14.07.2020 | 23:50 Uhr | Update Neowise - Kometenhafter Aufstieg über der Burg Stolpen

Komet über Burg Stolpen
Komet Neowise über der Burg Stolpen - eine Fotomontage. Bildrechte: Rocci Klein

Der Komet Neowise ist aktuell am nördlichen Nachthimmel über Sachsen zu sehen, und das mit bloßem Auge. Nach Angaben von Ulf Peschel, Leiter der Sternwarte Radebeul, kann man den Kometen am besten in den frühen Morgenstunden, ab ca. 2 Uhr, beobachten. Neowise wird in den nächsten Tagen weiter am Himmel aufsteigen, sodass er immer besser am Abend zu beobachten sei.

Der Komet kommt der Erde immer näher, bis er sich ab dem 23. Juli wieder von ihr entfernt. Neowise, oder wie sein Fachname lautet Komet C/2020 F3, wurde erst am 27. März dieses Jahrs entdeckt. Die nächste, unwahrscheinliche Gelegenheit, ihn wieder zu sehen, wird es erst in 5.000 bis 7.000 Jahren wieder geben.

Der Komet ist recht flott unterwegs, denn mit knapp 78 km/s rast der Brocken auf seiner Bahn entlang, was für menschliche Verhältnisse extrem schnell ist. Zum Vergleich: die ISS fliegt 8 km/s und ist damit nur 1/10 so schnell wie der Komet.

Sternwarte Riesa

In der Nacht zum Mittwoch nochmal gute Bedingungen

Um den Komet Neowise zu sehen, braucht es am besten einen wolkenfreien oder nur leicht bewölkten Himmel. In den nächsten Tagen bietet sich dafür am ehesten noch die Nacht zum Mittwoch an. Allerdings wird die Wolkendecke zur Nacht hin immer dichter. Einen Überblick auf das Wetter in Sachsen finden Sie hier.

Am besten ist es etwas aus der Stadt rauszufahren, wo es dunkler ist, da kann man die Sterne besser sehen. Auch ein Fernglas ist immer ein guter Tipp.

Ulf Peschel Leiter Sternwarte Radebeul

Tipps auch von der Sternwarte Riesa

Peschels "Amtskollege" in der Sternwarte Riesa, Stefan Schwager, ist auch ganz begeistert von Neowise. "Nach den beiden Jahrtausendkometen 'Hyakutake' 1996 und 'Hale-Bopp' 1997 ist dies mit Abstand der hellste Komet, den man hierzulande sehen konnte. [...] Seitdem gab es zwar etliche Kometen am Himmel zu sehen, aber keiner war so eindrucksvoll wie 'Neowise' derzeit." Von der Volkssternwarte Riesa aus kann man diesen Kometen nicht sehen, da hohe Bäume und umliegende Bebauung die Sicht stören. "Doch die Vereinsmitglieder sind zeitweise an verschiedenen Stellen in Riesa unterwegs und geben vor allem kurzfristige Informationen über die Facebookseite der Volkssternwarte Riesa bekannt", so Schwager.

Beobachtungstipps von der Volkssternwarte Riesa Um "Neowise" zu sehen, muss man mit Einbruch der Dunkelheit gegen 23 Uhr beginnen, den Nordhimmel abzusuchen. Erfahrene Beobachter können auch schon ab 22 Uhr probieren, aber der Laie sollte warten, bis es entsprechend dunkel ist und man die Milchstraße über sich erkennen kann. Dann ist ein freier Blick zum Nordhorizont wichtig, denn der Komet ist noch recht horizontnah. Im Norden blinkt der helle Stern Kapella im Sternbild Fuhrmann und ein Stück links oberhalb davon findet man den berühmten Großen Wagen. Und genau dazwischen findet man derzeit den Kometen, welcher als heller Nebelstreifen zu erkennen ist. Mit dem Fernglas wird man eindrucksvoll den Schweif und einige Strukturen sehen können. Vor allem im Teleskop zeigt sich ein heller Kometenkopf mit einem hellen Punkt in der Mitte. Der Brocken selbst ist nicht sichtbar, da er von einer dicken Gashülle umschlossen ist, welche als Coma bezeichnet wird. Diese Gashülle wird vom sog. Sonnenwind vorgetragen und verteilt sich als eine Spur im Weltraum, welche durch die Sonne angestrahlt wird und so den typischen Schweif bildet.

