13.05.2019 | 15:30 Uhr Wolf am Mönchswalder Berg? Tier erschreckt Joggerin

In der Oberlausitz soll eine Frau im Wald von einem Wolf berührt worden sein. Verletzt hat das Tier die Frau nicht. Seit dem Vorfall fordern Jäger den Abschuss des Tieres, von dem bisher keiner so genau weiß, was es ist.

Wolf auf Waldweg
Bildrechte: Wolfskompetenzzentrum Iden

War es ein Wolf oder nicht? Diese Frage steht über einem Vorfall, der sich Ende April in der Oberlausitz zugetragen hat und erst jetzt bekannt wurde. Eine Frau Ende 40 joggte an einem Sonntagabend im Wald auf dem Mönchswalder Berg bei Großpostwitz. An einer Weggabelung lief ihr aus dem Unterholz heraus plötzlich ein Tier an die Beine, das aussah wie ein Wolf und ein breites Band um den Hals trug. Erst als die Frau laut um Hilfe schrie, sei es verschwunden, berichtet ihr Vater Dieter Rost, dem sie den Vorfall zuerst geschildert hat. Dass es ein freilaufender oder herumstreunender Hund aus der näheren Umgebung gewesen ist, schließt die Betroffene aus. Sie wohnt seit vielen Jahren in der Gegend und kennt die Hunde aus ihrem weiteren Umfeld. Wölfe hingegen sind am Mönchswalder Berg schon gesichtet worden. Denn in der Nähe ist das Cunewalder Rudel ansässig. Deshalb zeigte die Joggerin den Fall beim Landratsamt Bautzen an.

Vorfall für Landrat glaubwürdig und sachlich

Inzwischen liegt die Sache beim Bautzener Landrat Michael Harig. Er hat keinen Zweifel daran, dass sich der Vorfall so zugetragen hat, wie ihn die Frau beschrieben hat. "Die betroffene Person ist sehr sachlich und glaubwürdig. Sie meint, dass es ein Wolf gewesen ist", sagt Harig. Das Landratsamt wird als nächstes den Fall aufnehmen und dokumentieren. "Mehr können wir nicht machen, weil ja kein Schaden entstanden ist", erklärt der Landrat.

Halsband macht Wolfsforscherin stutzig

Das Wolfsforschungsinstitut Lupus ist bisher nicht offiziell über den Vorfall auf dem Mönchswalder Berg informiert. Beim Stichwort "Halsband" wird aber Forscherin Gesa Kluth hellhörig. "Aktuell gibt es keine besenderten Wölfe in Sachsen", sagt sie. Es gebe einzelne Wölfe in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, die Sender tragen. Auch in Polen. "Wenn besenderte Wölfe in Sachsen unterwegs sind, werden wir umgehend aus den anderen Ländern darüber informiert, wo die sich gerade aufhalten. Wir tauschen uns untereinander aus, um die Bewegungen der Tiere nachzuvollziehen. Die Wölfe werden ja überwacht", erläutert Gesa Kluth. In Sachsen sei in den vergangenen Monaten kein solcher Wolf gemeldet worden. "Wenn das Tier, das der Frau begegnet ist, ein Halsband getragen hat, kann es kein Wolf gewesen sein", sagt die Wolfsforscherin.

Beweisführung schwierig

Ohnehin wird es schwer zu beweisen sein, ob es sich bei dem Vorfall tatsächlich um einen Wolf oder ein wolfsähnliches Tier gehandelt hat. "Wir haben nur die Aussage der Betroffenen", sagt Landrat Harig. Dabei will es der Vater der Joggerin, Dieter Rost, jedoch nicht bewenden lassen. Schließlich sei das Tier vom zuständigen Jäger und anderen Einwohnern schon mehrmals in der Nähe von Häusern gesehen worden.

Jäger will Wolfsabschuss beantragen

Am Dienstag wird sich die Arbeitsgemeinschaft Wolf des Landesjagdverbandes Sachsen in Bautzen treffen. "Dort werde ich den Fall schildern und den Abschuss des Wolfes beantragen", sagt Dieter Rost. Sollte das geschehen, wäre die Angelegenheit wieder beim Landratsamt. Denn das muss mit dem Einverständnis des sächsischen Umweltministeriums den Wolfsabschuss genehmigen. Die Hürden dafür sind sehr hoch. Ende Mai tritt jedoch die neue Wolfsverordnung in Sachsen in Kraft. Dann kann ein Wolf schon geschossen werden, wenn sich mehrmals Häusern auf weniger als 100 Metern nähert und sich nicht verscheuchen lässt.

Quelle: MDR/ris

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.05.2019 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

AKTUELLES AUS SACHSEN

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

29 Kommentare

15.05.2019 07:15 Sr.Raul 29

Das sind lediglich Aufzählungen, @25 (Mentor an...), welche für den Menschen, bei Unkenntnis, weit mehr Gefahr darstellen, als der Wolf. Übrigens ist das Risiko im Wald von einem Baum oder Teilen von ihm erschlagen zu werden um ein Mehrfaches höher, als durch einen Wolf zu Schaden zu kommen. Man merkt sofort, dass Sie keine Ahnung haben.

14.05.2019 17:24 der_Silvio 28

@2 Durchblicker; "Es passt auch ausgesprochen gut zur immer wieder schon beinahe hysterisch vorgetragenen Warnungslitanei gewisser Kreise!"
Jetzt sind also alle Wolfsgegnger auch Nazis? Sehr einseitige Weltanschauung.
Der Wolf hat keinen natürlichen Feind wie es früher mal war.
M.E. ist durch die Wiederansiedlung von Wölfen ein Ungleichgewicht geschaffen worden.

