Innovationsregion Mitteldeutschland: Was kommt nach der Braunkohle? Wie wollen wir 2040 leben?
In Zukunftswerkstätten können Einwohner ihre Ideen für ihre Heimat einbringen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bürger werden gefragt Strukturwandel nach der Braunkohle: Wie wollen wir 2040 leben?

2038 soll mit der Kohle Schluss sein – auch im Burgenlandkreis. Aber was kommt dann in den vom Strukturwandel betroffenen Regionen? Die Bewohner können nun im Internet und in "Zukunftswerkstätten" Wünsche und Zukunftsvisionen für ihre Heimat einbringen. Start ist im September. Wir erklären, wie man sich beteiligen kann.

Innovationsregion Mitteldeutschland: Was kommt nach der Braunkohle? Wie wollen wir 2040 leben?
In Zukunftswerkstätten können Einwohner ihre Ideen für ihre Heimat einbringen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Viele Bürger der Regionen in Sachsen-Anhalt haben schon einmal einen Strukturwandel hinter sich – den nach der Wende. Und aktuell werden den Landkreisen in Sachsen-Anhalt schlechte Aussichten prognostiziert – zuletzt besonders Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg. Doch nun soll die Zeit nach der Kohle mit Geld und Bürgerbeteiligung bewusst gestaltet werden.

Worum geht’s?

Fast fünf Milliarden Euro sollen nach Sachsen-Anhalt fließen, um den Strukturwandel nach dem Ausstieg aus der Braunkohle zu unterstützen. Und diesmal soll vieles besser gemacht werden, als zu Wendezeiten. Nun sollen die Einwohner der betroffenen Regionen den bevorstehenden Prozess aktiv mitgestalten, in sogenannten Zukunftswerkstätten. Das zumindest ist der Wunsch der Landkreise und Städte, die sich zur sogenannten "Innovationsregion Mitteldeutschland" zusammengeschlossen haben: der Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz, Anhalt-Bitterfeld, der Saalekreis, das Altenburger Land und Nordsachsen und sowie die Städte Halle und Leipzig.

Wie funktionieren die Zukunftswerkstätten?

Die Zukunftswerkstätten werden zwischen September 2019 und Februar 2020 in den Städten und Landkreisen der sogenannten "Innovationsregion Mitteldeutschland" stattfinden. Jeweils 60 Teilnehmer haben hier die Möglichkeit, ihre Ideen für die Region einzubringen. So sollen in kleinen Gruppen Antworten auf folgende Fragen gesucht werden: Wie wollen wir 2040 leben und arbeiten? Wie sieht es nach der Braunkohle in unserer Region aus?

Wer kann mitmachen?

Die jeweils 60 Teilnehmer der Werkstätten können sich sowohl direkt bewerben, werden aber auch zufällig ausgelost und direkt angeschrieben, erklärt Ingo Seeligmüller, Leiter einer Agentur, die den Beteiligungsprozess begleitet, MDR SACHSEN ANHALT.

Konkret heißt das: 30 Teilnehmer aus den Altersgruppen 16 bis 29 Jahren, 30 bis 49 Jahren und ab 50 Jahren werden zufällig ausgewählt und angeschrieben. 21 Menschen können sich direkt über ein Internetformular bewerben und neun Personen sind Vertreter aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, die von den Städten und Kommunen gestellt werden.

Wie kann man mitmachen?

Interessierte können sich auf der Internetseite der Innovationsregion Mitteldeutschland für die Teilnahme an den Zukunftswerkstätten bewerben.

Wenn man keine Gelegenheit dazu hat, kann man außerdem seine Anregungen, Wünsche und Vorstellungen über ein Online-Formular mit in den Prozess einbringen.

Wann finden die Zukunftswerkstätten statt?

Die halbtätigen Werkstätten finden an den folgenden Tagen statt:

  • Burgenlandkreis – Freitag, 13.09.2019 in Zeitz
  • Landkreis Anhalt Bitterfeld – Samstag, 21.09.2019 in Bitterfeld
  • Landkreis Mansfeld-Südharz – Freitag, 27.09.2019 in Sangerhausen
  • Stadt Halle (Saale) – Freitag, 08.11.2019 in Halle
  • Landkreis Altenburger Land – Freitag, 15.11.2019 in Altenburg
  • Saalekreis – Freitag, 22.11.2019 in Leuna
  • Landkreis Leipzig – Freitag, 17.01.2020 in Borna
  • Stadt Leipzig – Freitag, 24.01.2020 in Leipzig
  • Landkreis Nordsachsen – Freitag, 31.01.2020 in Eilenburg

Wie kann das Entwickeln einer Zukunftsvision gelingen?

Götz Ullrich, Landrat des Burgenlandkreises sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Zukunftswerkstätten sollen eine Möglichkeit sein, "wo Lieschen Müller aus Zeitz eine Chance hat, ihre Meinung zu sagen". Die Gespräche sollen in kleinem Kreis und "auf Augenhöhe stattfinden" und kein "Politikergequatsche" werden, so Ullrich im Interview. Die Beteiligungsprozesse seien sinnvoll, um die Wünsche der Region mit den Erfordernissen der Länder und Bund zusammenzubringen. "Ich will noch mal deutlich machen, dass wir hier in einem kleinen Kreis reden. Diese 60 Personen, die man sucht, kommen dann in kleineren Gruppen zu 15 Personen zusammen", so Ulrich.

Wie geht es weiter?

Die erste Zukunftswerkstatt beginnt am 13. September in Zeitz. Die Ergebnisse Arbeitsgruppen fließen dann in die Leitbilder der Innovationsregion Mitteldeutschland ein. 2020 soll es den Bürgern und Politikern der Regionen vorgestellt werden. Diese Ideen sollen später der "Orientierungsrahmen für die zukünftige Regionalentwicklung" sein. Das heißt idealerweise sind die entwickelten Ideen die Grundlage für konkrete Maßnahmen und Projekte.

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 07. August 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. August 2019, 17:30 Uhr

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3 Kommentare

09.08.2019 19:51 Eulenspiegel 3

Also ich denke der Strukturwandel wir mit Sicherheit kein Spartiergang werden. Es wird Probleme geben. Man wird aber auch Wege finden diese Probleme zu lösen. Strukturwandel hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Nur in früheren Zeiten wurden die Leute einfach nach Hause geschickt und sich selbst überlassen. Ein positives gibt es es fehlen überall im Land Facharbeiter. Und daran wird sich auch bis 2035 nicht viel ändern.

09.08.2019 15:27 jackblack 2

Wie WERDEN wir leben- im Müll, ohne Wälder und sauberes Trinkwasser und künstlich produzierten Lebensmitteln und mit durchgehender Überwachung.

08.08.2019 20:55 WT auf E100 1

Sachsen-Anhalt ist laut einer neusten Studie komplett abgehangen!
Die Atomkraftwerke sollen weg und die Kohlekraftwerke auch. Nur diese konnten bisher 365 Tage - 24Stunden am Stück Strom für Deutschland bereitstellen. Deutschland erzeugt 2% des Kohlendioxid der Welt,wenn man dies so nennen möchte. Weltweit sollen in den nächsten Jahren 1600 neue Kohlekraftwerke neu gebaut werden! Die Grünen sorgen dafür, das in Sachsen-Anhalt bald der Letzte das Licht ausmacht!
Ein Region am Abgrund und die ganzen Okopopulisten tötet uns,nicht das Kohlendioxid!

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