Akute Rutschungsgefahr Familie in Lebensgefahr - Polizei beendet Inselcampen im Speicher Lohsa

Die Polizei hat im Lausitzer Seenland ein illegales Camping aufgelöst. Eine Familie hatte sich mit Kind und Hunden auf einer akut rutschungsgefährdeten Insel in einem alten Tagebau aufgehalten.

Menschen an einem Ufer
Nach MDR-Informationen handelte es sich um Personen aus der Region Dresden. Zwei Hunde waren auch dabei. Bildrechte: MDR/Henry Gbureck

Eine Gruppe von zwei Männern, zwei Frauen und einem Kind hat sich am Dienstagabend durch wildes Campen in Lebensgefahr begeben. Polizei und Feuerwehr mussten die rutschungsgefährdete Insel im Speicherbecken in Lohsa/Dreiweibern räumen.

Feuerwehrleute mit Boot
Es war ein aufwändiger Einsatz. Bildrechte: MDR/Henry Gbureck

Nach Polizeiangaben waren die drei 30-Jährigen, die 53-Jährige und der fünf-Jährige Junge und zwei Hunde mit zwei Schlauchbooten und Campingausrüstung zum Übernachten auf die Insel gefahren. Bei dem Land handele es sich um absolutes Rutschungsgebiet der Stufe rot, so die Polizei. Es herrsche Lebensgefahr. Selbst für Rettungskräfte bestehe ein Betretungsverbot. 

Einsatz am nächsten Morgen

Reporterangaben zufolgen hatten Beobachter am Dienstagabend per Fernglas zwei kleinere Boote an der Insel entdeckt. Bevor jedoch die Feuerwehr übersetzen konnte, wurde der Einsatz aufgrund der einbrechenden Dunkelheit abgebrochen. 

Am frühen Mittwochmorgen setzten die Einsatzkräfte über und forderten die Camper umgehend zum Verlassen des Gebietes auf. Ein Polizeihubschrauber unterstützte aus der Luft. Die Gruppe packte laut Polizei zügig die Sachen und verließ die Insel. Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen Hausfriedensbruch. "Der Campingausflug dürfte den Personen außerdem teuer zu stehen kommen", vermutet die Polizei.

Feuerwehrleute mit Boot
Bildrechte: MDR/Henry Gbureck

In den letzten Jahren kam es nach MDR-Informationen in dem Gebiet immer wieder zu größeren Abbrüchen und Rutschungen. Ein Anwohner berichtete, dass die Insel in den letzten sechs Jahren schätzungsweise 40 Prozent ihrer Fläche durch Rutschungen verloren hat.

Speicherbecken Lohsa II Das Speicherbecken Lohsa II entstand zwischen 1997 und 2016 durch die Flutung des ehemaligen Tagebaus Lohsa und dient als Speicher. Der See kann bis zu 97 Millionen Kubikmeter Wasser speichern und versorgt damit das Biosphärenreservat Spreewald und Berlin mit Wasser. Für Badegäste und Wassersportler ist der See gesperrt. Der See hat eine Fläche von 1.081 Hektar. Quelle: www.lausitzerseenland.de

Quelle: MDR/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.08.2020 | ab 16:30 Uhr in den Regionalnachrichten Studio Bautzen

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