Gedenktafel Niederkaina
Bildrechte: Stadtverwaltung Bautzen

Bautzen Gedenken an Kriegsgräuel in Niederkaina

Jahrelang wies eine Tafel in Niederkaina bei Bautzen auf ein Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkrieges hin. Im April wurde sie zerstört. Jetzt gibt es wieder ein Zeichen der Erinnerung.

Gedenktafel Niederkaina
Bildrechte: Stadtverwaltung Bautzen

Eine Gedenktafel erinnert wieder an ein Kriegsverbrechen, das in der Oberlausitz passierte. Nachdem Vandalen die alte Erinnerungsplatte zerstört hatten, ist jetzt dank einer Initiative von Unternehmern eine neue Gedenktafel geschaffen worden. Das teilte die Stadtverwaltung in Bautzen mit. Die Firmen Oberlausitzer Recyclingzentrum Lehmann und SFB Metallerzeugnisse GmbH Bernd Nickel fertigten eine Variante aus Edelstahl an. Diese wurde nun an der alten Gedenkstelle angebracht. Dort fanden am 22. April 1945 viele Menschen einen grausamen Tod. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs trieben Soldaten der 1. Ukrainischen Front 195 Männer des Deutschen Volkssturms in Niederkaina in eine Scheune. Dann setzten sie das Gebäude in Brand. Die Männer starben qualvoll.

195 Männer in der Scheune lebendig verbrannt

Dieser Opfer wird jährlich gedacht. Immer im April kommen unter anderem Nachkommen der Opfer und Vertreter der Stadt Bautzen nach Niederkaina, um Blumen niederzulegen und eine Schweigeminute abzuhalten. Als sich Bürgermeister Robert Böhmer und die Niederkainaer Ortschaftsräte in diesem Jahr trafen, waren sie entsetzt: Unbekannte hatten in der Nacht zum Sonnabend die Granittafel mit viel Gewalt zerstört.

Jetzt gibt es wieder einen würdigen Ersatz.

Bürgermeister Dr. Robert Böhmer ((hockend) und die Ortschaftsräte Norbert Haupt und Gunter Mittag gedenken der Opfer von Niederkaina.
Bürgermeister Dr. Robert Böhmer und die Ortschaftsräte Norbert Haupt und Gunter Mittag entdeckten in diesem Frühjahr die zerstörte Granittafel. Bildrechte: Stadt Bautzen

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.10.2018 | ab 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2018, 13:49 Uhr

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3 Kommentare

11.10.2018 21:26 Paule 3

Hatten das vielleicht in der Heimat von den Feldgrauen abgesehen?

11.10.2018 18:46 Mediator an Sachse43(1) 2

Warum sollte man überregional an ein Kriegsverbrechen erinnern, dass wohl eher einen lokalen Kontext hat? nach den Dingen die sie sonst immer gegen Flüchtlinge schreiben sind sie wohl auch einer, der gerne Verbrechen sammelt und sie dann außerhalb des richtigen Kontextes darstellt.

Geben sie sich mal keiner falschen Hoffnung hin, auch wenn es durchaus Kriegsverbrechen der Alliierten an der deutschen Bevölkerung oder deutschen Soldaten gab, so überwiegen wohl die Verbrechen deutscher Mandatsträger deutlich.

Die 195 ermordeten Männer des Volkssturms sind sicher eine Tragödie, aber wenn sie dagegen die Morde deutscher Sicherheitskräfte an deutschen Zivilisten und Soldaten auf Reichsgebiet in den letzten Kriegstagen setzen, dann finden sie fas in jeder Ortschaft deutsche Gräueltaten. Zusammenaddiert ergibt dies eine beschämende Summe von Menschen die ermordet wurden, weil irgendwelche Fanatiker Durchhaltebefehle gaben, an die sie sich selbst in der Regel nicht hielten.

11.10.2018 13:45 Sachse43 1

Überregional hörte man von diesem Verbrechen nichts. Warum wohl?

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