden - Wolfsrudel greift Tierpflegerin an und tötet sie"##Reicht das oder soll ich ihnen noch mehr geben?

16.11.2017 13:52 Hermann W. 13

"Die Polizisten hätten immer vor der Frage gestanden, wie sie bei einem Tier, das naturschutzrechtlich geschützt sei und nicht ohne Grund erschossen werden könne, handeln sollen. Das sei nun durch den Erlass klargestellt"

Ist doch gar nicht wahr. Der neue Erlass regelt auch nicht, was "ohne Grund" getan werden darf. Er bestätigt nur, was auch vorher jedem klar gewesen sein dürfte: Notwehr und Nothilfe darf auch gegen Wölfe angewandt werden. Wenn Notwehr und Nothilfe für Polizisten kein Grund ist, dann ok. Das erklärt dann Vieles. Kein Wunder, dass sich viele Bürger vom Rechtsstaat und Polizei allein gelassen fühlen.

16.11.2017 10:10 jackblack 12

Wolfsrudel durchstreifen die Städte und fressen Kinder und Erwachsene, wieder 25 Tote, ihr habt doch alle einen zuviel oder zuwenig, bitte mal EIN Beispiel, wo Menschen auch nur ansatzweise angegriffen wurden.

16.11.2017 08:40 maria 11

@ Martin...
das mag ja so gewesen sein, hat aber keine Anwendung gefunden da der Wolf in Deutschland durch ideologisch denkende Menschen mehr geschützt wird, als der Mensch. Wenn der Polizist einen Wolf erschossen hätte, kann er sich sicher sein das bald die ersten Morddrohungen von sogenannten Tierschützern kommen. Dann die Gefahr vor Gericht doch die Situation zu verdrehen und damit evtl. einen Wolf erschossen zu haben, der ja laut Ideologen wahrscheinlich noch hätte leben können......hoffe Sie verstehen was ich meine....

15.11.2017 21:51 A. 10

15.11.2017 18:35 Nadine
Das frage ich mich auch.

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