Hybrid-Großspeicher in Varel
Ein Batterie-Großspeicher im niedersächsischen Varel - so ähnlich muss man sich die geplante Big Batterie der Leag vorstellen. Bildrechte: dpa

Stromfänger am Kraftwerk Schwarze Pumpe Lausitzer Energieversorger Leag baut Riesenbatterie

An seinem Kraftwerksstandort in Schwarze Pumpe will der Energieversorger Leag einen Batteriepark errichten. Er soll eine Fläche von 140 mal 20 Metern einnehmen. Es wäre der größte Stromspeicher in einem deutschen Kraftwerk.

Hybrid-Großspeicher in Varel
Ein Batterie-Großspeicher im niedersächsischen Varel - so ähnlich muss man sich die geplante Big Batterie der Leag vorstellen. Bildrechte: dpa

Wind lässt sich nicht bestellen und die Sonne nicht anknipsen. Regenerative Energiequellen kann man schwer steuern. Je mehr Windanlagen und Solarkraftwerke es in Deutschland gibt, um so stärker wirke sich deren schwankende Einspeisung von Strom auf die Stabilität im Stromnetz aus, erklärt Kathi Gerstner, Sprecherin des Lausitzer Energieversorgers Leag. "Um diese Schwankungen auszugleichen, ist aktuell und künftig der Einsatz von Speichertechnologien notwendig."

Leag: Größe der Anlage ist einzigartig

Eine gigantische Batterie wäre so eine Lösung. Sie könnte sich an Tagen mit hohen Stromschwankungen aufladen und dadurch die Spitzen glätten. Wenn dann kurzfristig ein hoher Energiebedarf besteht, das Kraftwerk aber nicht so schnell auf volle Last hochfahren kann, kann die Batterie zwischengeschaltet werden. Die Leag lässt am Kraftwerk Schwarze Pumpe auf einer Fläche von 140 mal 20 Metern so einen Batteriespeicher errichten. Dafür beauftragt wurde das tschechische Unternehmen Egem. Angewendet werde eine Lithium-Ionen-Technologie, so Gerstner. Die technische Konstellation und die Größe der Anlage seien einzigartig.

25 Millionen Euro Kosten

Oliver Stenzel (l-r), Leiter Kraftwerk Schwarze Pumpe, Frank Mehlow, Leiter Energiewirtschaft, Hubertus Altmann, Vorstand Kraftwerke und Wolfgang Rolland, Leiter Kommunikation, sprechen bei einer Pressekonferenz des Vorstands der LEAG zum Bau eines Batteriespeichers am Kraftwerksstandort Schwarze Pumpe.
Pressekonferenz der Leag zum Bau eines Batteriespeichers am Kraftwerk Schwarze Pumpe. Bildrechte: dpa

Der Batteriepark werde bis zu 50 Megawatt Strom speichern können. Das sind etwa drei Prozent der gesamten Kraftwerksleistung. Mit diesem Pufferspeicher hofft das Unternehmen, schneller und effizienter auf die Strom-Nachfrage im Netz reagieren zu können. Dieser Speicher sei ein Referenz- und Leuchtturmprojekt, betont die Leag-Sprecherin. Anhand seines Betriebs will man testen, wie Speichersysteme am effizientesten aufgebaut und betrieben werden können.

Bis zum ersten Stromvorrat dauert es noch etwas. Nächsten Sommer will die Leag mit der Montage starten. Nach knapp einem Jahr Bauzeit soll die Riesenbatterie im Sommer 2020 in Betrieb gehen. Das Vorhaben kostet rund 25 Millionen Euro und wird vom Land Brandenburg mit vier Millionen Euro gefördert.

Die Batterie werde den im Stromnetz befindlichen Strommix aus den verschiedensten Energieerzeugungsanlagen speichern, hieß es von der Leag. Angedacht sei auch eine Zusammenarbeit mit dem Industriepark Schwarze Pumpe.

Laut Bundesverband für Energiespeicher sind Stromspeicheranlagen ein essentieller Baustein für eine erfolgreiche Energiewende. Durch sie ließen sich Netze stabilisieren und dezentrale Anlagen zur Stromerzeugung intelligent vernetzen.