14.05.2019 16:43 UweZi 27

Ach "Mentor" #16, ich muss immer wieder über diesen Nick im Zusammenhang mit den darunter verfassten Texten grinsen. Da hat doch der Mensch wirklich in mühevoller Kleinarbeit die Natur von bösen Tieren befreit. Sicherlich hat die Natur den Menschen genau dafür erschaffen, endlich eine sterile "Kulturlandschaft" auf dieser natürlich, wie könnte es anders sein, nur ihm gehörenden Erdkugel zu schaffen. Vielleicht hat die Erde mit dem Menschen in den unerforschten Weiten des Alls auch die Aufgabe, ein abschreckendes Beispiel für andere Zivilisationen darzustellen. Anders kann man sich den Umgang von denkenden Lebewesen mit ihr langsam nicht mehr erklären.

14.05.2019 16:18 UweZi 26

Wenn Sie auf eine Bache mit Frischlingen getroffen wäre hätte wirklich Gefahr bestanden oder sie hätte danach ins Krankenhaus gemusst. So traf sie sehr wahrscheinlich auf einen ausgesetzten/ entlaufenen Hund, darauf deutet ganz klar das Halsband hin. Ein Wolf macht sich natürlich in dieser von Wolfsphobie geprägten Zeit vor allem für schlagzeilen - und profitgeile Medien besser. Die seriöseren unter ihnen erwähnen weiter hinten im Text wenigstens, das die Tierart völlig ungeklärt ist. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit das alles frei erfunden ist um den Wolf weiter zu diskreditieren. Würde mich bei dem auf Wolfshass deutenden Verhalten des Vaters nicht wundern. Und dem Landrat kommt das vor der Wahl recht, kann er doch den Rotkäppchenbeschützer spielen. Gäbe es im Volk eine klare Mehrheit für den Wolf, würde er die Dame für unglaubwürdig halte, wetten?

14.05.2019 14:49 Mentor an Sylter 24 25

Offensichtlich haben Sie nicht mitbekommen, daß es in unseren Wäldern bis 1990 keine Großraubtiere gab. DAS ist Realitätsverweigerung. Offensichtlich habe Sie auch keine Kinder, noch wohnen Sie auf dem Land. Das ist etwas anderes als im 4 Stock in der Stadt zu leben. Im Übrigen vergleichen Sie Äpfel mit Blumenkohl. Wir haben etwa 1,5 Mio. Wildschweine aber z.Zt. noch(!) ein paar hundert Wölfe. Und wir haben (noch) einen viel zu hohen Wildbestand. Interessant wirds, wenn der auf Normalmaß zurückgeschrumpft ist.

@Sr.Raul: Alles klar. Giftpilze haben die Schulterhöhe einer Deutschen Dogge, jagen im Rudel und haben Kinder im Beuteschema. Man merkt sofort, daß Sie Ahnung haben.

14.05.2019 11:42 Sylter 24

@14.05.2019 09:35 Mentor an Sylter 13
Sorry, aber im Wald gibt es nun mal wilde Tiere. Ihre Realitätsverweigerung wird das nicht ändern. Laufen Sie mal einer Bache mit Frischlingen über den Weg. Die wird sich sicherlich an Ihrer Vollkasko Mentalität die Borsten scheuern.
Wald bleibt Wald. Immer schön die Äuglein offen halten. Wie im Strassenverkehr.

14.05.2019 11:24 Sr.Raul 23

NEIN,@16 (Mentor an...), die Menschheit ist im Wald schon immer allein schon an bruch-/standversagenden Bäumen in ihrer Existenz bedroht gewesen. Kleines Wald 1 x 1 . Von den ganzen giftigen Pilzen, Pflanzen, mit Überträgern des Fuchsbandwurm kontaminierten Waldfrüchten etc. pp. ganz zu Schweigen. Und dann jetzt noch diese ganzen wilden "Bestien" und Das im Wald unfassbar.

14.05.2019 11:06 Schnibbler 22

@21 Humorist
naja ende 40 und gebährfähig mag sein, aber wer will denn so ne alte mami haben?
wenn se sich richtig mühe gegeben hätte hätte sie das tier, im übrigen möglicherweise auch gebähr- oder zeugungsfähig, ggf. auch zu tode erschrecken können. dann gäbe es wenigstens kein einschußloch im fell.

14.05.2019 10:46 Humorist 21

Zum Erlangen einer Wolfstrophäe gehören: mindestens ein kundiger Jäger, ein Tierpräparator, ein Abschußgrund, und natürlich irgend ein Wolf. Wenn man den abgeschossen hat, schleunigst einigen, wer die Pressefotos verwerten darf. Und ein Schaffell wegen der Fetzen im Maul besorgen. Im Übrigen würde kein gut situierter erwachsener Mann aus z.B. den Maghreb-Staaten eine gebärfähige Fau um die Uhrzeit alleine durch den deutschen Wald rennen lassen! Das bringen nur die Deutschen fertig.

14.05.2019 10:34 Schnibbler 20

nachdem das tier sich ja offenbar um die beine der sportlerin gewickelt hat und erst leine zog nachdem diese laut um hilfe rief war es vielleicht ne katze?
@12 bei wem hilft das? beim wolf oder der joggerin?
ich sag nur leben und leben lassen...

Mehr aus Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz

Mehr aus Sachsen