Kohleausstieg Absage für Zuse-Campus in Hoyerswerda

Leerer Hörsaal einer Universität.
Ein großer Campus für Informationstechnologie wird in Hoyerswerda vorerst nicht entschehen. Bildrechte: dpa

Am Scheibesee bei Hoyerswerda wird auf absehbare Zeit kein Zuse-Campus gebaut. Das ergaben Gespräche von Hoyerswerdas neuem Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) mit Vertretern der TU Dresden und der sächsischen Landesregierung. Der Bau einer Lehranstalt sei aus Mitteln des Strukturstärkungsgesetzes nicht förderfähig, erklärte Ruban-Zeh. Zudem sei unklar, wie der laufende Betrieb einer so großen Einrichtung finanziert werden könne. Denn auch die Folgekosten könnten nicht aus den Strukturfördermitteln im Rahmen des Kohleausstiegs bezahlt werden.

Ursprünglich wollte Sachsen in Hoyerswerda einen Elite-Campus für Informationstechnologie als Außenstelle der TU Dresden errichten. Für diesen sogenannten Zuse-Campus hatte man 200 Millionen Euro aus den Ausgleichszahlungen des Bundes für den Braunkohleausstieg vorgesehen. Mit dem Geld sollten Labore und Testflächen für autonome Systeme entstehen und 3.000 Studenten sollten in Hoyerswerda ausgebildet werden. Diese Pläne sind nun gestorben.

Projekt kleiner angehen

Das Projekt sei damit aber nicht vom Tisch, betonte Ruban-Zeh. Der Campus soll jetzt kleinteiliger entwickelt und nach und nach über Forschungseinrichtungen aufgebaut werden. Dafür will Hoyerswerda neben der TU Dresden weitere Hochschulen ins Boot holen und neben der Informationstechnik auch Forschungszweige der Medizin- und Energietechnik ansiedeln.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.11.2020 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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