Turnhalle geschlossen Diskussionen um Impfzentrum am Kamenzer Flugplatz

Ende Dezember sollen in ganz Sachsen die Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Zuerst mit mobilen Teams, später sollen dann die Impfzentren ihren Betrieb aufnehmen. 13 Stück gibt es davon im Freistaat, so auch im Landkreis Bautzen. Doch um dieses gibt es jetzt Streit. Ursprünglich war vorgesehen, das Zentrum in einer Halle auf dem Schützenplatz in Bautzen zu errichten. Doch dann entschied die Kreisverwaltung, auf eine eigene Immobilie zurückzugreifen: Eine Turnhalle am Flugplatz in Kamenz.

Impfzentrum Landkreis Bautzen Flughafen Kamenz
In dieser Turnhalle am Flughafen in Kamenz entsteht das Impfzentrum des Landkreises Bautzen. Bildrechte: MDR/Jens Czerwinka

In und um die Halle herrscht zurzeit geschäftiges Treiben. Handwerker, Sicherheitsdienst – es muss schnell gehen. Denn über den Jahreswechsel ist wenig Zeit. Erst vergangene Woche habe der Stadtrat von der Entscheidung des Landkreises erfahren, das Impfzentrum in Kamenz zu errichten, erzählt Oberbürgermeister Roland Danz.

Schulen und Vereine äußern Unmut

Der Bürgermeister sah sich nun gezwungen, die Entscheidung für das Kamenzer Impfzentrum in einem offenen Brief zu rechtfertigen. Denn gegen diese regt sich einiger Widerstand. Die Halle am Flugplatz ist eine Dreifelderhalle. Vier Schulen und fünf Vereine, darunter Handballer, nutzen sie normalerweise täglich. Einige von ihnen können die Schließung nicht nachvollziehen. Denn wie lange die Halle für sie nicht nutzbar sein wird, ist nicht absehbar. Danz könne den Unmut verstehen, sagt er. "Aber: Es geht um den Schutz insbesondere unserer Großeltern und Eltern. Und es geht um die Möglichkeit, diesen Schutz schnellstmöglich unseren Bürgern anzubieten", meint Danz.

Impfzentrum Landkreis Bautzen Flughafen Kamenz
Vereine und Schulen können die Halle ab sofort nicht mehr benutzen. Bildrechte: MDR/Jens Czerwinka

Wir haben das in unserem Stadtrat kurz diskutieren können am vergangenen Mittwoch, dass wir hier auch Haltung zeigen und dass wir uns gemeinsam auch klar machen sollten, wofür wir da sind. Und es eben nicht um schwarz oder weiß geht.

Roland Danz Oberbürgermeister Kamenz

Mammutaufgabe, aber "selbstverständlich"

Wann und wie es dann tatsächlich losgeht in den Impfzentren ist zurzeit noch nicht klar. Betrieben werden diese vom Deutschen Roten Kreuz, der Aufbau wird von der Landesregierung koordiniert. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte am Freitag, die Organisation solcher Zentren sei eine Mammutaufgabe, die es so noch nie gegeben habe.

Der Impfstoff soll es ab dem 27. Dezember geliefert werden. Wann genau die Zentren in Betrieb gehen, auch das in Kamenz, steht noch nicht fest. Dass der Stadtrat der Entscheidung für die Errichtung des Impfzentrums zugestimmt hat, ist für den Oberbürgermeister aber selbstverständlich. Er sei seit über 30 Jahre im Dienst der Stadt. Wenn es um die Gesundheit und den Schutz von schwachen Menschen gehe, dann müsse man das einfach lösen, sagt er.

Quelle: MDR/bj/jc

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.12.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

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