Ein Polizeiauto steht vor dem Reichenturm auf dem Kornmarkt in Bautzen.
Bildrechte: MDR/xcitePRESS

Zwei Jahre nach Übergriffen Polizei zeigt Präsenz in Innenstadt von Bautzen

Die fremdenfeindlichen Ausschreitungen vom September 2016 wirken in Bautzen immer noch nach. Besonders in den Abendstunden sind häufig Polizisten zu sehen. Das scheint sich auszuzahlen.

Ein Polizeiauto steht vor dem Reichenturm auf dem Kornmarkt in Bautzen.
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Zwei Jahre nach den fremdenfeindlichen Übergriffen auf dem Bautzener Kornmarkt ist die Polizei nach wie vor in der Innenstadt präsent. Das betreffe vor allem die Abendstunden, sagte Polizeisprecher Thomas Knaup. Außer auf dem Kornmarkt zeige sich die Polizei auch auf weiteren öffentlichen Plätzen, wie in den Schilleranlagen, auf dem Theaterplatz und auf dem Hauptmarkt sowie an der Wasserkunst. Über die Anzahl der Polizeieinsätze wegen Streitigkeiten zwischen Asylsuchenden und Einheimischen liegen laut Knaup keine Zahlen vor. Die Lage habe sich aber deutlich entspannt.

Es wird mehr miteinander statt übereinander geredet

Geteilt wird diese Einschätzung vom Geschäftsführer des Steinhaus' Bautzen, Torsten Wiegel. Das Kulturzentrum kümmert sich unter anderem um die Integration von Flüchtlingen. "Es herrscht auf jeden Fall ein entspannteres Klima. Ich denke, das hat auch mit den Reaktionen zu tun, die es nach den Übergriffen aus der Stadtgesellschaft gegeben hat." Zudem gebe es jetzt eine mobile Jugendarbeit im Stadtgebiet und es werde mehr miteinander statt übereinander geredet, so Wiegel, der es trotzdem für wichtig hält, immer wieder an die Ereignisse von vor zwei Jahren zu erinnern: "Es sind dort Straftaten begangen worden. Deshalb ist sehr legitim, daran zu erinnern."    

Leben für Auländer ist einfacher geworden

Wie es ist, als Ausländer in Bautzen zu leben, weiß der 28-jährige Libyer Mohamed Gamodi. Vor drei Jahren kam er in die Stadt und hat sich inzwischen eingelebt. Im vergangenen Jahr wagte er den Sprung in die Selbständigkeit und eröffnete einen Technikservice für PC's, Smartphones und Tablets. "Bautzen ist eine hübsche Stadt. Ich bin zufrieden hier in Bautzen", sagt er. Obwohl er die Ausschreitungen vom Kornmarkt noch im Gedächtnis hat, glaubt er, dass seit einem Jahr alles in Ordnung ist. Weg will er aus Bautzen jedenfalls nicht, auch weil das Leben für Menschen aus arabischen Ländern einfacher geworden ist. "Seit zwei Jahren gibt es zwei arabische Lebensmittelläden. Jetzt muss ich nicht mehr nach Dresden oder Berlin fahren", sagt Gamodi.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.09.2018 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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Zuletzt aktualisiert: 14. September 2018, 19:30 Uhr

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