16.08.2019 | 12:11 Uhr Goldschakal tappt in der Oberlausitz in Fotofalle

Zum ersten Mal ist in Sachsen ein Goldschakal nachgewiesen worden. Das teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) am Freitag mit. Das Tier war bereits am 30. März 2019 auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz im Landkreis Görlitz in eine Fotofalle gegangen. Jetzt liegt die offizielle Bestätigung vor, dass es sich um einen Goldschakal handelt.

Als Goldschakal identifiziert wurde das Tier demnach vom Lupus Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland. Durch Vergleichsaufnahmen vom selben Kamerastandort sei gut zu erkennen gewesen, dass das fotografierte Tier größer als ein Rotfuchs und kleiner als ein Wolf ist. Von der Gestalt her ist die Zuordnung zum Goldschakal sicher.

Goldschakal und Wolf in der gleichen Fotofalle

Goldschakal
Bildrechte: BImA/Bundesforst Lausitz
Goldschakal
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Fotofalle Wolf
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Die Experten sind sicher: Links ist ihnen einen Goldschakal vor die Linse gelaufen, rechts ein inzwischen nicht mehr so seltener Wolf.

Die anpassungsfähige Art besiedelt bevorzugt verbuschtes und feuchtes Gelände mit Versteckmöglichkeiten, bewohnt jedoch auch andere Lebensräume. Auf dem "Speisezettel" des Goldschakals stehen nach Angaben des LfULG vorwiegend kleinere Säugetiere, wie Wühlmäuse und Ratten, aber auch Früchte und Aas. Das scheue Tier  stellt keine Gefahr für den Menschen dar, kann jedoch ähnlich wie ein Fuchs auch ungeschützte kleinere Nutztiere töten.

Goldschakal auch in Thüringen unterwegs

Der Goldschakal sei eine besonders geschützte Tierart, hieß es vom Landesamt. In Europa kommt der Goldschakal traditionell auf dem Balkan vor. Dort wurde er jedoch verfolgt und fast ausgerottet. Durch Schutzmaßnahmen erholten sich die Bestände allmählich. Einzelne Tiere wandern ostwärts. In Tschechien vermehrte sich der Goldschakal im Jahr 2018 erstmals in der Nähe von Prag auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz.

In Deutschland wurden seit 1996 einzelne Goldschakale nachgewiesen. Im Süden Brandenburgs hielt sich ein Tier zwischen 1996 und 1998 in einer Braunkohlefolgelandschaft auf. Kürzlich wurde ein Tier im Hainich in Thüringen gesichtet.

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Breitet sich das Raubtier auch in Deutschland aus?

MDR AKTUELL Fr 16.08.2019 16:24Uhr 03:22 min

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Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.08.2019 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2019, 12:15 Uhr

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5 Kommentare

17.08.2019 10:48 Jang 5

Den besorgten Bürgern schlage ich vor, in Zukunft auch im Wald spazieren zu gehen. Diese Vielfalt wird ja immer unerträglicher ;-)

17.08.2019 00:02 Bodo TV 4

Wegen des Goldschakals 35364in Deutschland braucht sich keiner Sorgen machen.Wir haben hier in Deutschland viel neue Tiere zu bewundern.Denken wir nur an den Waschbär,eigentlich in Amerika zu Hause,oder den Wolf,der jetzt bei uns wieder heimisch geworden ist.
Es ist doch schön,wenn sich die Tiere wieder neuen Lebensraum erobern.

16.08.2019 21:01 Johannes der Streitbare 3

ja mit den Menschen kommen auch die Tiere

16.08.2019 17:12 Sachse43 2

Da scharren doch schon wieder Leute mit den Hufen, die auf eine ABM Stelle als Goldschakalexperte warten.

16.08.2019 12:27 Paule 1

Mir wird Angst und Bange um unsere Zukunft. Ständig Neuigkeiten an die früher niemand zu denken wagte

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