Zwei Wölfe stehen nebeneinander
In Sachsen-Anhalt sind im abgelaufenen Monitoringjahr mehr Wölfe gezählt worden. (Archivfoto) Bildrechte: Colourbox.de

Neue Statistik Mehr Wölfe in Sachsen-Anhalt gezählt

Für Landwirte ist der Wolf ein echtes Problem – dann, wenn Nutztiere wie Schafe oder Rinder von dem Raubtier gerissen werden. Was viele Jäger und Landwirte schon vermutet hatten, ist nun auch offiziell belegt: In Sachsen-Anhalt sind bis April 2018 mehr Wölfe gezählt worden als noch im Jahr zuvor.

Zwei Wölfe stehen nebeneinander
In Sachsen-Anhalt sind im abgelaufenen Monitoringjahr mehr Wölfe gezählt worden. (Archivfoto) Bildrechte: Colourbox.de

In Sachsen-Anhalt sind mehr Wölfe gezählt worden als in den Vorjahren. Das hat am Dienstag das Landesamt für Umweltschutz mitgeteilt. Im abgelaufenen Monitoringjahr – vom 1. Mai 2017 bis 30. April 2018 – sind demnach 95 Tiere erfasst worden. Im Monitoringjahr zuvor waren es noch 80 gewesen. Experten des Wolfskompetenzzentrums in Iden hatten aber betont, dass es sich dabei um eine Mindestzahl handele.

Wie das Landesamt für Umweltschutz weiter meldet, sind unter den nun gezählten Wölfen 26 geschlechtsreife Tiere. Sie leben demnach in 13 Rudeln. Die Experten des Kompetenzzentrums haben nach eigenen Angaben in allen Rudeln 47 Welpen nachgewiesen, ausgenommen Altengrabow und Coswig.

Eine Frau steht vor einem Baum und lächelt in die Kamera
Biologin Antje Weber Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Was man unter Wolfsmonitoring versteht Zu den Aufgaben des Wolfskompetenzzentrums in Iden gehört das wissenschaftliche Monitoring. Nach Angaben der zuständigen Biologin Antje Weber wird zwischen passivem und aktivem Monitoring unterschieden. Im passiven Monitoring würden all die Daten gesammelt, die von Bürgern, Jägern oder Landwirten an das Wolfskompetenzzentrum herangetragen werden. Hinzu komme das Material aus Fotofallen.

Wenn sich Hinweise verdichteten, spreche man von "aktivem Monitoring". Antje Weber geht dann auf Spurensuche im Wald – auch mal um die 14 Kilometer zu Fuß. Weber sucht und dokumentiert Trittsiegel und Kothaufen, beim Wolf Losung genannt. Auch das Heulen von Wölfen wird im Monitoring erfasst. All die gesammelten Informationen fließen in einen Bericht zum Monitoringjahr. Das Monitoringjahr eines Wolfs richtet sich nach dem biologischen Rhythmus der Tiere.

Für viele Landwirte in Sachsen-Anhalt ist das hohe Wolfsvorkommen ein Problem: Die Raubtiere reißen Schafe oder Rinder. In den vergangenen zehn Jahren sind laut Wolfskompetenzzentrum 278 Vorfälle gemeldet worden, bei denen Tierhalter den Wolf als Verursacher in Verdacht hatten. In 187 dieser Fälle wurde der Wolf tatsächlich als Verursacher bestätigt. Bei den übrigen 91 Fällen wurden laut Wolfskompetenzzentrum "eindeutig andere Ursachen" festgestellt, etwa Krankheiten, Totgeburten oder aber Hundeübergriffe.

Monitoring und Fotofallen Dem Wolf auf der Spur

Seit 2008 leben wieder Wölfe in Sachsen-Anhalt. Für die Beobachtung von insgesamt elf Rudeln sind die Experten des Wolfskompetenzzentrums in Iden zuständig, vor allem Biologin Antje Weber.

Zwei Wölfe an einer Lichtung im Wald
Biologin Antje Weber ist im Wolfskompetenzzentrum in Iden für das sogenannte Monitoring zuständig. Dazu zählen auch Fotofallen-Bilder wie dieses. Bildrechte: Wolfskompetenzzentrum Iden
Zwei Wölfe an einer Lichtung im Wald
Biologin Antje Weber ist im Wolfskompetenzzentrum in Iden für das sogenannte Monitoring zuständig. Dazu zählen auch Fotofallen-Bilder wie dieses. Bildrechte: Wolfskompetenzzentrum Iden
Ein Wolf steht auf dem Foto einer Wildkamera in einem Wald und sieht sich um.
Diese Fotos gehören zu den festen Bestandteilen, die in einen jährlichen Monitoringbericht einfließen. In dem Bericht steht, wie viele Wölfe in wie vielen Rudeln in Sachsen-Anhalt leben. Bildrechte: Wolfskompetenzzentrum Iden
Losung bzw. Kothaufen eines Wolfs auf einem Waldweg, daneben ein Zollstock
Zum Monitoring gehört auch, die Losung des Wolfs, also Kothaufen, zu dokumentieren. Bildrechte: Antje Weber
Trittsiegel eines Wolfs auf einem leicht mit Schnee bedeckten Feldweg
Auch werden Trittsiegel dokumentiert. Bildrechte: Antje Weber
Trittsiegel eines Wolfs auf einem schneebedeckten Feldweg
Der neue Monitoringbericht zeigt: In Sachsen-Anhalt haben im Monitoringjahr 2017/18 mindestens 95 Wölfe gelebt.

Quelle: MDR/ld
Bildrechte: Antje Weber
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07.08.2018 | 13:00 Uhr

Quelle: MDR/ld

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2018, 14:53 Uhr

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19 Kommentare

09.08.2018 15:15 Eulenspiegel 19

Ich frage mich um welche Bestien geht es hier?
Es geht um eine Tier das ausgerottet war. Dieses Tier ist sehr scheu und normalerweise bekommt der Mensch es gar nicht zu Gesicht. Die Bilder die es von diesem Tier in freier Wildbahn gibt sind meist von fest stationierten Kameras. Ein Mensch wurde von diesem Tier auch noch nicht angefallen. Das einzige was man sagen kann ist das dieses Tier schon eine Reihe Schafe gerissen hat. Die Gelder die aber von der öffentlichen Hand so wohl als Schadensersatz als auch Investitionshilfe zu Sicherung der Schafherden zur Verfügung gestellt werden wurden aber bisher längst nicht ausgeschöpft. Also ganz so dramatisch kann der Schaden nicht sein. Ach übrigens nicht nur der Wolf siedelt sich wieder an, der Lux auch.

09.08.2018 13:32 Wolpertinger 18

@Ekkehard Kohfeld
Aus einem Kommentar von Ihnen am 29.10. 2017, 08:47:
"..sondern das ich prinzipjel etwas gegen Menschen habe die Andere in typischer Nazimanier nieder machen das darf in Deutschland nie wieder Hoffähig werden."
Fassen Sie sich bitte mal an die eigene Nase.

09.08.2018 12:08 Wolpertinger 17

@Ekkehard Kohfeld
Worauf begründet sich Ihre Angst vor Wölfen ?
Wildernde Hunde sind ein weitaus größeres Problem.
Sind Sie schon mal von einem wildernden Hund angegriffen worden ? Wieviele Wölfe sind Ihnen denn schon in freier Wildbahn begegnet ?
Immerhin scheint es in D mehr verhaltensauffällige Kommentarschreiber, als verhaltensauffällige Wölfe zu geben.