Drei Mädchen stehen vor einer Tafel.
Bildrechte: dpa

Sächsischer Landtag AfD will Flüchtlingskinder aus Schulen ausgliedern

Die AfD sieht den Schulbetrieb in Sachsen durch Flüchtlingskinder belastet. Die Partei verweist auf Raumnot, Stundenausfall und Lehrermangel und will einen Teil der Kinder künftig etwa an Volkshochschulen unterrichten lassen - in ihrer Muttersprache. Ihr Lösungsvorschlag ist für andere Parteien ein Offenbarungseid.

Drei Mädchen stehen vor einer Tafel.
Bildrechte: dpa

Die AfD im Sächsischen Landtag will einen Teil der Kinder mit ausländischen Wurzeln von regulären Schulen verbannen. In einem Antrag an den Landtag spricht sich die Partei dafür aus, Kinder ohne Bleibeperspektive lieber auf die Rückkehr in ihre Heimat vorzubereiten. Bei der Vorstellung des Antrags sagte die AfD-Abgeordnete Karin Wilke: "Wir wollen die Kinder auf dem Niveau ihrer Heimatländer unterrichten, das heißt auch möglichst in der Heimatsprache". Als Ort der Vorbereitungsklassen mit Flüchtlingskindern schlägt die AfD Volkshochschulen vor. Der Antrag soll am Donnerstag im Parlament verhandelt werden.

Andere Parteien erinnern an Grundgesetz

Bei den anderen Parteien im Landtag stieß das Ansinnen auf Protest. Grünen-Fraktionschef Volkmar Zschocke sagte, das sei nicht nur verfassungswidrig. Hier offenbare sich eine Ideologie, in der Menschen "entsprechend ihres Nutzwertes für das deutsche Volk ausgesondert werden": "Ich finde das richtig schlimm." Der Antrag sei "eine Offenbarung und ein weiteres Zeugnis für den völkischen Rassismus" dieser Partei:

Aus meiner Sicht ist die AfD eine verfassungs-, grundrechts- und menschenfeindliche Partei.

Grünen-Fraktionschef Volkmar Zschocke

Auch CDU, SPD und Linke erinnerten an das Grundgesetz. Die AfD mache deutlich, wessen Geistes Kind sie sei, erklärte Linken-Fraktionschef Rico Gebhardt. Das Kultusministerium verwies auf das Schulgesetz im Freistaat. Aus ihm folge, dass für Kinder von Zuwanderern unabhängig von der Staatsangehörigkeit "ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage" die gleichen Chancen zur Wahrnehmung von Bildungsmöglichkeiten zu gewährleisten seien wie allen anderen Schülern.

Kultusminister Piwarz: Mehrsprachigkeit unterstützt Teilhabe

Nach Angaben des Ministeriums lernen derzeit insgesamt 7.863 Mädchen und Jungen in 538 Vorbereitungsklassen. Sie kommen aus mehr als 140 Ländern. Mit ihrer Zwei- und Mehrsprachigkeit würden sie eine wichtige Bildungsressource mitbringen. Kultusminister Christian Piwarz erklärte: "Zwei- oder Mehrsprachigkeit fördert die Kommunikation zwischen Mehr- und Minderheiten und unterstützt somit den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Partizipation in der Gesellschaft".

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN : MDR SACHSEN- Das Sachsenradio | 30.01.2017 | ab 17:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2018, 18:10 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

117 Kommentare

01.02.2018 18:14 Kritischer Bürger 117

@Eulenspiegel 92: Steht doch auch im Artikel wenn man ihn nur lesen würde und vor allem verstehen will! ich darf zitieren: +... Kinder ohne Bleibeperspektive lieber auf die Rückkehr in ihre Heimat vorzubereiten. Bei der Vorstellung des Antrags sagte die AfD-Abgeordnete Karin Wilke: "Wir wollen die Kinder auf dem Niveau ihrer Heimatländer unterrichten, das heißt auch möglichst in der Heimatsprache"....+ Also Ihre Frage geklärt?

01.02.2018 18:06 Janes 116

@Eckkefred Kohlefeld 113: Ähm, wer andere an der Bildung misst, sollte sich selbst daran messen lassen.

"(...)ist es ihnen gelungen auch nur ein Argument vor zu bringen(...)"...das sie vertsanden hätten. Das ist ein großer Unterschied. Nein-das wird mir garantiert nicht gelingen. Das wäre auch wie Perlen vor die Säue.

