Ein Handwerker schneidet Fliesen
Auch das Handwerk hat mit Ausbildungsabbrüchen zu kämpfen. 34,3 Prozent gaben die Ausbildung 2016 auf. Mehr Abbrüche verzeichnet nur die Hauswirtschaft (37,2 Prozent). Bildrechte: IMAGO

Neuer Hochstand Zahl der Ausbildungsabbrüche in Sachsen steigt wieder

Ausbildungsabbrüche sind in Sachsen keine Seltenheit. Die Landesarbeitsagentur verkündete für das Jahr 2016: Mehr als jeder vierte Azubi bricht seine Ausbildung im ersten Lehrjahr ab. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Ein Handwerker schneidet Fliesen
Auch das Handwerk hat mit Ausbildungsabbrüchen zu kämpfen. 34,3 Prozent gaben die Ausbildung 2016 auf. Mehr Abbrüche verzeichnet nur die Hauswirtschaft (37,2 Prozent). Bildrechte: IMAGO

Die Zahl der Ausbildungsabbrüche in Sachsen steigt erneut. Wie die Landesarbeitsagentur MDR SACHSEN mitteilte, beendete 2016 mehr als jeder 4. Azubi seine Ausbildung vorzeitig. In der Mehrzahl der Fälle passiere das gleich im ersten Lehrjahr. Insgesamt gab es 5.700 Abbrecher, 450 mehr als im Jahr 2015.

Über die Hälfte der Jugendlichen, die eine Berufsausbildung vorzeitig beendet hat, beginnt laut Agentur eine neue Ausbildung, geht wieder zur Schule oder absolviert eine Weiterbildung. Nur ein geringerer Teil gehe dem Bildungssystem verloren, bis er erneut eine Ausbildung beginne.

Hauswirtschaft und Handwerk besonders betroffen

Die meisten Abbrecher gibt es laut Landesarbeitsagentur in der Hauswirtschaft, dicht gefolgt von der Handwerksbranche. Ein schlechtes Betriebsklima und Konflikte im Betrieb werden als Hauptgründe für den Abbruch genannt. Zudem seien Azubis heute weit weniger bereit, schlechte Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen zu akzeptieren, sagte ein Sprecher der Landesarbeitsagentur. Die höchste Abbrecherqoute verzeichnete 2016 mit über 30 Prozent die Stadt und der Landkreis Leipzig sowie Nordsachsen, am geringsten ist die Quote im Landkreis Görlitz.

Im Vergleich zu den anderen mitteldeutschen Bundesländern schneidet der Freistaat besser ab. Hier führt Sachsen-Anhalt die Statistik mit über 34 Prozent an. Auch in Thüringen liegt mit 30,6 Prozent vor Sachsen mit 28,3 Prozent.

Infografik zu Abbruchquoten bei Ausbildung in Sachsen 2016.
Bildrechte: Bundesagentur für Arbeit/Regionaldirektion Sachsen

Auch Betriebe lösen Ausbildungsverträge auf

Auf der anderen Seite kündigen Betriebe ihrerseits Verträge auch wegen fehlender Motivation der Azubis. In kleineren Betrieben werden weit mehr Lehrverträge vorzeitig beendet als in  Großunternehmen. Im öffentlichen Dienst ist die Abbruchquote mit rund fünf Prozent am niedrigsten.

Quelle: MDR/mar/bd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 31.07.2018 | ab 7:00 Uhr in den Nachrichten.

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Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2018, 09:25 Uhr

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10 Kommentare

01.08.2018 10:58 Hempel U. Sofa 10

Habs leider oft und viel erlebt, in vielen Betrieben ist der Lehrling wirklich nur Mädel für allen Käse, Ausbildungsinhalte werden auf externe Lehrgänge abgeschoben war vor 15 Jahren schon so bei mir. Ja ja Früher Früher blabla ich kann es nicht mehr hören. Mussten Sie alle Früher teilweise 80 bis 200km zu Ihrer Berufsschule pendeln? Mussten Sie damals schon von Ihrem Lehrlingsgeld diverse Versicherungen sowie private Altersvorsorge finanzieren? usw usw. Zeiten ändern sich und auch junge Menschen ändern sich, was nicht heißt das auch junge Menschen einfach mal die Arschbacken zusammenkneifen sollten.
Jede Fachkraft und andere Arbeitnehmer erwarten auch inzwischen neben dem Verdienst gewisse Annehmlichkeiten, warum soll der Stift das nicht auch dürfen.

p.s.: Quote im öffentlichen Dienst am geringsten, stress und leistungsfreies Steuergeldverbrennen ist doch kein Grund zum Abbruch, wer schmeißt sowas schon hin, ist eben blöd wenn man dann doch mal in die Privatwirtschaft wechselt.

31.07.2018 00:18 Hans Weller 9

Schlechtes Betriebsklima, da geht es schon los. Was schreiben sich die Unternehmen alles auf die Fahnen was nur Lug und Trug ist. Kein Azubi, kein Personal für die Zukunft, Laden dicht.Baum suchen und....

