Insolvenz Ludwig Leuchten will Lausitzer Standort schließen

Produktionsarbeiterinnen montieren in der Produktion der Ludwig Leuchten GmbH in Elsterheide (Sachsen) LED-Deckenleuchten.
Der Beleuchtungshersteller Ludwig Leuchten schließt sein Werk in Bergen bei Hoyerswerda bis Ende Februar. Betroffen sind davon rund 100 Mitarbeiter. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Der Beleuchtungsherstellers Ludwig Leuchten wird sein Werk in Bergen bei Hoyerswerda Ende Februar schließen. Wie die Geschäftsführung des schwäbischen Unternehmens MDR SACHSEN bestätigte, verlieren rund 100 Mitarbeiter ihren Job.

Seit 1993 werden in Bergen in der Gemeinde Elsterheide Büro- und Industrieleuchten hergestellt. Erst 2018 hat das schwäbische Unternehmen Ludwig Leuchten seine Produktion von seinem Stammsitz Mering komplett in die Lausitz verlagert, auch damals schon aus Kostengründen. Genützt hat es nichts. Am 28. Dezember hat das zuständige Amtsgericht Augsburg das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. 

Insolventer Großkunde und Corona

Es gebe mehrere Gründe für die finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens, sagt Robert Ehlert. Er ist seit 2018 Geschäftsführer von Ludwig Leuchten. So sei ein Großkunde im vergangenen Jahr in die Insolvenz gegangen, womit auch ein Auftrag im Umfang von einer Million Euro weggebrochen sei. Außerdem habe man die Corona-Pandemie auch wirtschaftlich zu spüren bekommen.

Im Mai und Juni gab es keinen einzigen Auftragseingang. Danach wurde es zwar wieder besser, aber das war für uns zu spät.

Robert Ehlert Geschäftsführer von Ludwig Leuchten

Schwierige Investorensuche

Momentan produzieren die knapp 100 Mitarbeiter in Bergen noch Leuchten. Aber die Chancen, dass sich doch noch ein Investor oder eine andere Lösung für das Werk findet, stehen schlecht. "Es gibt aktuell keine konkrete Fortführungsprognose", sagt Geschäftsführer Ehlert. Die Investorensuche gestalte sich sehr schwierig. Deshalb habe man beschlossen, das Werk zum 28. Februar zu schließen. Die Mitarbeiter hätten bereits die Kündigung zu diesem Termin erhalten.

Eine Produktionsarbeiterin montiert in der Produktion der Ludwig Leuchten GmbH in Elsterheide (Sachsen) eine LED-Deckenleuchte.
Aktuell läuft die Produktion der Leuchten noch. Die finanziellen Schwierigkeiten des Werks haben sich durch die Corona-Krise aber noch einmal verschärft. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Schon länger finanzielle Probleme

Die Probleme des Unternehmens haben bereits vor 2020 angefangen. Schon 2014 war der Leuchtenspezialist in finanzielle Schieflage geraten und hatte ein sogenanntes Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Es wurde ein Sanierungsplan erarbeitet, das Unternehmen umstrukturiert und Mitarbeiter entlassen. Damals konnte es eine Insolvenz noch einmal abwenden. Bei der Verlagerung der Produktion nach Bergen verloren 2018 in Mering 80 Beschäftigte ihren Job. Am Hauptstandort in Mering blieb nur noch Verwaltung, Vertrieb sowie die Forschungs- und Entwicklungsabteilung.

Kostendruck durch Billig-Importe

Damals begründete das Unternehmen den Umzug auch mit dem Kostendruck durch Billig-Importe aus Fernost. Mit der Konzentration auf einen Produktionsstandort wollte man Kosten sparen. Am Ende hat all dies wohl nicht gereicht. Die finanziellen Probleme wurden durch Corona noch einmal verschärft. Ob sich in dieser Situation ein Investor findet, ist ungewiss.

Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.01.2021 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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