01.02.2018 17:57 Janes 115

@Buergerx 108: Ich bin sehr dafür sinnvoll zu diskutieren-aber wenn jemand solche Vorschläge macht, dann ist derjenige nicht an einer sinnvollen Diskussion interessiert. Die afd will aber nicht mal das-die wollen nur Aufmerksamkeit, umso radikaler, umso besser! Weil sie auch wissen, dass es genug "besorgte" gibt, die sich davon täuschen lassen.
Es ist erwiesen, dass Kinder/Schüler die Sprache viel schneller lernen, wenn sie mit Muttersprachlern umgeben sind. Viel mehr muss man eigentlich die Frage stellen, wie schlecht die Lehrer eigentlich ausgebildet sind, wenn sie nicht im Stande sind, ordentlich zu lehren.
Und dann beginnt Integration nicht damit, dass man als erstes die zu integrierenden isoliert. Wer legt also für mein Beispiel fest, welche Autos die Autobahn verlassen sollten?!

01.02.2018 17:56 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 114

@ 107:
Also, dann noch mal für Dich:

Die Frage, ob ich "diese Religions" (Du meinst sicherlich den Islam) unter die grundgesetzliche Religionsfreiheit "stellen würde", stellt sich gar nicht, da die Religionsfreiheit in Deutschland ein Grundrecht ist und damit jedem Menschen zugestanden wird - selbst den Mitgliedern der Religionsausgrenzerpartei, von denen einer - Arthur Wagner aus Brandenburg - letztens zum Islam konvertiert ist.

Wenn Du nun dem Islam respektive den Muslimen die Religionsfreiheit in Deutschland absprechen willst, handelst Du schon verfassungswidrig.
Du kannst ja durchaus die Meinung vertreten - das läuft leider unter Meinungsfreiheit - aber wenn Du auf die dusselige Idee kommst, das tatsächlich umzusetzen, wirst Du wohl Bekanntschaft mit der Justiz machen.
Von daher wünsche ich Dir recht wenig Erfolg dabei!

01.02.2018 15:26 Ekkehard Kohfeld 113

@ Janies 105 Endlich mal eine pragmatische, logische Idee der AfD, die zeigt, was für kluge Menschen da Politik machen.
Wir bekäpfen den Lehrermangel dadurch, Schüler aus der Schule zu werfen! Klasse. Und so logisch.##Bei ihnen scheint der Lehrermangel ja auch schon zu wirken sie können ja nicht mal richtig lesen,wo bitte steht das?????Ist es euch nicht möglich mal bei der Wahrheit zu bleiben,schon blöde wenn man sonst keine Argument findet nicht mal in fast 2 Jahren die ich hier schreibe ist es ihnen gelungen auch nur ein Argument vor zu bringen.Glauben sie das sie das in diesem Jahrhundert noch hin bekommen,ich habe da so meine Zweifel wo nichts ist kann nichts kommen.

01.02.2018 15:16 Eulenspiegel 112

Ach ja diese Leute mit ihren pseudo--pedagogischen Blödsinn mit dem sie belegen wollen das Flüchtlingskinder nichts an Regelschulen zu suchen haben. Die wollen wollen doch nur ihr Fremdenhass kaschieren. Fakt ist das diese Kinder im laufe des Jahres 2015 nach Deutschland gekommen sind. Sie haben also schon 2 Jahre kulturelle Eingliederung und 1 Jahr Förderschule erlebt. Und ein Teil dieser Kinder wird auch sicher hier bleiben um die Rente der denjenigen zu erarbeiten die sie jetzt so massiv anfeinden.

01.02.2018 14:51 janoschausle 111

@ pkeszler (#64)
>Jeder normale Bürger weiß doch, dass sich Kinder unter sich immer verstehen, selbst schon im Kindergarten.<
So lange sie die selbe Sprache sprechen ist das auch zutreffend.

pkeszler....nein, eben nicht. Kinder gehen unvoreingenommen, neugierig auf das andere zu, und das von Natur aus, solange sie nicht zu Hause schon "versaut" wurden...Im übrigen, Kinder können sich mit einer Leichtigkeit über Sprachbarrieren hinweg mit Zeichen besser verständigen als Erwachsene....

01.02.2018 13:36 pkeszler 110

@Janes: "Wir bekäpfen den Lehrermangel dadurch, Schüler (von Flüchtlingen) aus der Schule zu werfen! Klasse. Und so logisch."
Ja, auf solche "klugen Ideen" kann nur die AfD kommen.

01.02.2018 13:26 Buergerx 109

@Mediator: keine Rückantworten mehr auf meine Kommentare? Habe fertig, Flasche leer?

01.02.2018 13:24 Buergerx 108

@105JANES: Sind Sie so naiv oder tun Sie nur so oder ist Sarkasmus und Polemik das Einzige, was Sie noch bieten können? Macht Ihre Unlogik nicht besser. Die Schüler sollen nicht aus den Schulen geworfen werden, sie sollen die Schule wechseln. Um es Ihnen an Ihrem Beispiel zu erklären, ein paar Pkw sollen von der Autobahn runter und die Bundesstraßen benutzen.