30 Patienten in sechs Stunden Mein Alltag beim ambulanten Pflegedienst in Sachsen

Heike ist 42 Jahre alt und hat 20 Jahre im ambulanten Pflegedienst gearbeitet. Mittlerweile ist sie in der stationären Pflege tätig. Wie ein "ganz normaler Tag" in der ambulanten Pflege ausgesehen hat, lesen Sie hier.

5:30 Uhr im Büro sein, Übergabebuch lesen und verstehen, Notizen machen, Medikamente nach Tourenplan zusammenstellen, Schlüssel für Patienten heraussuchen. Hab ich alles? Los geht’s!

Auto entfrosten, einsteigen, frieren. Mist kein Sprit, danke lieber Vorherkollege. Los geht die Fahrt. Prima Blitzeis und kein Winterdienst am Wochenende um diese Zeit unterwegs, also langsam fahren und bloß nicht rutschen.

Beim ersten Patienten nach Möglichkeit 6 Uhr ankommen. "Guten Morgen, na mein Guter, wie haben wir denn geschlafen?" "Naja eher schlecht …" Dann geht der Ablauf je nach Bedarf los. Nur als Beispiel: 21 Minuten für die komplette Grundpflege plus Bett machen, Frühstück zubereiten und Nachtstuhl säubern. Medikamente geben.

Und so in etwa dann bis zu 30 Patienten in sechs Stunden versorgen. Immer fröhlich sein, Nerven behalten, frieren im Winter draußen, schwitzen im Bad beim Patienten drinnen - also nix für gesundheitlich schwache Menschen. Trotzdem habe ich genau diese Arbeit geliebt, weil sie abwechslungsreich ist, weil man Auto fährt und nicht nur auf dem Bürostuhl vorm PC hockt.

Nachtrag zum berühmten Parkplatzproblem

Wenn man in einem Neubau-Wohngebiet Patienten versorgen möchte, muss man sich immer wieder gefallen lassen, dass man zurechtgewiesen wird, sich doch dort oder da nicht hinzustellen. Ich sage das mal so: Wenn Sie, mein lieber Herr, mal einen Pflegedienst benötigen, sind sie auch froh, wenn dieser pünktlich beziehungsweise im Notfall schnell da ist.

Zuletzt:

Auch die Pflegekräfte im ambulanten Pflegedienst wollen nur ihre Arbeit machen. Diese wird zum Teil unterirdisch bezahlt und kaum gewürdigt. Und man kann die Arbeitszeit von 5:30 Uhr bis 6:00 Uhr nicht im Stundennachweis aufführen da sonst der "arme" Arbeitgeber Nachtschichtzuschlag zahlen muss. Die Fluktuation der Angestellten ist enorm.

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2018, 09:15 Uhr

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Aus dem Pflegealltag