Auch die Fotographen von DDpix sind seit Tagen um Dresden unterwegs und ganz fasziniert von Neowise.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war das Bild mit der Burg Stolpen oben auf der Seite mit der folgenden Unterschrift versehen: "Fotograf Rocci Klein hat Neowise über der Burg Stolpen erwischt." Wie wir auf Nachfrage vom Fotografen selbst erfahren haben, ist dieses Foto eine Montage.

 

Das sind eure Bilder vom Kometen Neowise

Der Komet Neowise ist gerade über Mitteldeutschland zu sehen. Sein offizieller wissenschaftlicher Name lautet C/2020 F3 (Neowise) und er eignet sich als tolles Fotomotiv. Das sind eure Bilder!

Hörerbilder vom Komet Neowise von Elli Schroth aus Oschatz
Elli Schroth aus Oschatz hat dieses tolle Bild vom Kometen geschossen. Bildrechte: Elli Schroth
Hörerbilder vom Komet Neowise von Elli Schroth aus Oschatz
Elli Schroth aus Oschatz hat dieses tolle Bild vom Kometen geschossen. Bildrechte: Elli Schroth
Hörerbilder vom Komet Neowise von Elli Schroth aus Oschatz
Auch dieses Bild von Neowise ist Elli Schroth aus Oschatz. Bildrechte: Elli Schroth
Hörerbilder vom Komet Neowise: Christian Frank aus Apolda, Foto aufgenommen vom Stausee Wechmar
Christian Frank aus Apolda hat dieses Foto vom Stausee Wechmar aufgenommen. Bildrechte: Christian Frank
Stefanie Nicklisch aus Falkenberg Elster hat ein stimmungsvolles Bild gemacht. Bildrechte: Stefanie Nicklisch
Hörerbilder vom Komet Neowise von Christoph Oberländer aus Rosenthal am Rennsteig
Ein Bild vom „brennenden" Himmel ist Christoph Oberländer aus Rosenthal am Rennsteig gelungen. Bildrechte: Christoph Oberländer
Auch Florian Röhr aus Weida hat Neowise am Himmel entdeckt... Bildrechte: Florian Röhr
... und tolle Bilder von dem Kometen gemacht. Bildrechte: Florian Röhr
Hörerbilder vom Komet Neowise: Jana Hirschfeld aus Dresden, Foto aufgenommen bei Wahndorf
Bei Wahndorf hat Jana Hirschfeld aus Dresden dieses Bild gemacht. Bildrechte: Jana Hirschfeld
Hörerbilder vom Komet Neowise: Michael Lauerwald aus Brotterode, Foto aufgenommen vom Großen Inselberg
Vom Großen Inselberg hatte Michael Lauerwald aus Brotterode eine tolle Sicht auf den Kometen. Bildrechte: Michael Lauerwald
Mike Luhn aus Mühlhausen hat den Kometen mit seinem Schweif toll festgehalten. Bildrechte: Mike Luhn
Hörerbilder vom Komet Neowise: Sebastian Peterhänsel aus Rosenthal am Rennsteig OT Blankenberg
Auch Sebastian Peterhänsel aus Rosenthal am Rennsteig OT Blankenberg hat den besonderen Himmelskörper fotografiert. Bildrechte: Sebastian Peterhänsel
Alle (11) Bilder anzeigen

Quelle: MDR/lh/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.07.2020 | ab 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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