Gedenktafel Epitaph im Bautzner St.-Petri-Dom nach Restaurierung wieder zu sehen

Impressionen aus dem Epitaph Dom
Nach den Restaurierungsarbeiten ist das 400 Jahre alte Epitaph wieder im Dom zu sehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Epitaph im Sankt-Petri-Dom in Bautzen ist nach aufwändigen Restaurationsarbeiten wieder zu sehen. Rund 400 Jahre ist die in hell gestrichenem Holz gefasste und mit goldenen Ornamenten verzierte Gedenktafel alt. Das Epitaph zählt zu den wertvollsten Ausstellungsstücken im Bautzner Dom St. Petri.

Holzwurmbefall und Risse

Durch Holzwurmfraß und Trockenrisse waren an der Holztafel erhebliche Schäden entstanden. Die Dresdner Holzexpertin Uta Matauschek übernahm die Restaurierung. Diese sei auch für sie eine große Herausforderung gewesen, sagt Matauscheck: "Es gab Teile, die drohten abzustürzen, zum Beispiel das obere Relief des Jüngsten Gerichtes. Wenn das abgestürzt wäre, wäre es unwiederbringlich verloren gewesen. Es war in sich schon völlig zerfressen vom Holzwurm und das wäre einfach weggewesen und was macht man dann an so einer Leerstelle?"

Impressionen aus dem Epitaph Dom
Das Relief des Jüngsten Gerichts drohte aus der Tafel herauszubrechen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Epitaph hat für Bautzen aber auch für die Oberlausitz eine ganz besondere Bedeutung. Es erinnert an den Mediziner, Ratsherren und Mäzen Gregorius Mättig. Er lebte von 1585 bis 1660 und machte sich in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges durch Spenden und soziales Engagement einen Namen als Wohltäter. Noch heute trägt die Bautzner Mättig-Stiftung seinen Namen.

Bildung für Bautzner Schüler

Christian Tiede, der stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrates erzählt: "Es ist interessant aus seiner Geschichte, weil Gregorius Mättig, der selber keine Kinder hatte, nach seinem Tod im 17. Jahrhundert sein Vermögen in Stiftungen eingebracht hat, die bis in die Zeit der Naziherrschaft Bestand hatten und vor allem Bildung unterstützt haben." So habe er für Menschen und Schüler aus Bautzen, die selber aus familiären Gründen nicht in der Lage waren höhere Bildung zu erlangen, eine Ausbildung ermöglicht.

Impressionen aus dem Epitaph Dom
Die Tafel erinnert an den Bautzner Wohltäter Gregorius Mättig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gemeinsam mit vielen Spendern und der Hamburger Reemtsma-Stiftung haben die Bautzner die 100.000 Euro Restaurierungskosten zusammenbekommen. Am 1. November sollte es einen großen Gottesdienst zur feierlichen Einweihung des Mättig-Epitaphs geben. Coronabedingt wird der am Sonntag aber nur in kleiner Runde stattfinden.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.10.2020 | 16:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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