Ein Krokodil wird auf einer Hand gehalten.
Die Kubakrokodile verlassen Hoyerswerda. Bildrechte: Zoo Hoyerswerda

Umzug Kubakrokodile aus Hoyerswerda werden Niederländer

Weil die Eltern den eigenen Nachwuchs auffressen würden, müssen Hoyerswerdas Kubakrokodile umziehen. Das neue Zuhause von Rudi, Shelly und Jada wird der Reptilienzoo Serpo südholländischen Rijswijk. Zwei weitere Männchen sind schon vorige Woche in einen Zoo nach England gereist.

Ein Krokodil wird auf einer Hand gehalten.
Die Kubakrokodile verlassen Hoyerswerda. Bildrechte: Zoo Hoyerswerda

Krokodilstränen haben Shelly, Jada und Rudi nicht vergossen. Die drei jungen Kubakrokodile haben ihr Zuhause im Zoo Hoyerswerda verlassen. Doch ob und wie das den Reptilien ans Kroko-Herz geht, ist schwer zu sagen, wie Zoologen meinen. Ihre Miene verziehen, das können die Vierbeiner nicht.

Tot ziens und good bye

Männchen Rudi und die Damen Shelly und Jada kommen unter im Reptilienzoo Serpo in Rijswijk in den Niederlanden. Ihre zwei männlichen Geschwister sind bereits nach England transportiert worden. In Hoyerswerda können die seltenen Kubakrokodile nicht bleiben. Ihre Eltern würden sie schlicht mit Futter verwechseln und auffressen, wie der Zoo mitteilte. Kurz vor der Abreise hielten Zoopfleger die Krokodile zum werbewirksamen Abschied dem Faultiermännchen Carlo unter die Nase. Das zeigte aber keine Emotionen. In Kisten verpackt haben die Krokos nun das Tropenhaus verlassen.

Umzug der Kubakrokodile

Der Zoochef hält ein Krokodil in der Hand.
Zooleiter Eugène Bruins nimmt Abschied von Jada. Bildrechte: Zoo Hoyerswerda
Der Zoochef hält ein Krokodil in der Hand.
Zooleiter Eugène Bruins nimmt Abschied von Jada. Bildrechte: Zoo Hoyerswerda
Faultier Carlo hängt kopfüber von einem Ast, ihn wird ein Krokodil vor die Nase gehalten.
Faultier Carlo zeigte sich vom Abschied unbeeindruckt. Bildrechte: Zoo Hoyerswerda
Drei Krokodile werden auf Händen getragen.
Shelly, Rudi und Jada (v.l.) ziehen um in die Niederlande. Bildrechte: Zoo Hoyerswerda
Ein Zoomitarbeiter hält ein Krokodil in den Händen.
Männchen Rudi musste sich schon von zwei Brüdern trennen. Bildrechte: Zoo Hoyerswerda
Ein Krokodil, im Hintergrund sind Pflanzen.
Er schaut sich das letzte Mal im Tropenhaus Hoyerswerda um. Bildrechte: Zoo Hoyerswerda
Zooleiter Eugène Bruins trägt eine Transportbox.
In diesen Kisten werden die Krokos auf Reisen geschickt, Bildrechte: Zoo Hoyerswerda
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Nur noch 3.000 Kubakrokodile weltweit

Kubakrokodile gehören zu den am stärksten gefährdeten Krokodilarten weltweit. Gerade deshalb nimmt Zoochef Eugène Bruins den Weggang gelassen hin. "Wir freuen uns, dass wir mit unseren Jungtieren einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Zuchtprogrammes leisten konnten", so Bruins. Die Mini-Krokodile waren letzten Sommer im Zoo geschlüpft. Mit 80 Gramm seien sie richtige Leichtgewichte gewesen. Inzwischen bringen sie deutlich mehr auf die Waage. Shelly sei mit 54 Zentimetern und fast 600 Gramm die Größte unter den Geschwistern. Die Krokos waren der zweite Nachwuchs der Kubakrokodil-Eltern Primos und Jaco. 2013 hatte der Zoo mit der Geburt von sechs Mini-Krokos bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Mit Fidelio und seinen fünf Geschwistern war es nämlich erstmals in einem deutschen Zoo gelungen, die extrem seltene Art nachzuzüchten. Von den auch Rautenkrokodilen genannten Reptilien gibt es nur noch etwa 3.000 Exemplare, die in zwei Sumpfgebieten in Kuba leben. Jaco und Primos waren 1986 nach Hoyerswerda gekommen.

Quelle: MDR/nng

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 15.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 16. März 2019, 14:30 Uhr

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