Quelle: MDR/ma/ris/dpa/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.12.2018 | ab 11 Uhr in den Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 17. Dezember 2018, 20:04 Uhr

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8 Kommentare

19.12.2018 13:46 Anhalter 8

Bitte halten Sie elektrische Leistung und Kapazität auseinander und verwenden Sie für beide die korrekten Einheiten. Der "Big Battery"-Speicher der LEAG hat laut Angaben des Unternehmens eine Abgabeleistung von 50 MW (vermutlich ist die maximale gemeint) bei einer Kapazität von 53 MWh. Zum Vergleich sei hier der Batteriespeicher in Buzen (Japan) mit einer Leistung von 50 MW und einer Kapazität von 300 MWh genannt.

18.12.2018 15:09 Wachtmeister Dimpfelmoser 7

Sehr schön. Damit sollten dann ja wohl 1.000 Kilometer mit Heizung, Licht, Gebläse, Scheibenwischer, Navi, Autoradio sowie mit Anhänger und bei 160 Sachen möglich sein. Nun muss das Schätzchen nur noch auf die übliche Batteriegröße komprimiert werden, in zwei Minuten überall aufladbar sein, und die entsprechenden Neuwagen dürfen nicht viel teurer sein als die heutigen. Tagesaufgabe gelöst!

18.12.2018 13:15 Anton 6

@ 3 Erdgasnutzer - KKW am besten irgendwo weit fern bauen: in Antarktika oder in Frankreich. Wir brauchen dann nur guten Leitungen nach Deutschland, mehr nicht. Mit Kernabfällen lösen alles die Pinguine und die Franzosen selber.

18.12.2018 13:07 Anton 5

"Der Batteriepark werde bis zu 50 Megawatt Strom speichern können." - Hat Autor irgendwann Schule besucht? Sicher nicht. Sonst sollte er wissen, dass in Watt nur die Leistung gemessen wird. Für Energiemenge benutzt man andere Einheiten. Z.B. W*St oder MW*St.
Wenn nicht kapiert: wie lange kann diese Batterie versprochene "50 Megawatt" ununterbrochen leisten? Eine Stunde? Eine Sekunde? Ein Jahr?

18.12.2018 11:16 Altmeister 50 4

Sehr interessanter Beitrag. Jetzt kann man sich mal die Dimension eines Speichers vorstellen, die, bei einer 2-wöchigen, europaweiten Großwetterlage mit Dunkelflaute, erforderlich ist, um 21 Terrawatt Stunden Speicherkapazität (errechnet in einer Studie der Fa. Powertech) für Deutschland bereit zu stellen, wenn die Stromversorgung nur auf Wind und Solar aufgebaut ist.
Diese 21 Terrawatt entsprechen 21 Mio Megawatt, d.h. es würden ca. 40.000 Stück dieser 50 Megawatt Batterie-Speicher benötigt, Kosten = 25 Mio € x 40.000 =
1 Billion €.
Laufende Betriebskosten nicht gerechnet. Abgesehen vom Rohstoffaufkommen, wer soll das bezahlen ? Mit Orintierung auf Wind und Solar befinden wir uns auf einem Irrweg.

17.12.2018 19:49 Erdgasnutzer 3

@ 2 Erna: Ein KKW vor deiner Haustür wäre dem Anschein nach dir lieber. Aber dann noch fordern, der Betreiber soll die Bleiwesten wegen der Strahlung stellen. Ansonsten scheinst du ja auch im technologischen Wissen sehr umfangreich beschlagen.

17.12.2018 12:43 Erna 2

Nicht MW sondern MWh werden gespeichert. 50 MWh erzeugt ein modernes Kernkraftwerk in weniger als 3 Minuten. Soviel zur "Riesenbatterie".

17.12.2018 11:39 Leipziger 1

Bitte auf die Formulierung achten. 50 Megawatt ist eine Leistung und kann nicht gespeichert werden. Sind hier vielleicht 50 Megawattstunden gemeint? Oder kann der Batteriespeicher 50 Megawatt gleichzeitig bereitstellen/entnehmen?

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