21.04.2019 | 14:30 Uhr Osterreiter in Sachsen singen von der Auferstehung Jesu

Osterreiten 2019
Die Osterreiter ziehen durch die Oberlausitz und verkünden die Auferstehung Jesu Christi. Bildrechte: Lausitznews

In Sachsen haben am Sonntag sorbische Osterreiter wieder Tausende Besucher angezogen. Die mit schwarzem Zylinder und Gehrock gekleideten Männer verkündeten wie in jedem Jahr auf geschmückten Pferden die christliche Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu. An den insgesamt neun Prozessionen beteiligten sich rund 1.500 Osterreiter. Die Reiterprozessionen führten durch das Städtedreieck Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz.

Den Brauch dürfen traditionell nur Männer praktizieren. Unter dem Läuten der Kirchenglocken und mit Gesang reiten sie von der Heimatkirche aus ins nächste Dorf. Die Reiter führen bei ihren Umzügen ein Kreuz, Kirchenfahnen und die Statue von Jesus Christus mit. Der Osterbrauch wird überwiegend von katholischen Sorben gepflegt.

Bildergalerie Im Zeichen der Auferstehung: Osterreiter in Sachsen

Sie ziehen singend und zu Pferde durch die Oberlausitz und verkünden die Auferstehung von Jesus Christus. Der Brauch des Osterreitens hat dort eine jahrunderte alte Tradition.

Osterreiten 2019
Die Reiter brechen von ihren Höfen auf, um am Ostersonntag durch die Oberlausitz zu ziehen. Bildrechte: Christian Essler/xcitePRESS
Osterreiten 2019
Die Reiter brechen von ihren Höfen auf, um am Ostersonntag durch die Oberlausitz zu ziehen. Bildrechte: Christian Essler/xcitePRESS
Osterreiten 2019
Auch die Autofahrer sind gewarnt. Bildrechte: Christian Essler/xcitePRESS
Osterreiten 2019
Zu Pferde reiten die Männer die Straßen entlang ... Bildrechte: Lausitznews
Osterreiten 2019
... und singen von der Auferstehung von Jesus Christus. Bildrechte: Lausitznews
Osterreiten 2019
Die Reiter erregen in jedem Jahr auch die Aufmerksamkeit von Fotografen. Bildrechte: Lausitznews
Osterreiten 2019
Zahlreiche Menschen säumten den Weg der Osterreiten. In Bautzen wurden sie mit Weihwasser gesegnet. Bildrechte: Lausitznews
Osterreiten 2019
Die Männer tragen schwarze Zylinder und Gehröcke. Bildrechte: Lausitznews
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Neben Fahnen und Standarten ... Bildrechte: Lausitznews
Osterreiten 2019
... führen die Reiter auch Kreuze mit sich. Bildrechte: Lausitznews
Osterreiten 2019
Auch eine Figur des Auferstandenen wird bei den Prozessionen mitgetragen. Bildrechte: Lausitznews
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Seit 1993 auch ökumenische Variante des Osterreitens

Es gibt aber auch ökumenische Varianten des Brauchs. So zum Beispiel in Ostritz bei Görlitz. Dort wurde am Ostersonntag zum konfessionsübergreifenden Ostersaatreiten eingeladen. Hierbei wird nicht nur die Osterbotschaft verkündet, sondern auch um gutes Wachstum der Saat auf den Feldern und um Gottes Hilfe für Mensch und Natur gebeten. Vom Markt in Ostritz führte der Reiterzug zum Zisterzienserinnen-Kloster St. Marienthal. Seit 1993 wird das Ostersaatreiten von katholischen und evangelischen Christen gemeinsam gefeiert.

Jahrhunderte alter Brauch

Bereits Ende des 15. Jahrhunderts sollen der Überlieferung zufolge in der Oberlausitz Reiterprozession zwischen Hoyerswerda und Wittichenau stattgefunden haben. Die Wurzeln des Brauchs reichen wahrscheinlich bis in vorchristliche Zeiten zurück. Ursprünglich sollten die Feldumritte die jungen Saaten vor der Missgunst des Bösen schützen. Unter dem Einfluss des Christentums wandelten sich die Ritte vermutlich in christliche Prozessionen.

Quelle: MDR/mar/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 21.04.2019 | 19:00 Uhr

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.04.2019 | ab 12:00 Uhr in den Nachrichten

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2 Kommentare

22.04.2019 14:44 mare nostrum 2

Vertraue dem Phoenix nicht,
bevor er sich aus der Asche erhoben hat.
© Pavel Kosorin

22.04.2019 10:13 part 1

Die Medien üben sich gerade wieder im Überschwang zur Erinnerung an einen christlichen Feiertag, der den heidnischen Feiertagen übegestülpt wurde. Das Várblót (Frühlingsfest), erstmals in der „Ynglingasaga“ erwähnt, wird auch als Sigrblót (Siegesfest) bezeichnet, da hier der Sieg über die winterlichen Reifriesen gefeiert wird. Es wird am ersten Sommertag (Vollmond des 4. Lunarmonats) begangen. Im Altertum unterschied man nur die beiden Jahreszeiten Sommer und Winter. Es ist ein klassisches Frühlingsfest, das am ehesten dem in Deutschland und England bekannten Ostern entspricht. In anderen heidnischen Kulturen sah es ähnlich aus. Ob Eostre, die angelsächsische Göttin des Frühlings oder auf Eostur, das norwegische Wort für das Frühjahr, oder auf Ischtar, die einstige Frühlingsgöttin der Länder des Nahen Ostens, es hat nichts mit Jesus zu tun, der wohl auch keine Hasen gekannt haben dürfte.

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