Ich habe viele Lehrlinge/£Azubis um mir gehabt die immer gefragt haben oder ehrlichen Rat oder gar Lösungen suchten Spàter traf ich sie wieder und wir freuten uns alle.
Liegt wohl an meiner Art, bin ja auch kein Sachse,
sondern ein alter Wikinger der nie stehen geblieben ist nach der Devise, dass machen wir schon immer so und das ist gut. Falsch, es geht auch anders und besser. Das scheint ein Problem der heutigen Zeit zu sein alles beim alten zu lassen . Ideen in Bewegung ist mein Schrittmacher. Aber solche Leute werden auch immer noch behindert und verfolgt. Besonders in Sachsen wie ich von Leuten erfahren haben die dort was auf die Beine stellen wollten. Die Altlasten und großes Misstrauen das von der Stasi geschürt wurde laut einer Forschung behindern viel dort.

31.07.2018 22:22 August der Starke 8

Man muss doch junge Menschen begeistern und fördern können?
Wo ist das Problem und wo ist die Lösung?
Wo sind denn die Flitzpiepen von AfD/CDU/SPD//Grüne/Linke im Tal der Ahnungslosen ? In der Sommerpause?

31.07.2018 20:44 Fragender Rentner 7

@optinator zu 5

Ist bestimmt auch von der Politik so gewollt, sie sollen sich überall mal ausprobieren und so später in die Sozialsysteme einzahlen.

Das spart bestimmt auch Kosten und später bekommen sie eine mickrige Rente und so kann man wieder auf den Staat schimpfen, dass die Rente zu niedrig ist, man hat eben nicht den richtigen Beruf gefunden. :-)

Da fällt mir der Klaus bei "ab ins Beet" ein, der war doch noch mit 33 oder 36 ein Student ! :-(

31.07.2018 18:36 Norbert Rokasky 6

Das Handwerk an zweiter Stelle im Bereich der Abbrecherquote?! Dabei wird der überwiegende Teil der praktischen Ausbildung doch in der hochgelobten ÜLU in den BZ der HWK‘s in Sachsen durchgeführt. Daher nicht ganz verständlich das u.a. ein schlechtes Betriebsklima der Unternehmen eine entscheidende Rolle spielen soll.

31.07.2018 16:51 optinator 5

Alles Weicheier.
Erst mal eine Ausbildung beenden, dann sich weiter Qualifizieren.
Somit verdient man dann auch Leistungsgerecht und kann sein Leben bestreiten die Zukunft planen. Der Weg ist für Alles offen.
Aber heutzutage : schnell viel Geld verdienen bei Null Ahnung bzw. Besserwisserei.

31.07.2018 15:44 Fragender Rentner 4

Na mei, die können doch des öffteren eine Ausbilung anfangen, werden doch nicht gezwungen sie zu beenden. :-)

Wenn die Zensuren stimmen, können sie bestimmt auch noch mindestens ein Studium anfangen?

Liege ich da falsch?

31.07.2018 13:52 pkeszler 3

Wer seinen Ausbildungsberuf nicht als Berufung verfolgt, wird die vielen Arbeitsjahre bis zur Rente nie schaffen. Vielen jungen Leuten kommt es mehr auf die Höhe des Lehrlingsentgeldes an, aber nicht darauf an, dass man dafür auch etwas tun muss. Der Spruch von früher: Lehrjahre sind keine Herrenjahre, hat seine Gültigkeit immer noch nicht verloren. Nur für viele Lehrlinge ist das frühe Aufstehen und die Regelmäßigkeit zur Arbeit zu kommen, schon ein Problem. Dabei spielt aber auch die Vorbildwirkung der Eltern ein wichtige Rolle.

31.07.2018 13:25 Anmerkung 2

Wer die Lehre abbricht sollte nie in die soz. Hängematte kommen.Lehrjahre sind keine Herrenjahre. wenn der neue Lehrling als 1. informiert wird ,was er für Rechte hat bevor er überhaupt hat angefangenn ein Werkzeug in die Hand zu nehmen.Die Medien haben ihren auch Teil dazu bei getragen ,wo verdiene ich am Besten .Auch damals in unserer Ausbildung hat uns nicht alles gepaßt. Nach der Lehre konnte man ja wechseln,aber ider heutigen Spaßgesellschaft sieht es eben anders aus.Vielleicht hatte auch der UTP manchen die Berufswahl erleichtert. Das Lehrlingsgeld war bei Handwerkern immer niedriger 65 -105 Mark ,damit mußten wir auch davon Fahrkarten ,Lehrmateriel bestreiten undund sind nicht zu Grunde gegangen und haben Dank der Kenntnisse und Weiterbildungen bis zum neuen Rentenalter gearbeitet.

31.07.2018 11:41 Franz Richter 1


Heute wollen jene Ausbilder nur noch Leute mit Note 1 im Pisa-Wahn. Wir hatten die Eins des kleinen Mannes, eine Drei+. Die alte Eins in der Geschichte der Mathematik.
Beruf kommt von Berufung. In der DDR war alles von der roten Gesinnung abhangig. Elternhaus SED, 3 Jahre NVA, Studium war gesichert. Meins war weltoffen und nicht in der Partei. Die Jugend von heute hat da viel mehr Möglichkeiten wie wir damals.Diese hatten wir, Baujahr 1862, nicht.
Parteilos und humorlos schon immer. Die Peitsche der Roten Gremlins knallte schon in der Schule einen voll ins Gesicht und ins Gewissen, was jene Lumpenbande nicht hatten.Meine Devise ist bis heute deshalb, wenn man nicht weiß wohin man will, kommt man am weitesten. Bin ganz schön
rumgekommen auch ohne Parteibuch. Vertrauen, Spaß und Respekt ist alles!!!!

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