Kampf gegen Seuche Afrikanische Schweinepest: Sachsens Jäger bekommen zusätzliche Gelder

Zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) haben Sachsens Jäger Abschussprämien gefordert, wie sie beispielsweise in Bayern gezahlt werden. Jetzt hat Sachsens Landesregierung eine solche Abschussprämie in Aussicht gestellt - in Kombination mit einer Aufwandsentschädigung. Mit einer Informationskampagne will das Land nicht nur Jäger zur Mithilfe gegen die ASP ermuntern.

Wildschwein schubbert sich an einem Baum.
Bildrechte: MDR/Peter und Stefan Simank

Mit einer Informationskampagne wirbt das Sozialministerium um Mithilfe im Kampf gegen die ASP in Sachsen. Die Kampagne richtet sich vor allem an Fernfahrer, Wanderer, Jäger und Tierhalter.

Petra Köpping
Bildrechte: dpa

Auch wenn gerade viele Kräfte für die Bekämpfung der Corona-Pandemie gebunden sind, vergessen wir die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest nicht.

Petra Köpping Gesundheitsministerin

Lebensmittelreste sollten beim Wandern oder an Autobahnraststätten nicht in der Natur liegengelassen werden, Wildschweinkadaver den Behörden gemeldet werden, so Köpping. Schweinehalter sollten auf die größtmögliche Sicherheit in ihren Ställen achten.

Aufwandsentschädigung für sächsische Jäger

Die bisherigen Präventionsmaßnahmen würden wirken und die Seuche habe sich nicht weiter der deutsch-polnischen Grenze genähert. Zusätzlich zur Anfang März fertiggestellten Schwarzwild-Wildbarriere im Grenzverlauf zu Polen, die den Grenzübertritt von Wildschweinen verhindern soll, hat die Landesregierung weitere Schritte zur Prävention beschlossen. So sollen die Anschaffung von Materialen für feste Zäunungen und 30 Fanganlagen für Schwarzwild gefördert werden.

Um die Abschusszahlen hochzuhalten, soll nun ein "Programm zur Gewährung einer finanziellen staatlichen Anerkennung für die Erlegung und Versorgung von Wildschweinen" für Jäger in Sachsen eingeführt werden - also eine Schussprämie. Zusätzlich sollen die Jäger, die die örtlichen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter bei der Kennzeichnung, Proben-Nahme, Bergung und Beseitigung von Indikatortieren (Fallwild, Unfallwild, krank erlegt) unterstützen, eine Entschädigung in Höhe von 30 Euro erhalten. Sächsische Jägerverbände verwiesen bereits Ende April auf Bayern, wo seit Anfang dieses Jahres für den Abschuss von Wildschweinen eine Prämie von 100 Euro gezahlt wird.

Afrikanische Schweinepest noch nicht in Deutschland angekommen

Für die präventiven Maßnahmen sind in diesem Jahr laut Ministerium rund 440.000 Euro eingeplant. Für Menschen ist die Tierseuche ungefährlich. Ein nachgewiesener Seuchenfall hätte laut Ministerium allerdings extreme Auswirkungen für die schweinehaltenden Betriebe in Sachsen und Deutschland. Diese könnten ihre Produkte dann nicht mehr exportieren, ihnen wäre die wirtschaftliche Grundlage entzogen, hieß es. Das Verbreitungsgebiet der ASP liegt mehrere Monate nach einem Ausbruch in Westpolen derzeit wieder etwas weiter weg von Deutschland.

Quelle: MDR/al/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR | 01.01.2020 | 00:01 Uhr

1 Kommentar

Dammler vor 4 Wochen

Ziegenbock zum Gärtner gemacht?
Es werden 53 % aller Frischlinge von Frischlingsbachen geboren. Die entstehen, weil die Jäger an den Kirrungen den Mais nicht auf erhöhten Bachentischen darreichen, sondern auf dem Erdboden für die kleinen Frischlinge erreichbar. Dadurch wachsen die Frischlinge schneller und werden schon im ersten Lebensjahr zu Frischlingsbachen. Vor 50 Jahren wurde noch nicht gekirrt, es gab keine Frischlingsbachen. Die Jäger kirren falsch und erzeugen dadurch die Sauenschwemme.
Würde der Bachentisch an den Kirrungen vorgeschrieben, dann gäben es 53 % weniger Frischlinge. Das Geld könnte sinnvoller ausgegeben werden.

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