Rekordauftrag Niesky baut Spezialwaggons für Eurotunnel

Der Waggonbau Niesky hat einen Rekordauftrag erhalten. In den nächsten drei Jahren produziert das Werk 315 Spezialwaggons für den Eurotunnel zwischen England und Frankreich. Ein Unternehmenssprecher sagte MDR SACHSEN, das Gesamtvolumen betrage 120 Millionen Euro. Er bestätigte damit einen entsprechenden Zeitungsbericht.

Es ist der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte, die immerhin bis 1835 zurückreicht. Für den Auftrag soll die Zahl der Mitarbeiter von derzeit 270 auf über 300 wachsen. Bei Waggons handele es sich um Transportwaggons für Lastwagen. Durch den Eurotunnel wird unter anderem ein Shuttle-Verkehr für Laster abgewickelt, Sattelschlepper fahren dazu komplett auf Spezialzüge. Der 50 Kilometer lange Tunnel unter dem Ärmelkanal wurde 1994 eröffnet.

Werk bis Ende 2016 voll ausgelastet

Mit dem neuen Auftrag ist das Nieskyer Waggonwerk bis 2016 voll ausgelastet. Für 2017 und 2018 seien die Auftragsbücher bereits zur Hälfte gefüllt. Um die Spezialwaggons für den Eurotunnel fertigen zu können, müssen im Werk kleinere Umbauten vorgenommen werden. So soll unter anderem ein Hallentor vergrößert werden, schreibt die "Sächsische Zeitung".

Bis zum vergangenen Jahr war die Zukunft des Traditionsbetriebes im Osten Sachsens noch unklar. Die Deutsche Bahn, die das Werk aus einer Insolvenz heraus übernommen hatte, klagte über fehlende Aufträge. Für die Belegschaft war Kurzarbeit an der Tagesordnung. 2014 wurde das Werk an einen Investor verkauft. Wie die Zeitung schreibt, verhandelt die Geschäftsführung mit potenziellen Auftraggebern aus der Türkei und aus dem arabischen Raum, wo derzeit auch in Eisenbahninfrastruktur investiert wird. Zurzeit werden Schiebewandwagen und Autotransportwaggons für verschiedene Betreiberfirmen produziert.

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2015, 09:25 Uhr

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1 Kommentar

13.01.2015 20:46 Nachdenkliche 1

Das ist wirklich mal eine sehr gute Nachricht in unserer gebeutelten Region. Nichts ist schlimmer für die Menschen als die ständige Unsicherheit, wenn man nicht weiß wie es mit einer Belegschaft weiter gehen soll.