Die Oberleitungen der Niederschlesischen Magistrale stehen ab sofort unter Hochspannung.
Bildrechte: MDR/Rico Herkner

Vor der Inbetriebnahme Bahnstrecke Knappenrode - Horka steht unter Hochspannung

Bald rollen die ersten Züge auf der ausgebauten Bahnstrecke zwischen Knappenrode und Horka. Am Freitag wurden die Oberleitungen unter Strom gesetzt, es fließen 15.000 Volt. Jetzt heißt es deshalb: Abstand halten.

Die Oberleitungen der Niederschlesischen Magistrale stehen ab sofort unter Hochspannung.
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Sobald das letzte Messfahrzeug der Deutschen Bahn von den Schienen war, ging die Oberleitung am Freitag ans Netz. Ab sofort fließen damit auf der Niederschlesischen Magistrale von der polnischen Grenze bis nach Knappenrode 15.000 Volt. Den Hochspannungsleitungen sollte man jetzt also nicht mehr zu nahe kommen. Denn schon wer dichter als eineinhalb Metern an solch eine Leitung herangeht, kann lebensgefährlich verletzt werden, warnen immer wieder Bahn und Bundespolizei.

Testphase kann beginnen

Die Oberleitungen der Niederschlesischen Magistrale stehen ab sofort unter Hochspannung.
Noch fahren keine Züge auf der Niederschlesischen Magistrale. Ende Oktober wird es erste Testfahrten geben. Bildrechte: MDR/Rico Herkner

Noch fahren keine Züge auf der ausgebauten Bahnstrecke. Aber mit dem jetzt anliegenden Bahnstrom kann die Testphase beginnen, so Projektleiter Ulrich Mölke. In den kommenden Wochen werde die gesamte Signaltechnik, die Gleise und alles was dazu gehört geprüft. Ab Ende Oktober sollen dann auch Züge testweise fahren, zum Teil schon mit Geschwindigkeiten von mehr als 160 Stundenkilometern.

"Wenn wir mit diesen Fahrten durch sind, wird dann ein Probebetrieb für die Verkehrsunternehmen eröffnet", erklärt Mölke den weiteren Ablauf. So können die Lokführer von Güter- und Personenzügen die Strecken testen und kennenlernen, bevor dann am 9. Dezember zum Fahrplanwechsel der Betrieb offiziell aufgenommen wird. Dann hat auch Niesky nach acht Jahren Schienenersatzverkehr wieder einen Bahnanschluss für Personenzüge.

Bis zu 160 Güterzüge täglich

Die Niederschlesische Magistrale ist seit 2012 auf einer Länge von 55 Kilometern zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert worden. Sie soll vor allem mehr Güterverkehr auf die Schienen bringen. Wie viele Züge einmal über die Strecke rollen werden, ist ungewiss. Die Prognosezahlen des Bundes schwanken zwischen 42 und 160 Güterzügen pro Tag. 42 pro Tag wären so viele wie vor dem Ausbau. Laut Projektleiter Mölke sind die Gleise, Weichen und Kreuzungen für 160 Güterzüge plus 20 Personenzüge täglich ausgelegt.

Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 07.09.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 07. September 2018, 20:58 Uhr

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