Arbeitszeit-Statistik Sachsen arbeiten sechs Prozent weniger pro Kopf als noch im Jahr 2000

Eine Frau am Schreibtisch.
Das Statistische Landesamt Sachsen hat die Pro-Kopf-Arbeitszeit der Jahre 2000 und 2018 verglichen. Bildrechte: Colourbox.de

Im Freistaat Sachsen wurden im Jahr 2018 fast 2,95 Milliarden Arbeitsstunden erbracht. Das sind 5,9 Prozent weniger als noch im Jahr 2000, teilte das Statistische Landesamt in Kamenz am Donnerstag mit. Im Vogtlandkreis war der Rückgang mit 19,3 Prozent am deutlichsten. In der Stadt Leipzig stieg das Volumen dagegen um 14,5 Prozent. Die durchschnittlich geleistete Arbeitszeit eines Erwerbstätigen für ganz Sachsen betrug den Berechnungen zufolge 1.431 Stunden. Das entspricht 27,5 Stunden pro Kalenderwoche.

Zunehmende Teilzeitarbeit ein Grund für Verringerung

Als Grund für die gesunkene Pro-Kopf-Arbeitszeit nannte das Statistische Landesamt die zunehmende Teilzeitarbeit und der Anteil sogenannter marginaler Beschäftigung, also beispielsweise geringfügig oder kurzfristig Beschäftigte. Die Arbeitsstunden seien eine wichtige Bezugszahl beispielsweise für das Bruttoinlandsprodukt. Das höchste BIP je Stunde mit 46,74 Euro wurde in der Stadt Dresden erwirtschaftet.

Höchster Wert in Nordsachsen - Chemnitz und Leipziger Land Schlusslichter

Die meisten Arbeitsstunden leisteten Erwerbstätige mit Arbeitsort im Landkreis Nordsachsen. Mit 19 Stunden über dem Sachsenwert lag dieser Landkreis damit an der Spitze aller sächsischen Kreise, dicht gefolgt von Meißen und der Sächsischen Schweiz. Das geringste Arbeitspensum je Erwerbstätigen wurde nach Angaben des Statistischen Landesamtes in den Städten Chemnitz und Leipzig erbracht. Ein Vergleich mit dem Jahr 2000 zeigt die größte Verringerung der Pro-Kopf-Stunden mit fast zehn Prozent im Landkreis Leipzig.

Eine Frau holt einen übergroßen Wecker aus ihrer Aktentasche
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Beschäftigte im Baugewerbe mit längster Arbeitszeit

Innerhalb der einzelnen Branchen in Sachsen gab es bei der Pro-Kopf-Arbeitszeit 2018 deutliche Unterschiede. Menschen im Baugewerbe arbeiteten mit 1.627 Stunden am längsten. Das sind im Durchschnitt 31,3 Stunden pro Kalenderwoche. Hier verzeichnete der Landkreis Mittelsachsen das höchste Arbeitspensum. Das Niedrigste in dieser Branche wurde pro Person in der Stadt Leipzig festgestellt.

Maurerkelle auf Ziegelsteinen
Beschäftigte im Baugewerbe waren 2018 statistisch gesehen am fleißigsten. Bildrechte: imago images/CHROMORANGE

Im Gegensatz dazu betrug die durchschnittliche Arbeitszeit je Erwerbstätigen im Bereich Handel und Verkehr 1.374 Stunden, also pro Beschäftigtem durchschnittlich 26,4 Stunden pro Woche. Hier waren die Zahlen in Bautzen am niedrigsten und in Meißen am höchsten.

Quelle: MDR/sm

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