Landrat Michael Harig
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Nach Angriff bei Niesky Landrat Harig aus Bautzen kritisiert "Wolfsversteher"

Landrat Michael Harig
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Der Bautzener Landrat Michael Harig hat ein Umdenken beim Thema Wolf angemahnt. Zwei Tage nach der Wolfsattacke in Förstgen im Landkreis Görlitz meldete sich der Politiker am Donnerstag mit einem "Leserbrief" zu Wort: "Nun war es eine 'staatliche Herde', die getroffen wurde. Am Leid der Tiere ändert das freilich nichts, wohl aber - und das bleibt zu hoffen - am Erkenntnisprozess derer, die da meinen, es sei alles in Ordnung", heißt es in dem Schreiben.

Gefahr in Verzug

"Wann wird endlich erkannt, dass wir auf einem falschen Wege sind?", fragte Harig. Und schreibt weiter: "Wenn die Ideologen in Brüssel und Berlin noch Zeit - zu viel Zeit - zum Einsehen brauchen, so sollten wir in Sachsen erkannt haben, dass 'Gefahr im Verzug' ist." Die Politik sei zum Handeln verpflichtet. Wölfe gehörten nicht in die hiesige Kulturlandschaft.

Der Landrat beklagte zudem, dass angesichts der Entwicklungen immer weniger Einwohner bereit seien, "sich der Mühe einer artgerechten Tierhaltung zu unterwerfen".

Die bisherige Argumentation der 'Wolfsversteher', die Schäfer seien zu bequem und einfältig, um einen wirksamen Herdenschutz zu betreiben, und dass die Behauptungen der Jäger über die Verhaltensänderungen des Wildes wissenschaftlich nicht belegt seien, zerbröselt mit jedem Rissereignis.

Michael Harig Landrat Bautzen

Harig plädiert seit Längerem für Eingriffe in die Wolfspopulation. Dem Wolfsangriff in Förstgen waren Dutzende Tiere zum Opfer gefallen. Die angegriffene Herde aus Schafen und Ziegen umfasste ursprünglich 151 Tiere, nur 62 kamen ohne Blessuren davon. Bis Donnerstagvormittag wurden 43 tote Tiere und 18 verletzte registriert. 28 wurden noch vermisst. Am Freitag will Ministerpräsident Michael Kretschmer die Naturschutzstation besuchen.

Deutschland und Polen wollen zusammenarbeiten

Unterdessen werden Deutschland und Polen eine gemeinsame Arbeitsgruppe zum Umgang mit Wölfen bilden. Das haben Bundesumweltministerin Svenja Schulze und ihr polnischer Amtskollege Henryk Kowalczyk am Donnerstag in Neuhardenberg beschlossen. Wie die Arbeitsgruppe besetzt werden soll und was im Detail ihre Aufgaben sind, ist nach Angaben des Umweltministeriums noch offen. Tierschützer sprechen sich für ein gemeinsames Monitoring aus, da manche Rudel die Landesgrenzen überqueren.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.10.2018 | ab 15:30 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2018, 19:54 Uhr

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24 Kommentare

13.10.2018 01:17 G. Schmitz 24

Herr Harig wollte doch Sparkassenoberhaupt mit einem Jahresgehalt von roundabout 400.000€ werden,
er ist durchgefallen und sucht jetzt seinen Rückhalt durch Kritisierung der Wolfsversteher und geht jetzt Angeln.

"Mäh, ihr Schafe, mäh, ihr Schafe, bleibet treu eurer Rasse eurem Glauben auch im Schlafe, auch im Schlafe. Mäh, ihr Schafe"

12.10.2018 19:56 Ekkehard Kohfeld 23

Hippiehooligan 22 @Maria A.
Selten solchen Unsinn gelesen, der so weit an der Realität vorbei geht.##Können sie das irgend wie belegen? Na egal...wir wissen ja von wem es kommt.##
Dann sei mal schön vorsichtig wenn du das nächste Mal Holz für deine Hütte sammelst oder alleine durch den Wald "reist"...##Wieso springen sie da aus dem Gebüsch und öffnen den Mantel?

12.10.2018 18:31 Hippiehooligan 22

@Maria A.
Selten solchen Unsinn gelesen, der so weit an der Realität vorbei geht. Na egal...
Dann sei mal schön vorsichtig wenn du das nächste Mal Holz für deine Hütte sammelst oder alleine durch den Wald "reist"...

