07.06.2020 | 07:50 Uhr Weniger öffentliche Apotheken in Sachsen

Eine Apothekerin am Verkauftresen erläutert dem Kunden die Wirkung eines Medikamentes.
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In Sachsen ist die Zahl der Apotheken zurückgegangen. Ende 2019 gab es im Freistaat 958 öffentliche Apotheken. Das waren 15 weniger als noch 2018, teilte das Statistische Landesamt in Kamenz mit. Im Vergleich dazu arbeiteten aber etwas mehr Apothekerinnen und Apotheker in den Läden. 2019 gab es bei insgesamt 2.053 Apothekern einen leichten Personalzuwachs von 13 Apothekern.

Apothekenbranche in Frauenhand

Neben den 958 öffentlichen Apotheken gab es 2019 in Sachsen auch 20 Krankenhausapotheken. Dort waren 154 Apotheker beschäftigt. Bundesweit gibt es rund 19.000 Apotheken, die 160.588 Menschen beschäftigten. Die übergroße Mehrheit mit 89,1 Prozent der Beschäftigten sind Frauen.

Eine Apotheke versorgt mehr als 4.000 Einwohner

Eine öffentliche Apotheke versorgt in Sachsen durchschnittlich 4.257 Einwohner. Den höchsten Versorgungsgrad mit öffentlichen Apotheken gibt es im Landkreis Zwickau mit 27 Apotheken je 100.000 Einwohnern. Am geringsten ist die Versorgungsdichte im Landkreis Bautzen mit 20 Apotheken je 100.000 Einwohner. In den drei sächsischen Großstädten ist die Apothekenanzahl unterschiedlich hoch. Leipzig hat 132 öffentliche Apotheken, Dresden 120 und Chemnitz 60.

Woher stammt das Wort Apotheke? Laut Duden stammt das Wort aus dem Lateinischen: apotheca und dem Griechischen: apothḗkē. Im Mittelhochdeutschen sprach man auch vom "Spezereiladen".
Eine Apotheke war schon bei den alten Griechen ein Ort oder Behältnis zum Aufbewahren, eine Vorratskammer (griech.: apo = weg und griech.: tithenai = setzen, stellen, legen).

Internet-Konkurrenz und Krisenerfahrungen

Sachsen bestellen ihre Medikamente zunehmend im Internet: Knapp ein Drittel der rund 2,3 Millionen sächsischen Onlinekäufer ab einem Alter von 16 Jahren bestellten 2019 Arzneimittel online. Damit stieg dieser Anteil im Vergleich zu 2018 um fünf Prozent.

Zum Tag der Apotheke am Sonntag hat die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) bilanziert: "Die dezentrale, wohnortnahe Arzneimittelversorgung in Deutschland hat sich in der Corona-Pandemie als besonders krisenfest erwiesen. Die Apotheken haben ihre Patienten auch in der Krise jeden Tag zuverlässig versorgen können."

Der Präsident des Verbandes, Friedemann Schmidt möchte, dass das so bleibt und stellt drei Forderungen an die Politik:

  • Festpreisbindung für rezeptpflichtige Medikamente wieder herstellen. Der Europäische Gerichtshof hatte 2016 die Festpreise für rechtswidrig erklärt.
  • Das E-Rezept soll ohne Einfluss von Dritten in die Apotheke gelangen. Bis Ende Juni sollen die technischen Voraussetzungen für Online-Rezepte laut Gesetzgeber stehen.
  • Die während der Pandemie eingeführten Versorgungsverbesserungen wie der Zuschuss zum Botendienst sollten verstetigt werden. Seit Ende April bekommen Apotheker Botengänge zu Patienten mit fünf Euro pro Gang vergütet. Die Honorierung ist vorerst bis Ende September vorgesehen.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.06.2020 | 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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