Bergleute demonstrieren vor Beginn der 1. Lausitz-Konferenz Strukturwandel und Energiewende und tragen auf ihrem Rücken den Slogan "Blackout Lausitz nicht auf unsern Rücken".
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09.09.2019 | 11:35 Uhr Proteste von Bergleuten bei 1. Lausitz-Konferenz in Schwarze Pumpe

Bergleute demonstrieren vor Beginn der 1. Lausitz-Konferenz Strukturwandel und Energiewende und tragen auf ihrem Rücken den Slogan "Blackout Lausitz nicht auf unsern Rücken".
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Mit Trommeln und Pfeifen haben am Montag mehr als 1.000 Kohlekumpel aus dem Lausitzer Revier die Teilnehmer der Lausitz-Konferenz empfangen. Mit Regenschirmen, orangefarbenen Westen und roten Plakaten standen sie am Morgen am Veranstaltungsort, dem Leag-Klubhaus in Schwarze Pumpe. Auf den Plakaten hieß es: "Es gilt, was vereinbart ist: 2038" und "Gesellschaftlicher Kompromiss - gilt euer Wort?".

Vor dem Eingang zum Klubhaus hatten die Bergleute zwei Torbögen mit den Zahlen 2030 und 2038 aufgebaut, durch die die Teilnehmer der Konferenz gehen mussten. Hinter den Bogen mit der Aufschrift 2030 hatten sie Kohlebriketts gelegt. Wer sich nicht entscheiden wollte, musste einen Gang durch die Demonstranten hindurch nehmen.

Ein symbolisches Tor zum Kohleausstieg 2030 haben Demonstranten vor Beginn der 1. Lausitz-Konferenz Strukturwandel und Energiewende aufgestellt.
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Expertenkonferenz mit 200 Teilnehmern

Bei den Protesten geht es vor allem um faire Bedingungen beim Kohleausstieg. Wie die Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie mitteilte, fordern die Bergleute die soziale Absicherung für Beschäftigte durch ein Anpassungsgeld und den Kohleausstieg nicht vor dem Jahr 2038.

Bei der ersten von der brandenburgischen Staatskanzlei ins Leben gerufenen Lausitz-Konferenz sprechen rund 200 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Umweltverbänden über die Zukunft der Region. Der von der Kohlekommission ausgehandelte Kompromiss sieht ein Ende der Stromgewinnung aus Kohle bis spätestens 2038 vor. Umweltverbände und die Grünen fordern einen früheren Kohleausstieg.

Quelle: MDR/dpa/ms

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.09.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 09. September 2019, 11:35 Uhr

42 Kommentare

DER Beobachter vor 5 Wochen

Allein 2012 wurde allein der Braunkohlenbergbau bzw. dessen Folgen mit 57 Mrd. direkt oder indirekt subventioniert. Für die jüngeren Jahre suche ich gerade noch nach validen Zahlen. Die schwanken je nach Quelle zwischen 1,2 und 40 Mrd...! Das Problem dabei ist, dass an den meisten Bergbauunternehmen die jeweiligen Länder beteiligt sind...

DER Beobachter vor 5 Wochen

Nichts für ungut. Sie schlugen allerdings in die Kerbe/argumentationsfalle, die die sogenannte Alternative eben gern auch bedient. Das mit den pumpspeicherwerken ist in der Tat unbegreiflich. Was die Kohle angeht: die Steinkohle hat man ja in D aufgegeben, die gegenüber Braunkohle ja fast noch sauber ist und energieeffizienter. Nun aber immer China ins Feld zu führen ist fragwürdig. Deutschland ist der weltgrösste (!) Abbauer von Braunkohle mit weitem (!) Abstand zu Russland, China usw...

Steve vor 5 Wochen

Ich werde mir den Artikel auf jeden Fall anschauen, denn ich bin nicht resistent gegen sachlich korrekte Recherchen. ;-)
Vorher möchte ich aber meinen eigenen Kommentar richtig stellen. China hat im letzten Jahr 34,5 GW Kohlekraft ans Netz gebracht (Quelle Neues Deutschland). In Deutschland haben wir ca. 20,9 GW installierte Leistung aus Braunkohleverstromung. Das allein macht doch deutlich, dass wir hier mit dem Kohleausstieg an der Mikrometerschraube drehen und eine sichere Energieversorgung mit nahezu 100% Wertschöpfung in Deutschland einem Experiment opfern wollen.

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