12.10.2018 16:57 Maria A. 21

Die unbeirrten Wolf-Sympathisanten werden, also zumindest einige, erst aus ihrer glücksbeseelten Naturblase heraus kriechen, wenn sich ein Wolf so verhält, wie sich vor vielen Jahren ab und an ein Wolf verhalten hat und eben deshalb keinen guten Ruf genoss: als beutegieriges Raubtier. Der sich in kargen Zeiten trotz seiner angeblichen Scheu viel zu oft in Dörfer wagte, um an Haustiere zu kommen. Wie auch Wölfe in sehr langen kalten Wintern sich im Wald wegen Holzsammelns oder Reisens unterwegs befindliche Menschen angriffen.
Vielleicht braucht es erst einen derartigen "Weckruf", ehe spöttelnde Zeitgenossen begreifen, dass man mit den ach so wundervoll die Wälder bereichernden Wölfe nicht kuscheln kann und es berechtigt ist, ein kontrolliertes Abschießen zu erlauben, wenn es genau zu solchen üblen Vorfällen gekommen ist, wie letztens der mit den vielen gerissenen Schafen. Schönen Freitagabend noch!

12.10.2018 12:04 Horst 20

Mal von der Bürgerbeschimpfung abgesehen, warum sollte dieser Vorfall "Die bisherige Argumentation der 'Wolfsversteher', die Schäfer seien zu bequem und einfältig, um einen wirksamen Herdenschutz zu betreiben, [...] zerbröselt mit jedem Rissereignis." belegen?!

12.10.2018 11:48 Nabu-Interessent 19

Der Elefant am Maisfeld, der Tiger im Holzsammler-Wald, das Krokodil am Badestrand, sie alle verdienen unseren Schutz, herzerweichende Filmchen im ARD...aber der Wolf, das alte Mistviech, ja aber bei uns doch nicht! Wieviele Rehe sind im deutschen Straßenverkehr zu Tode gekommen, wieviele Hasen und Fasane vom deutschen Jäger geschossen (Diplomatenjagd heißt es nicht, weil Diplomaten geschossen werden!)...Das bleibt natürlich geheim, liegt in den Panzerschränken der Behörde. Wieviel Fleisch fressen eigentlich die 8,5 Mill. deutsche Katzen? Der Wolf muß in Maßen bejagd werden, von Jägern mit unbedingtem Willen zur eigenen Zurückhaltung. Gibt es die im Regelfall? Wenn ich eine Trophäe brauche, denke ich dann noch an Eigenverantwortung?

12.10.2018 10:56 Erzer 18

Soviel Dummheit hier in manchen Kommentaren....denken manche überhaupt erstmal ernsthaft nach bevor sie
Posten ?? Die Wolfsversteher nehmen also in Kauf, lieber jährlich Tausende von Euro Steuergelder abzugeben, damit Schäfer entschädigt werden ?! Wie hohl muss man sein. Keiner will die Wölfe doch komplett ausrotten. Aber ein gesundes Maß muss eingehalten werden. Wölfe wurden schon vor hunderten Jahren geschossen, weil Tierhalter schon immer Raubopfer wurden. Komisch: wenn zB Wildschweine geschossen werden, regt sich auch kein Mensch auf....weil wahrscheinlich die Fleischtheke leer stünde ?! Viele hier vergessen die wertvolle Arbeit der Schäfer, die eine Hochachtung verdient.....sie kümmern sich um die natürliche Mahd vieler Wiesen, Deiche und Dämme.

12.10.2018 09:34 Sachse 17

... die Liebe zu Wölfen steigt direkt proportional zur Entfernung von ihnen.

12.10.2018 08:08 matze 16

Wir haben In Deutschland Europas größte Wolfsdichte und kommen damit nicht klar, weil einige Ihn als Kuscheltier sehen. Warum klappt es in anderen Ländern? Dort wird der Wolf bejagt und siehe da, er stirbt trotzdem nicht aus. Der Wolf ist ein weit verbreitetes Wildtier und sollte auch so behandelt werden und nicht wie das frei lebende Haustier der Prädatorenschützer(Tierschützer sind es ja nicht).

12.10.2018 06:31 peter 15

Dümmer gehts nimmer!
Wahrscheinlich kommt jetzt der Bürgerdialog mit dem Wolf! Unsere Politiker lieben ja neuerdings diese Gesprächsrunden. Aus denen leider nichts rauskommt.
Nicht der Wolf ist schuld, sondern wir Menschen im Umgang mit Ihm!!!

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