Zwei Frauen und ein Mann schwimmen am 13. Juli in der Elbe zwischen Rathen und Wehlen.
Wasserspaß mit Poolnudel in der Elbe: Beim offiziellen Elbeschwimmen wie hier in Wehlen haben die Teilnehmer großen Spaß. Die DLRG warnt aber ungeübte Schwimmer vor lebensgefährlichen Ausflügen in Fließgewässern. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Daniel Förster

Badesaison 2018 DLRG warnt: "Flüsse können heimtückisch und gefährlich sein"

Bei dem schwülen Wetter derzeit sehnen sich viele Menschen nach Abkühlung. Auch der Blick auf die Elbe sieht verlockend aus. Hochwasser ist nicht in Sicht, also rein ins Wasser. Doch geht es nach dem Landesverbandsgeschäftsführer der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG), Sebastian Knabe, dann sollte man sich das lieber verkneifen. Abkühlen empfiehlt er nur für die Füße oder bis zur Hüfte. Welche Gefahren Flüsse und Ufer bergen, erklärt er im Interview.

Zwei Frauen und ein Mann schwimmen am 13. Juli in der Elbe zwischen Rathen und Wehlen.
Wasserspaß mit Poolnudel in der Elbe: Beim offiziellen Elbeschwimmen wie hier in Wehlen haben die Teilnehmer großen Spaß. Die DLRG warnt aber ungeübte Schwimmer vor lebensgefährlichen Ausflügen in Fließgewässern. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Daniel Förster

Bei der Hitze zieht es viele zum Abkühlen an Bäche oder Flüsse. Was denken Sie, wenn Sie Leute dort an den Ufern sehen?

Sebastian Knabe: Grundsätzlich ist es in Sachsen erlaubt natürliche und fließende Gewässer zu nutzen. Wir von der DLRG warnen aber definitiv davor, denn gerade Flüsse können heimtückisch und gefährlich sein. Ich rate allen, die sich unbedingt in einem Fluss abkühlen müssen, nur höchstens knietief oder bis zur Hüfte hineinzugehen. Ansonsten empfehlen wir, immer in bewachten Freibädern oder an bewachten Stränden zu baden.

Warum? Was ist so gefährlich an Flüssen?

Sebastian Knabe, Landesverbandsgeschäftsführer der DLRG Sachsen
Bildrechte: Sebastian Knabe

Strömungen werden oft unterschätzt. Von den Unterströmungen eines Flusses sieht man nichts. Man erkennt nicht auf der Wasseroberfläche, wie tief, wie stark zum Beispiel Strudel sind. Vorsichtig sollte man sein, wenn man bei Buhnen oder Staustufen ins Wasser geht. An den Eingängen solcher Anlagen wird man gleich in Strudel hineingezogen. An Ausgängen von Buhnen kann es passieren, dass man nicht wieder aus der Strömung herauskommt.

Wie gefährlich ist die Elbe allgemein?

Im Vergleich zur Oder, zum Main und Rhein fließt die Elbe relativ langsam mit drei Stundenkilometern oder 0,8 Metern in der Sekunde. Der Rhein fließt durchschnittlich mit zehn Kilomtern in der Stunde. Trotzdem kann das Baden in der Elbe heimtückisch sein, denn für Ungeübte ist es etwas komplett anderes, dort zu schwimmen als im See oder Pool.

Wie ist es bei kleineren Nebenflüssen, die in Elbe oder Mulde münden. Da sieht man öfter Kinder und Familien am Ufer und im Wasser.

Das kommt darauf an, wie breit und tief das Flussdelta ist. Bei der Triebisch, die in Meißen in die Elbe fließt, ist das nicht ganz so gefährlich, denn dort ist es relativ flach und einsichtig. An den Mündungen von Gottleuba oder der Müglitz sind die Strömungen dagegen echt stark. Kleinkinder sollten dort nicht spielen. Die Prinzipien, die für Kleinkinder gelten, sollten auch Hundebesitzer ernst nehmen. Hunde können nicht von allein die Gefährlichkeit eines Wassers einschätzen.

Was sollte man noch an Flüssen und Bächen beachten, wenn einen die Hitze ins Kühle lockt?

Die Wasserqualität der Elbe ist mittlerweile sehr gut. Aber die bakteriellen Werte sind nicht kleinzureden. Man sollte kein Wasser schlucken. Das kann zu Darmbeschwerden führen. Man sollte auch kein Elbwasser in die Auge bekommen. Sonst riskiert man bakterielle Reizungen und Beschwerden. Ich musste selbst schon mal zum Augenarzt und eine Entzündung behandeln lassen, nachdem ich in der Elbe war. Man sollte auch auf Steine, Pflanzen, Tiere und Müll am Ufer und im Wasser achten. Es liegt ja leider viel Müll herum. Vorsicht also, dass man sich nicht schneidet oder an den Füßen verletzt. Bakterielle Verunreinigungen können bei Schnittverletzungen auch zu Entzündungen führen.

Quelle: MDR/kk

Zuletzt aktualisiert: 06. Juni 2018, 14:31 Uhr