30.03.2020 | 21:24 Uhr Dorfjugend aus Radibor organisiert Einkaufshilfe für Mitmenschen

Einkaufen in einem Supermarkt.
In Radibor bei Bautzen gehen Jugendliche für Dorfbewohner, die ihre Wohnung zurzeit nicht verlassen können, einkaufen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

In der Corona-Krise wächst vielerorts der gesellschaftliche Zusammenhalt. So auch in Radibor bei Bautzen. Die Jugend des etwa 700 Einwohner zählenden Ortes in der Oberlausitz will den älteren oder hilfebedürftigen Mitbürgern unter die Arme greifen. Die Jugendlichen haben sich zusammengefunden, um Einkäufe für die Menschen zu erledigen, die ihre Wohnung derzeit nicht verlassen können.

Ortseigener Lieferservice

Die Jugendlichen seien vor gut einer Woche zusammen gekommen und haben ihre Idee des mobilen Einkaufsservice entwickelt, erzählt Beno Šćapan. Sie wollen damit ein Zeichen setzen, "damit die Menschen wissen, die Jugend ist aktiv, sie sind für die Menschen da".

Dazu haben die jungen Helfer eine Bestell-Hotline eingerichtet und sie im Ort bekannt gemacht. Ein Mitstreiter sitzt am Telefon und nimmt die Bestellungen auf. Danach werde geschaut, wer von den Jugendlichen gerade Zeit und ein Auto hat, erzählt Antonia Wessela. "Dann fahren wir einkaufen und versuchen, so gut es geht, alles zu bekommen. Wir bringen es dann vor die Haustür, dann wird bezahlt und wir hoffen, dass wir den Menschen damit auch ein Lächeln bringen können", sagt sie.

Jugend sieht in Krise Chance für die Zukunft

Natürlich halten sich die jungen Helferinnen und Helfer genau an die Hygienebestimmungen. Schließlich gehe es darum zu verhindern, dass sich ältere Menschen mit dem Coronavirus infizieren.

Wir gehen mit Handschuhen einkaufen, tragen einen Mundschutz im Laden und das Team, das einkaufen fährt, ist immer nur zu zweit. Einer, der fährt, und einer, der einkauft und hilft.

Antonia Wessela Jugendliche aus Radibor

Die Jugendlichen könnten auf diese Weise etwa zwei Bestellungen pro Tag abarbeiten. Die Nachfrage sei groß. Und auch wenn vieles nicht einfach ist, sieht die Jugend von Radibor in der Krise auch eine Chance.

Wer weiß, vielleicht entwickelt sich daraus ja etwas. Dass die Leute auch nach der Krise sagen, man kann sich auf uns verlassen und wir machen künftig einmal in der Woche diesen Einkauf.

Beno Šćapan Jugendlicher aus Radibor

Quelle: MDR/ms

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.03.2020 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

Mehr aus Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz

Zwei Frauen sitzen auf einer Couch und schauen in die Kamera 2 min
Bildrechte: MDR/Vivien Vieth

Das Leben in der Corona-Zeit ist für viele Menschen eine große Herausforderung. Vivien Vieth war beim Verein Lebendiger Leben in Kamenz, der Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen unterstützt.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Di 26.05.2020 16:54Uhr 01:51 min

https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/bautzen-hoyerswerda-kamenz/audio-1415100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio
Eröffnung der Kampagne für die sorbische Sprache "Sorbisch?Na klar." in Bautzen 2 min
Bildrechte: Lydia Matschie

Zur Vielfalt in der Lausitz gehört die sorbische Sprache. Das zeigen auch die Plakate der Imagekampagne "Sorbisch? Na klar." Doch wie steht es eigentlich um dieses "Image"? Milan Greulich hat nachgefragt.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Di 26.05.2020 16:30Uhr 02:19 min

https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/bautzen-hoyerswerda-kamenz/vielfalt-sorbische-sprache-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Mehr aus Sachsen