Zwei Feuerwehrmänner mit Atemschutzmasken sitzen in einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr.
Bildrechte: xcitepress

Alarm wegen stechendem Geruch Großeinsatz nach Chemikalien-Austritt in Ottendorf-Okrilla

Am Freitagabend verbreitete sich von einem Gewerbegebiet in Ottendorf-Okrilla aus ein starker stechender Geruch. Aus einem Tank war Methylacrylat ausgelaufen. Nach einer öffentlichen Gefahrenmeldung und einem mehrstündigen Großeinsatz konnte die Feuerwehr in der Nacht Entwarnung geben.

Zwei Feuerwehrmänner mit Atemschutzmasken sitzen in einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr.
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Eine ausgelaufene Chemikalie hat in einem Gewerbegebiet in Ottendorf-Okrilla im Landkreis Bautzen einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Wie die Einsatzbehörden auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilten, hatte sich am Freitagabend gegen 18:30 Uhr ein starker stechender Geruch in der Gegend verbreitet. Die Einsatzkräfte hatten zunächst einen ortsansässigen Chemiebetrieb in Verdacht. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Quelle eine auf die Reinigung von Tanks spezialisierte Firma war.

Bevölkerung mit "NINA" gewarnt

Dort hatte den Angaben zufolge ein Lkw-Fahrer Verschlüsse eines zu reinigenden Tanks an seinem Fahrzeug geöffnet. Dabei lief eine geringe Menge Methylacrylat und gelangte auch in die Kanalisation. Die auch Acrylsäuremethylester genannte farblose und stechend riechende Substanz wird unter anderem in der Produktion von Lacken und Kohlenstofffasern verwendet. Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis rückten mit rund 100 Einsatzkräften und 25 Fahrzeugen an, darunter ein ABC-Zug. Das gesamte Gewerbegebiet wurde abgesperrt, alle ansässigen Betriebe und Einrichtungen geräumt. Über die Warn-App "NINA" wurden Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

ABC-Alarm im Gewerbegebiet Ottendorf-Okrilla

Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst stehen auf einer Straße.
Großeinsatz am Freitagabend in Ottendorf-Okrilla. Aus einem Gewerbegebiet verbreitete sich ein starker und stechender Geruch. Bildrechte: xcitepress
Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst stehen auf einer Straße.
Großeinsatz am Freitagabend in Ottendorf-Okrilla. Aus einem Gewerbegebiet verbreitete sich ein starker und stechender Geruch. Bildrechte: xcitepress
Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr steht auf einer Straße hinter einem Absperrband.
Das gesamte Gewerbegebiet wurde sofort abgesperrt. Bildrechte: xcitepress
Zwei Feuerwehrmänner mit Atemschutzmasken sitzen in einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr.
Nachdem sich herausgestellt hatte, dass eine Chemikalie ausgelaufen war, fuhren Feuerwehrleute mit Atemschutzmasken in die Sperrzone und nahmen Messungen vor. Bildrechte: xcitepress
Auf einem Handy zeigt eine Warn-App eine amtliche Gefahrenmeldung für Ottendorf-Okrilla an.
Die Bevölkerung in der Umgebung wurde mit der offiziellen Warn-App des Bundes, "NINA", über den Einsatz informiert. Bildrechte: xcitepress
Feuerwehrmänner stehen vor und in einem Dekontaminations-Container vor dem Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden.
Weil Gefahren für Mensch und Umwelt zunächst nicht ausgeschlossen werden konnten, kam ein ABC-Zug aus Bautzen zum Einsatz. Bildrechte: Roland Halkasch
Mehrere Einsatzkräfte stehen vor einem Feuerwehrfahrzeug
Auch die diensthabenden ABC-Fachberater und der Kreisbrandmeister wurden alarmiert. Sie gaben gegen 2 Uhr früh schließlich Entwarnung. Bildrechte: xcitepress
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Es wird noch ein paar Tage riechen

Mehrere ABC-Fachberater und auch der Kreisbrandmeister waren vor Ort, um die Lage zu analysieren. Nach rund sieben Stunden und mehreren Messungen gaben die Einsatzkräfte schließlich Entwarnung. In der Luft und auch im Abwasser konnten keine gefährlichen Konzentrationen der Chemikalie gemessen werden. Sämtliche Ergebnisse lagen deutlich unter den zulässigen Grenzwerten. Gemeindewehrleiter Tobias Kröner wies allerdings darauf hin, dass sich Reste des stechenden Geruchs noch einige Tage in der Umgebung halten könnten. Dies sei aber unbedenklich. Verletzt wurde niemand.

Nichts ging mehr bei DHL

Der Gefahrguteinsatz hatte auch Folgen für den Paketdienstleister DHL. Er betreibt in dem Gewerbegebiet in Ottendorf-Okrilla ein großes Verteilzentrum. Die Beschäftigten mussten die Hallen verlassen, sämtliche Fahrzeuge wurden zu einem Ausweichparkplatz geleitet. Da über Stunden keine An- und Auslieferung möglich waren, könnten einige Pakete später beim Empfänger ankommen als üblich.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.02.2019 | ab 07:00 Uhr in den Nachrichten.

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Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 12:33 Uhr

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