Ökosysteme in Sachsen Weg frei für die Knoblauchkröte: Nabu saniert Röderteiche in Großharthau

Röderteiche in Großhartau bei Bautzen.
Die Röderteiche liegen fast trocken. Jetzt soll das fünf Hektar große Teichgebiet wieder ein intaktes Ökosystem werden. Bildrechte: NABU Sachsen

Der Naturschutzbund (Nabu) Sachsen will die Röderteiche im Westen von Großharthau sanieren. Anfang August soll mit den Arbeiten in dem fünf Hektar großen Teichgebiet bei Bautzen begonnen werden. Darüber informierte der Nabu als Eigentümer des Geländes. Der Große und der Kleine Röderteich lägen seit einiger Zeit trocken. Ziel sei jetzt die Wiederherstellung der Teiche als Lebensraum für Flora und Fauna.

Stauwehr in der Schwarzen Röder schon lange baufällig

"Die Bauwerke zur Regulierung der Teiche einschließlich des Stauwehres in der Schwarzen Röder sind schon seit langem baufällig und können ihren Zweck nicht mehr erfüllen“, sagte Susanne Wenzlaff, Nabu-Landesgeschäftsführerin. "Auch die Erddämme zwischen der Schwarzen Röder und dem Kleinen sowie Großen Röderteich sind durch Erosionsvorgänge stark geschwächt und teilweise unterspült, was die Standsicherheit gefährdet." Finanziert werde die Sanierung des Ökosystems aus dem Fördertopf "Natürliches Erbe" des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen (EPLR).

Alter Zufluss Röderteiche
Die Zu- und Abläufe der Teiche sowie das Stauwehr in der Schwarzen Röder sind völlig marode und müssen saniert werden. Bildrechte: NABU Sachsen

Röderteich soll entschlammt werden

Im Rahmen der Sanierung soll der Kleine Röderteich entschlammt werden. Gleichzeitig sollen die Ein- und Auslaufbauwerke komplett erneuert werden. "Durch den vollständigen Rückbau des Röderwehres heben wir den bisher vorhandenen Dauerstau der Schwarzen Röder zugunsten der ökologischen Durchgängigkeit des Fließgewässers auf“, erläutert Wenzlaff. Der für die Wasserentnahme erforderliche Aufstau der Schwarzen Röder werde  zukünftig temporär erfolgen.

 Neue Heimat für Knoblauchkröte und Rotbauchunke

Die Röderteiche sollen durch die Sanierungsmaßnahme wieder zu einem wertvollen Habitat für die heimische Flora und Fauna werden. Durch die Sedimententnahme und die naturnahe Gestaltung des Kleinen Röderteiches vergrößere sich insbesondere der Lebensraum für gefährdete Amphibienarten, wie Kammmolch, Rotbauchunke und Knoblauchkröte, hieß es vom Nabu.

 Quelle: MDR/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.07.2020 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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