Husarenhof Erste Anklagen nach Brand in Bautzen

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat nach dem Brandanschlag auf die geplante Asylunterkunft am Husarenhof in Bautzen erste Anklagen beim Amtsgericht Bautzen erhoben. Die Anklage richtet sich gegen drei junge Männer aus Bautzen und Umgebung, wie ein Sprecher der Ermittlungsbehörde MDR SACHSEN sagte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor. Sie sollen Polizisten während der Löscharbeiten behindert haben. Zurzeit läuft das Eröffnungsverfahren, das heißt, die Tatverdächtigen können sich zu den Vorwürfen äußern. Danach entscheidet das Amtsgericht, ob sich die Angeklagten vor Gericht verantworten müssen. Wenn die jungen Männer keine Wiederholungstäter sind, werden solche Straftaten meist mit einer Geldstrafe geahndet.

Bundesweites Entsetzen

Während des Brandes in der Nacht zum 21. Februar in dem als Asylbewerberheim vorgesehenen Areal hatten teils betrunkene Schaulustige ihre Freude über das Feuer zum Ausdruck gebracht und versucht, die Löscharbeiten zu behindern. Das hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Das für extremistische Straftaten in Sachsen zuständige Operative Abwehrzentrum hatte zügig die Ermittlungen aufgenommen. Die Kriminalisten gehen von Brandstiftung aus. Sie fanden Spuren von Brandbeschleuniger im Gebäude.

Der Oberbürgermeister von Bautzen, Alexander Ahrens, schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund für Brandstiftung nicht aus. Der parteilose Kommunalpolitiker sagte bei einem Vor-Ort-Termin, er sei schockiert, dass so etwas in Bautzen möglich sei.

Der bei einem Feuer stark beschädigte "Husarenhof" wird unterdessen keine Unterkunft für Flüchtlinge werden. Wie das Landratsamt Bautzen unlängst mitteilte, sind die Schäden in dem Gebäudekomplex zu groß. "Nach dem Dachstuhlbrand ist ein Großteil der Gebäude derzeit nicht nutzbar", heißt es in einer Mitteilung. Eine Teilnutzung sei für den Landkreis Bautzen unwirtschaftlich.

Zuletzt aktualisiert: 08. April 2016, 15:22 Uhr

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34 Kommentare

10.04.2016 01:23 NN 34

Nochmal ganz langsam : "... rassistische Verbrecher, die Löscharbeiten und ggf. die Rettung von Personen verhindern..." sagt der Kommentator NutzerW 31, der wahrscheinlich nicht vor Ort war. --"...dass es die massiven Behinderungen nicht gab, und Grubert, Stübner und Bergander bestätigen es. Sie sind nicht behindert worden...." wird von Menschen gesagt, die vor Ort waren. Nennen Sie mir einen vernünftigen Grund, den Menschen vor Ort weniger zu glauben als den Meldungen all Jener, die es vom Hörensagen verbreiten.----einen Menschen vor einer rechtskräftigen Verurteilung als einen "rassistischen Verbrecher" zu bezeichnen, verstößt nicht nur gegen die guten Sitten. Lassen Sie uns, die vom MDR sicher bereitgestellte, zukünftige Urteilsbegründung lesen! ----Die Bezeichnung "Verbrecher" ist bei Verurteilten mit mindestens 2 Jahre Haftstrafe zutreffend.

09.04.2016 20:41 Mediator an V2Knut(32) 33

Ach Knutchen, sie sind schon süß! Mein Beitrag hat sich damit auseinandergesetzt, dass man zwar noch nicht sicher sagen kann, wer das Haus angezündet hat, jedoch durch Deduktion Schlüsse ziehen kann, bei denen einige deutlich wahrscheinlicher als andere sind. .... Bei der Vorverurteilung von Ausländern warten Sie doch auch nicht darauf, dass ein Syrer irgendwann eine Straftat begangen hat sondern tun gerne so, als ob alle Syrer generell kriminell sind. ..... Das Deduktion funktioniert zeigt mein logischer Schluß, dass ihre Texte von einem Mensch und nicht von einer zufällig über die Tastatur streunenden Katze verfasst werden. Können Sie dies bestätigen?

09.04.2016 19:35 V2Knut 32

Wenn hier jemand wieder seine Gut-Böse-Welt zurechtkonstruiert, wie von @[smart-arse] demonstriert, kann einem schon mal flau im Magen werden. Da kommen als Klischeebilder der hypothetischen Springerstiefelträger zu Ehren. Dieses Haus MUSS von Rechtsextremisten/Nazis/Rechtspopulisten/Rechten/AfDlern/Pegidisten/....... gebrandschatzt worden sein. Punktum! Von so etwas wie "Heißer Sanierung" als weitere Möglichkeit hat dieser Mensch noch nie was gehört!

09.04.2016 15:03 NutzerW 31

@NN

Du klingst auch, als würdest du über das Gesagte nicht länger nachdenken als unbedingt notwendig ist. Du vergleichst rassistische Verbrecher, die Löscharbeiten und ggf. die Rettung von Personen verhindern mit Menschen, die aus Not- vor Gewalt und Hunger flüchtend- eine Grenze unerlaubt überwinden.

Auch der Tatbestand rassistische Hetze ist wohl sehr viel schlimmer einzustufen als deine "Fangruppen" die zu trennen sind oder die Einzelfälle von Absperrungs-Übertretern (viell. gibts die auch fast garnicht?).

