Umzug Untersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen möglicherweise nach Bischofswerda

Illustration von stabförmigen Bakterien auf Haut oder Schleimhaut
Legionellen: Die LUA ist unter anderem für die Untersuchung von Keimen zuständig. Bildrechte: imago images / Science Photo Library

Sachsens Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) soll offenbar nach Bischofswerda umziehen. Das Sozialministerium Sachsen bestätigte entsprechende Überlegungen auf Nachfrage von MDR SACHSEN. Es gebe bereits länger Überlegungen, die Infrastruktur der LUA zu modernisieren. In einem aktuellen Auswahlverfahren werde auch der Standort Bischofswerda überprüft, so ein Sprecher. Aktuell führe das Sozialministerium Gespräche mit den Mitarbeitern und der Behördenleitung. Eine Entscheidung für einen Standort werde erst nach diesen Gesprächen erfolgen.

Zuerst hatte die "Sächsische Zeitung" (SZ) am Dienstag von den Plänen berichtet. Dem Blatt zufolge gilt ein Neubau in der Stadt derzeit als wahrscheinlichste Variante für den neuen Hauptsitz der Behörde. Die derzeitigen Labor- und Verwaltungsgebäude in Dresden sollen wegen Platzmangels und zu hoher Sanierungskosten aufgegeben werden.

Behördenleitung gegen Umzug

Behördenchefin Gerlinde Schneider ist nach Angaben der SZ gegen einen Umzug nach Bischofswerda. Ein Grund seien lange Arbeitswege für die rund 260 Mitarbeiter. Die LUA ist unter anderem für Lebensmittelkontrollen, meldepflichtige Infektionskrankheiten sowie veterinärmedizinische Untersuchungen und Tierseuchen zuständig.

Der Neubau soll auch aus Gründen der strukturellen Förderung des ländlichen Raumes nahezu beschlossene Sache sein und dem Blatt zufolge von Ministerpräsident Michael Kretschmer unterstützt werden. Die Baukosten sollen bei rund 160 Millionen Euro liegen.

Stadt hat sich am Standortverfahren beteiligt

Ein Sprecher der Stadtverwaltung von Bischofswerda sagte MDR SACHSEN, man versuche schon länger "zentrale Landesfunktionen nach Bischofswerda zu holen". Deshalb habe sich die Kleinstadt auch am Standortverfahren für die Landesuntersuchungsanstalt beteiligt, hieß es. Die Entscheidung liege nun beim Freistaat und man hoffe auf den Zuschlag.

Der Stadtsprecher verwies auf international aktive Firmen mit Sitz in der Stadt. Viele Fachkräfte würden schon jetzt in die Stadt zur Arbeit pendeln. Zugleich biete sich Bischofswerda auch als Wohnort für junge Familien an, so der Rathaussprecher.

Quelle: MDR/lam/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.07.2020 | 05:00 Uhr in den Nachrichten

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