Landwirt Geert Brandtner steht auf einem seiner Weizenfelder in Nordsachsen, in dem in Folge der Trockenheit Risse zu sehen sind.
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Wegen Trockenheit Sachsens Bauern erwarten hohe Ernteausfälle

Die Ernte wird in diesem Jahr deutlich schlechter als in den Vorjahren. Der Bauernverband rechnet mit Ertragseinbrüchen von 30 bis 50 Prozent. Ganz schlimm steht es um das Futtergetreide. Schuld ist die Trockenheit. Die Bauern hoffen auf Unterstützung vom Land und vom Bund.

Landwirt Geert Brandtner steht auf einem seiner Weizenfelder in Nordsachsen, in dem in Folge der Trockenheit Risse zu sehen sind.
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Wegen der anhaltenden Trockenheit rechnen die sächsischen Bauern in diesem Jahr mit hohen Ernteausfällen bei Getreide. Das Sommergetreide hatte ebenso wie das Wintergetreide in weiten Teilen Sachsens massiv unter den ungünstigen Witterungsbedingungen zu leiden, teilt der Sächsische Bauernverband am Freitag mit.

"Wir gehen von deutlichen Mindererträgen beim Getreide aus. Regional differenziert erwarten wir Ertragseinbrüche von 30 bis 50 Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt", schätzt der Präsident des Sächsischen Bauernverbandes, Wolfgang Vogel. Sachsens Landwirte bewirtschaften insgesamt 700.000 Hektar Ackerland. Davon entfallen knapp 400.000 Hektar auf den Anbau von Getreide.  

Der Deutsche Bauernverband - die Vertretung der Bauern auf Bundesebene - erwartet wegen der langen Trockenheit nicht nur in Sachsen, sondern in vielen Teilen Deutschlands große Ernteausfälle und verlangt von der Bundesregierung Hilfen für die Landwirte. Die Lage ist nach Angaben des Verbands existenzbedrohend.

Probleme auch bei Landwirtschaftsbetrieben befürchtet

Wolfgang Vogel (l), Präsident des Landesbauernverbandes Sachsen, und Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) stehen auf einem Weizenfeld in Nordsachsen und halten Getreidekörner in den Händen.
Wolfgang Vogel (li.), Präsident des Bauernverbandes Sachsen, und Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) Bildrechte: dpa

Die Trockenheit führe mittlerweile auch zu einer sehr angespannten Futtersituation in den Landwirtschaftsbetrieben, sagte Vogel. Er forderte das sächsische Landwirtschaftsministerium auf, den Notstand in Sachsen auszurufen, damit den Agrarunternehmen schnell und unbürokratisch geholfen werden kann. Gelingt dies nicht, sei ein massives Sterben von Landwirtschaftsbetrieben absehbar.

Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt zeigt sich besorgt über die geringe Ernte von Getreide als Futtermittel und hat den betroffenen Landwirten die Hilfe des Freistaates angeboten: "Es sieht sehr schwierig aus. Der zweite Schnitt fällt vielerorts sehr gering oder ganz aus", sagte er MDR SACHSEN.

Wir sind zunehmend nicht nur von unseren regionalen Erträgen abhängig, sondern von globalen Erträgen. Es heißt noch lange nicht, wenn wir bei uns eine schlechte Ernte haben, dass die Preise hochgehen. Das wird abzuwarten sein.

Thomas Schmidt Sachsens Landwirtschaftsminister

Sachsens Grüne fordern mehr Bewusstsein von sächsischer Landesregierung

Für die Grünen im Sächsischen Landtag sind Hilfen für Bauern eine Notwendigkeit und sie fordern von der Landesregierung, mehr gegen den Klimawandel zu tun. Der landwirtschaftliche Sprecher der Grünen sagte: "Kurzfristige Hilfen sind in Jahren mit solchen Extremwetterlagen für in Existenznot geratene Betriebe notwendig. Unser Ziel muss es aber sein, gemeinsam mit den Landwirten Strategien zu entwickeln, um sich den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen."

Möglicherweise werde es in Sachsen auch Regionen geben, in denen nicht mehr alle Feldkulturen anbauwürdig sind. So könnte auf den sandigen Böden in der Oberlausitz oder Nordsachsen nur noch Roggenanbau als Getreidefrucht möglich und sinnvoll sein, sagte Günther weiter.

Bund will im August bewerten und sieht Länder in der finanziellen Verantwortung

Auch die Bundesregierung hat sich besorgt über die wetterbedingten Ernteprobleme der deutschen Bauern gezeigt, will aber über Hilfen erst nach den Ernteberichten im August entscheiden. Dann werde man die Lage bewerten, sagte eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin. Zuständig seien in erster Linie die Länder.

Quelle: MDR/sm/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 06.07.2018 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 07. Juli 2018, 11:09 Uhr

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1 Kommentar

06.07.2018 18:30 Brennabor 1

Vielleicht kommt man endlich mal zu der Einsicht, dass unser Fleischkonsum extrem
zu hoch ist. Außerdem sollte die Herstellung von E 10 Benzin sofort gestoppt werden.
Allein mit viel weniger Tierhaltung könnte man den Klimawandel schon etwas
entgegen wirken. Nur unsere Politiker werden das leider nicht begreifen.

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