Und schiebe mich bitte nicht in die sog. linke Ecke, ich schimpfe mich weder rechts noch links, weil ich alle Extreme verabscheue. Jeder Extremismus schlägt über die Strenge und verliert seine teilweise zu Anfang bestandene Verhältnismäßigkeit und ruft nur (Gegen-) Extreme auf den Plan. Nur kompromisse, die leider innerhalb einer Demokratie hart und langsam errungen werden müssen können zum Ziel führen.
Anklage absolut gerechtfertigt!!!

09.04.2016 13:34 NN 30

Je länger man drüber nachdenkt: Wenn irgendwo ein Unfall oder ein Verbrechen passiert und jemand versucht die Absperrung des Tatortes zu übertreten, dann wird das wohl nicht in der Zeitung stehen. Auch wenn die Polizei Demonstrationen oder Fangruppierungen trennt und es wird versucht die Trennung zu durchbrechen, dann steht das in der Zeitung, Anklagen sind mir nicht bekannt.-- Andererseits werden anderswo nicht nur Absperrungen, sondern befestigte Staatsgrenzen zu tausenden, teilweise mit Gewalt überwunden, da sind wiederum die Absperrer die Bösen. Passt alles irgendwie nicht zusammen.

09.04.2016 12:39 meta1960 29

Wohin Verharmlosung fremdenfeindlicher Handlungen - angefangen bei Beifallsbekundungen vor brennenden Flüchtlingsunterkünften über Behinderung von Polizei und Feuerwehr bis hin zur Brandstiftung - auch in unserer Zeit führen können, hat die dreiteilige ARD-Serie über den NSU-Komplex deutlich gezeigt. An die Untaten von 1933-1945 brauche ich wohl nicht zu erinnern. Auch diese haben sich in den 1920er Jahren angekündigt, als es noch eine Demokratie in Deutschland gab. Wir sollten es heute besser wissen!

09.04.2016 12:15 meta1960 28

Noch einmal: Die Polizei hat Schlimmeres verhindert, da sie die Personen, die die Löscharbeiten behindern wollten, davon abgehalten hat. Diese Personen haben dagegen Widerstand geleistet und werden deswegen zurecht angeklagt. Jetzt können sie sich dazu äußern und ein Richter entscheidet, ob sie sich vor Gericht verantworten müssen. Was ist dagegen zu sagen? Wären es linke Autonome oder Ausländer würden viele wahrscheinlich von "Kuscheljustiz" sprechen.
Und noch einmal aus dem Einsatzbericht der Feuerwehr: "20-30 Schaulustige befinden sich im Kreuzungsbereich Käthe- Kollwitz-Straße sowie der Schlachthofstraße, darunter Anwohner und angereiste Schaulustige. Es kommt nach Augenzeugenberichten zu Beifallsbekundungen, asylfeindliche Parolen fallen." Also: Personen sind eigens angereist, um sich den Brand anzusehen. Und bei den Begriffen "Beifallsbekundungen" und "asylfeindliche Parolen" gibt es wenig Spielraum für Interpretationen.

09.04.2016 11:37 Dresden 27

Zu 25: Auch in dem Artikel der Welt ist die Rede davon, dass einige Leute geklatscht haben, während andere ihre Fahrzeuge in Sicherheit bringen wollten. Der Artikel spricht aber noch ein anderes Problem an, nämlich den Hass im Internet.

09.04.2016 10:46 Mediator an NN(24) 26

Wenn Männer mit Glatzen, Springerstiefeln und Bomberjacken einen Schwarzafrikaner zusammentreten würden, dann gehen Sie sicher erst einmal ganz im Sinne der Neutralität davon aus, dass dies kein Hinweis auf eine fremdenfeindliche und rechtsextremistische Straftat wäre. Meine Gedanken und vermutlich die der überwiegenden Bevölkerungsmehrheit gehen da in eine ganz andere Richtung. Bei dem thematisierten Brand ist dies ebenso! ... Seltsam, dass Menschen, die sich die Welt so zurechtlegen, im Umkehrschluß bei Flüchtlingen doch eher dazu neigen, diese pauschal und noch bevor es überhaupt zu einer konkreten Straftat gekommen ist, als gesamte ethnische Gruppe zu kriminalisieren.

09.04.2016 09:48 Udo Herrmann 25

Wie in einem Artikel der "Welt" vom 01.04. nachzulesen, hat es keine Behinderung der Feuerwehr und auch keine Beifallklatscher gegeben. Dazu gibt es Aussagen der beteiligten Feuerwehrleute und des städtischen Mitarbeiters, Herrn Andre Wucht. Im Artikel heisst es:
"Massive Behinderungen?" "Beifall der Bautzener?" "Nein, nein, nein", sagt Wucht. Die Presse sei wie elektrisiert von den "massiven Behinderungen" und "Niemand interessiere sich für die Wahrheit." (Zitat Ende)
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft beziehen sich wohl auf 3 Betrunkene, die durch die Absperrbänder gekrochen waren und von der Polizei festgenommen wurden. Die meisten Schaulustigen waren Leute, die sich in aller erster Linie um die Sicherheit Ihrer im Absperrbereich geparkten Autos gesorgt haben. Bisher hat noch keine der sich in Wortgewalt übertreffenden Medien versucht, das Ganze wieder gerade zu rücken.

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